Erster Fahrbericht Smart Electric Drive


Das lange Warten bis 2012 / Von Motorwelt-Redakteur Jochen Wieler

Während die Elektroflitzer von Tesla und Microvett (Karabag 500 E) schon längst beim Kunden stehen, sind die Großserienhersteller noch immer am Erproben. Auch Smart. Erst 2012 kommt der Elektro-Smart zum Händler – wir sitzen aber jetzt schon drin. Und fragen uns unweigerlich, warum eigentlich so spät? Denn nach unausgereifter Bastellösung sieht der Daimler-Floh nicht aus. Die Batterien sind so kompakt  zwischen den Achsen untergebracht, dass noch genauso viel Platz im Innen- und Gepäckraum übrig bleibt wie in einem normalen Modell. Und moderne Lithium-Ionen-Batterien hat der aktuelle Smart ED („Electric Drive“) im Gegensatz zur ersten Generation auch schon. Damit kommt er 135 Kilometer weit.

Auch beim Fahren keine Spur vom provisorischen Charakter eines Erprobungsfahrzeugs. Im Gegenteil. Der Smart wirkt solider als der Karabag-Fiat, fährt merklich leiser und sein Gaspedal lässt sich viel feinfühliger dosieren als das des Fiat. Einziger Nachteil: Der Stuttgarter kommt subjektiv nicht ganz so flott auf Touren wie der Italiener. Aber trotzdem noch so schnell, dass man im Stadtverkehr immer noch die meisten Ampelduelle gewinnt. Bis zu 30 kW leistet das Motörchen – das ist völlig ausreichend. Schade, dass auf der Autobahn bei 100 km/h Schluss ist.

Wie bei einem herkömmlichen Automatikauto sorgt ein konventioneller Hebel für die Gangwahl. Das Fahren funktioniert kinderleicht. Zündschlüssel herumdrehen, Fahrstufe auf „D“ und einfach Gas geben – schon surrt der Kleinstwagen davon. Im übrigen viel angenehmer als ein konventioneller Smart, der  mit seinem ruckeligen „Soft-Tip-Getriebe“ deutlich unharmonischer beschleunigt. Schalten muss der Fahrer ein E-Auto nun mal nicht.

Schon jetzt wirkt der Smart ED also ausgereift – das heißt: marktreif. Doch Smart will erst noch Langzeiterfahrung sammeln. Vielleicht auch besser so: Heute kam die Nachricht, dass ein Elektro-Kangoo beim Aufladen abgebrannt ist.

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11 Antworten zu “Erster Fahrbericht Smart Electric Drive

  1. Ein elektrischer Kangoo ist abgebrannt? Renault hatte ungefähr 10 Jahre lang Zeit, damit Erfahrungswerte zu sammeln. Wie lange wollen die denn noch warten?

    Über die Anzahl von abgebrannten Verbennungsfahrzeugen spricht keiner …

    Marc

  2. Michael Bluhm

    Und jetzt noch ein paar Fragen.
    Würde der Smart Ed zu kaufen sein oder muss man ihn, wie den Ev 1 von GM damals, leasen?
    Würde Mercedes den alten Smart Inzahlung nehmen? Mein Schatz würde zwar weinen, aber sie bekämen den ED dafür.
    Kann man den Akku jederzeit woanders wechseln oder ist das eine Eigenentwicklung von Mercedes mit Partner, die es nicht überall gibt?
    Würde Mercedes dann in ganz Deutschland und Euopa die Ladestationen in seinen Autohäusern anbieten und/ oder Akkutausch für schnelle Weiterfahrt ermöglichen?
    Beabsichtigt der Hersteller auch Ladenetze mit anderen einzurichten, z.B. mit dem ADAC, Garagenvermietern oder Tankstellenpächtern?
    Wird Mercedes sich mit Energieversorgern, egal ob Konzern oder Stadtversorger, einlassen und diese beim Ausbau der Ladenetze unterstützen?
    Wie hoch werden die Folgekosten bei Reparaturen sein und kann die auch eine Fachwerkstatt auf dem Lande ausführen, wenn man keine Mercedeswerkstatt vorort hat?
    Wie hoch sind die Fördermittel des Bundes und wird Mercedes diese wieder an den Bund zurück geben, damit die elektrifizirrten Autobahnen für LKW und Bus Wirklichkeit werden können?
    Würde Mercedes eine Energierzeugung des Kunden mittels Solar und Wind unterstützen und beim kauf solche Technik mit anbieten?
    Und kann man damit rechnen, dass jeder der es wünscht, auch einen Fachmann zur Installation der Ladetechnik vermittelt bekommt?
    Es gibt noch viele Fragen, aber das soll es fürs erste mal gewesen sein.

    • Hallo Herr Bluhm, viele wichtige Fragen. Die Motorweltredaktion hat Antworten zusammengetragen:
      1. Unser Test-Smart aus dem Flottenversuch hat Batterien von Tesla. Es ist aber davon auszugehen, dass im Serienauto eine Weiterentwicklung verwendet wird. Oder auch die LITEC-Version zum Einsatz kommt.
      2. Der brennende Kangoo ist nicht die Variante, die 2011 offiziell von Renault auf den Markt kommt, aber es zeigt, was passieren kann – und was die Autohersteller verhindern müssen.
      3. Für eine Erhöhung der Akkustückzahl braucht man Platz, den es im Smart vermutlich nicht gibt, und eine angepasste Kühlung. Das bedeutet größeren Aufwand.
      4. Was der Smart ed kosten wird, steht noch in den Sternen. Vermutlich wird es wie bei allen E-Autos auf ein Leasingmodell hinauslaufen. Ich habe auch mal was von 25000 Euro gehört. Damit wäre das Auto jedoch nicht konkurrenzfähig.
      5. Wechselakkus sind bei Smart/Daimler nicht vorgesehen. Auch die anderen deutschen Hersteller lehnen das Konzept (Better Place) ab.
      6. Kooperationen in Sachen Ladeinfrastruktur wird es vermutlich geben. Jedenfalls wird das in den Arbeitsgruppen der Nationalen Plattform vorbereitet.

      • Die Frage bei dem brennenden Kangoo ist aber auch die, ob da nicht eventuell gebastelt wurde, schließlich gibt es derzeit noch nicht sehr viele qualifizierte Werkstätten.
        Hier besteht unbedingter Handlungsbedarf !

        Was den Preis des Smart betrifft, hier müsste eigentlich ein Preis deutlich unter den 25.000 möglich sein.

        Moderne Thunder Sky LiFeYPO4 Akku´s, mit der im Smart ed verbauten Kapazität von 16 kWh, werden derzeit für rund 5500 Euro angeboten, http://www.elektroauto-forum.de/Kleinanzeigen/index.php?id=118 , da kann mir keiner erzählen, dass der Rest knapp 20.000 Euro ausmachen soll !

        Derzeit wird ja auch schon der Tazzari Zero, http://www.smiles-world.de/tazzari-zero-preise , für 24.000 Euro angeboten und hierbei handelt es sich um eine Kleinserie eines kleinen Herstellers.

        Ein in Großserie hergestellter Smart ed dürfte meinem Empfinden nach derzeit spielend unter 20.000 Euro anzubieten sein, aber vielleicht will man auch noch gar keine verkaufen, die Autofahrer könnten ja plötzlich auf den Geschmack kommen und auch noch bei anderen Fahrzeugklassen nach Elektroautos fragen !

      • Jürgen Hahn

        Was ist jetzt das Besondere an einem brennenden E-Auto? Benzin-Autos brennen auch, und ein 50l-Tank Benzin hat um einiges mehr brennendes Material als ein paar Akkus.

        Ein Auto zu leasen kommt für mich persönlich nicht in Frage… also kein Smart für mich, Pech gehabt.

        Bye.

  3. Michael Bluhm

    So, da fährt meine Frau einen zwölf Jahre alten, Superbenzin schluckenden Smart und ist immer noch begeistert. Kleine Problem inklusive!
    Ich habe ihn noch nie gefahren und bin auch begeistert, wenn ich zu Kurzreisen von meiner Frau eingeladen werde und als Beifahrer den Beifahrerplatz zum persönlichen Wohnbereich umfunktioniere. Dabei reichen 20,00 E zum Tanken für über 300 km.
    Auf der Autobahn am letzten Hamburger Ferienwochenende waren 100 Km/h völlig ausreichend und meistens kamen wir nicht einmal auf dieses Tempo. Die Ostsee, als Naherholungsgebiet, wäre unser Ziel mit einem Smart ED.
    Was wäre mit dem Smart ED nun für uns der Unterschied, wenn ich den ersten Fahrbericht lese?
    Sogut wie keiner. In 3 Tagen 312 km zurückgelegt und zwei Hotels angefahren.
    Jetzt nur noch im Maritim die notwendige Steckdose in der Tiefgarage und meine Hotelrechnung von 570,00 € für zwei Tage/ Nächte erhöht sich nicht nur um die Parkgebühr von 10,00 €, sondern weist auch noch den Energiepreis aus.
    Ja, das mag Luxus sein, aber der liegt mehr im Preis des Hotelzimmers, als beim “Strom”.
    Ich würde diesen kleinen >Flitzer<, so wie er jetzt vorgestellt wird, sofort für meine Frau nehmen.
    Es lag nahe, dass der solange verschmähte Winzling, mit Elektroenergie fast das gleiche leistet.
    Jeder der sich wirklich intensiv als Laie mit diesem Thema beschäftigte, fand sicherlich schnell heraus, dass der Smart die beste Plattform ist. Und da es den Forfour auch schon gab ist der Viersitzer sicherlich nicht mehr weit.
    Einen abgebrannten Smart kann ich mir zwar vorstellen, erscheint mir aber sehr unwahrscheinlich und wird sich nicht als Dauerproblem darstellen, wenn der Nutzer gut informiert das Fahrzeug übernimmt und verwendet. Einen Abgebrannten Prius gabs ja auch noch nicht.
    Mich würde jetzt nur noch interessieren, ob die Akku Stückzahl erhöht werden kann und man dann wirklich die ca. 300 km schafft, die der normale Smart heute bringt.
    Das war mein Vergleich mit Fahrbericht bei Überlandfahrt.
    Wie ist es nun mit dem Stadtverkehr?
    In etwa das Gleiche! Fast 300 km mit einer Tankfüllung Superbenzin!
    Tiefgarage, wie bereits von den Experten ermittelt gehören wir dazu, vorhanden. Stromanschluss nicht, ist aber sofort Installiert. Natürlich auf eigene Kosten.
    Meine Frau würde mich weiter meine 12 km täglich von und zur Arbeit mit unserer Benzinkutsche VW Golf III Variant fahren lassen, weil ich wie gesagt den Smart nicht fahre.
    Ich will dann meinen eigenen haben. Grins!
    Doch bei einer Familie die einen Rollstuhl für das Kind immer einplanen muss, werde ich wohl noch etwas länger warten müssen, weil VW gerade die Rücklichter eines Zuges anstarrt.
    Bei allem, sehr seltenen Luxus, wäre ein Mercedes nicht drinn. Dann lieber Kurzurlaub mit einem Smart ED.
    Danke ADAC! Macht jetzt schnellstens Schluss mit Vorurteilen und behaltet uns als Nutzer mit den kleinen und großen täglichen Problemen und Sonderwünschen im Auge.
    Wenn ihr mit dem Test fertig seit, fragt doch mal nach, ob jetzt der Hersteller mal dem kleinen Kundenportemonaite für eine Familienkutsche entgegen kommen kann?
    Viel Spass noch beim testen. Ich beneide euch!

  4. Daimler scheint bei der elektrifizierung des Automobils schon viel weiter zu sein, als viele vermuten. Durch die Entwicklung der Brennstoffzellen Fahrzeuge hat Daimler schon sehr viel Erfahrung mit einem elektrischen Antrieb (Motor, Leistungselektronik usw.) gesammelt. Nun wird die Stromquelle “Brennstoffzelle” durch die Stromquelle “Li-Ion Akku” ersetzt und hat ein BEV. Sind in diesem Smart schon die Zellen von Li-Tec im Einsatz oder handelt es sich um Akkus von Tesla mit den Runzellen im Format 18650 ?

    Noch ein Kommentar zum brennenden Renault Kangoo. Es handelt sich offenbar um ein Fahrzeug, das zwischen 2003 und 2005 gebaut wurde, und nicht um die aktuelle Renault Kangoo Z.E. Variante, wenn es um diesen Bericht geht:

    http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1281431179186.shtml

    • Spätestens im ersten Winterbetrieb wird man bereuen die Brennstoffzelle gegen die Lithium-Ionenen – Batterie ausgetauscht zu haben.

      • Michael Bluhm

        Wie ich gerade schilderte muss die Reichweite schon etwas mehr sein als hier angegeben möglich.
        Doch die BZ ist nicht des Rätsels Lösung, wie sich gerade bei diesem Hersteller zeigt.
        Wenn dem so wäre, hätte gerade dieser Hersteller, schon aufgrund der enormen Entwicklungskosten der ersten 3 Jahre (1997-2000) die BZ unbedingt eingebaut.
        Ich räume ein, dass die BZ doch eine Nische finden wird. Nämlich als kleines Wunderwerk der Technik für Heizsysteme im Winter. Obwohl!?, es ein tragbarer Akku für Straßenparker auch machen würde, um die Akkus vorzuwärmen.
        Da ich für unsere Familie jedoch einen Stromanschluss besorgen würde der unsere Fahrzeuge nicht nur läd, sondern auch die Akkus vorwärmt, ist bei uns die BZ wohl kein Ausstattungsfaktor.
        Mein Arbeitgeber hat bereits aus Unternehmensgründen Ladestränge für seine Fahrzeuge. Ein Nutzungsvertrag zwischen ihm und mir sollte eigentlich kein Problem sein, wenn ich den Smart ED ForFour hätte.
        Die Firmenfahrzeuge kann ich ja auch für private Zwecke mieten.
        Da fällt mir ein, dass doch der ADAC mal mit meinem Arbeitgeber, sprechen könnte, damit der sich von seinen VW Dieselfahrzeugen verabschiedet. Die werden nur für Kurzfahrten in Hamburg genutzt. Eigenartiger Weise könnte Mercedes dieses Angebot selber und direkt machen, denn wir fahren beruflich fast nur noch Citaros. Die Vorstandsvorsitzenden kennen sich doch seit Jahren persönlich.
        Also BZ ADE`und her mit dem Smart ED, unserem neuen Volkswagen.