Monatsarchiv: August 2010

Urbaner Ausflug


Wenn der durchschnittliche Deutsche kaum mehr als 40 Kilometer am Tag fährt (siehe “Die Sache mit der Reichweite”), müsste das ja auch auf mich zutreffen, oder? Jetzt will ich es genau wissen und stürze mich in die City. Wieviel Kilometer werde ich nach einem halben Tag in der Stadt auf der Uhr haben?

Auf dem Programm stehen Erledigungen, Behördengänge, Freunde besuchen, und abends noch kurz in den Biergarten. Um es vorweg zu nehmen: Ich hatte überhaupt keine Schwierigkeiten mit der Reichweite. 45 Kilometer in der Großstadt mit unzähligen roten Ampeln und nervigem Stop-And-Go-Verkehr konnten der Ladeanzeige nur ein müdes Lächeln abringen. Gerade mal 35 Prozent Akkukapazität hat mich der urbane Ausflug gekostet – wo ist also das Problem?

Gerade in der Stadt, wo sich Autos mit Verbrennungsmotoren ordentlich eine hinter die Binde gießen, scheint der Elektro-Fiat in seinem Element zu sein und nicht übermäßig Saft zu ziehen. So mein Eindruck. In die Stadt passt der kleine Fiat einfach am besten. Ich muss trotzdem hin und wieder schmunzeln, denn die Straßenbahnen sirren genauso wie der knuffige Italiener. “Die Fahrkarten bitte…” (jw)

Kostenfaktor Batterie


Das erste nach Großserienmaßstäben gefertigte Elektroauto, das man kaufen konnte, war der Tesla Roadster. Ein Traumsportwagen, gut und gern 100.000 Euro teuer. Unser Karabag 500E kostet etwa das Vierfache eines Fiat 500. Leider. Auch da braucht Otto Normalverdiener noch nicht einmal anzufangen, über die Anschaffung nachzudenken. Die nächsten, in noch größeren Stückzahlen gefertigten Autos, die als Elektroversion auf den Markt kommen, werden ebenfalls reichlich Geld kosten. Das führt zu der leicht frustrierenden Frage: Warum muss der Spaß eigentlich so teuer sein?
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Die Sache mit der Reichweite


Quelle: RWTH Aachen, Professor Achim Kampker

Elektroautos haben bekanntlich ein Reichweiten-Problem, wie auch viele Kommentatoren in diesem Blog angemerkt haben. Kurz nachdem wir mit unserem Karabag losgefahren sind, oder eigentlich schon vorab, müssen wir uns fragen, ob die Reichweite einer Batteriefüllung für die geplante Strecke genügt. Dabei sagt die Statistik, dass die meisten täglichen Fahrten weniger als 10 Kilometer lang sind. Und dass der durchschnittliche Autofahrer vielleicht sechs bis achtmal pro Tag in sein Auto steigt, um stets nur eine kurze Strecke damit zulegen. Jedenfalls, so die Statistiker, fährt der durchschnittliche deutsche Autofahrer insgesamt keine 40 Kilometer am Tag.

Schlussfolgerung: Ein Elektroauto ist mit einer Reichweite von 80 bis 100 Kilometer für den Normalfall des Autoalltags geeignet.

Ist das Reichweitenproblem also am Ende gar kein technisches, sondern nur ein Problem in unserem Kopf? Oder sind wir alle gar keine Durchschnittsmenschen, weil der Durchschnittsmensch natürlich ein theoretisches Konstrukt ist? Oder haben wir schlichtweg einfach keine Lust, unsere Touren mit dem Auto gut zu planen und dabei Einschränkungen hinzunehmen? (rud)

Sicherheit an der Säule


Das 2,3 Meter lange Ladekabel des Vectrix verbirgt sich unter dem Sitz.Von morgen an wird alles anders. Mir steht zum ersten Mal der Vectrix-Elektroroller zur freien Verfügung. Wie frei diese Verfügung ist, wird das Wochenende und die Ladekapazität zeigen. Beim Blick aus dem Fenster ist zumindest klar: Es wird nass. Doch wie ist das, wenn man bei Regenwetter mit einem Ladekabel hantiert und versucht, den Roller zu „betanken“? Oder heißt es zu elektrifizieren? Bestromen? Oder einfach laden? Gefühlt ist es so, als würde man mit einem brennenden Streichholz nach dem Benzinstand schauen wollen.

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Immer schön cool bleiben


Ein Blick in das Innenleben unseres Elektromobils. Foto: Carsten Behler

Ich stehe im Stau und plötzlich piiiiieeeepst es! Ich sehe gerade noch, wie die Temperaturanzeige bis zum Anschlag der Skala hochschnellt und ein rotes Warnlämpchen aufleuchtet. Zwei Sekunden später ist die rote Lampe erloschen, die Kühlwassertemperatur im normalen Bereich. Uff, Glück gehabt.
Besser als Zufall wäre es jedoch, wenn die Technik im Elektroauto gut reagiert und Schlimmeres verhindert hätte.

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Die Mehrheit glaubt an Elektromobilität


Zwischenstand unserer Blog-Umfrage von gestern: 40 % glauben, dass 2020 sogar mehr als die von der Bundesregierung angestrebte Million Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sein werden, nur 29 % halten die Million für zu optimistisch. 31 % legen sich nicht auf eine Zahl fest, halten Emobility jedoch für den richtigen Weg. Machen Sie auch mit!

Lautlos im Weltraum


Für einen Moment fühle ich mich wie im Science-Fiction-Film. Vor mir eine Ape, dieses knatternde Verzichtsmobil, Symbol für Romantik und die gute alte Zeit. Ich im Karabag 500E, fast lautlos dahingleitend, ein Symbol für die Zukunft der individuellen Fortbewegung. Hinter mir ein BMW X5, ein Sprit fressendes Monster, ein Dinosaurier, der sich kurz vor dem Aussterben befindet. Reite ich auf einem Zeitstrahl?

Okay, komm wieder zu dir. Das ist doch alles so neu nun auch wieder nicht für dich. Du hast schon einige Male am Steuer eines Elektroautos gesessen. Reiß Dich, verdammt noch mal zusammen!

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Was denken Sie über Elektromobilität?


Eine Million Elektroautos im Jahr 2020 auf deutschen Straßen hat die Bundesregierung angekündigt. Ist das realistisch? Stimmen Sie ab!

Ohne Sprit geht`s beim E-Mobil nicht


Wer ein reinrassiges Elektroauto wie den 500 E an einer klassischen Tankstelle sieht, könnte sich wundern, vor allem, wenn der Fahrer mit der Tankpistole Superbenzin zapft. Des Rätsels Lösung: Die umgerüsteten Fiats haben einen Acht-Liter-Tank, um an kalten Tagen die Heizung zu betreiben. Ich habe sie, als es vor ein paar Tagen morgens recht kühl war, nicht zum Laufen bekommen, obwohl ich den Einschalter neben meinem rechten Knie fand und betätigte … Wer den Fiat 500 konfiguriert hat, bewies Sinn für Humor: Die Ausstattung stammt vom Modelabel Diesel, die Sitze haben kleine Jeanstaschen aufgenäht, und die Felgen sind mit dem Diesel-Indianer verziert. Also: Ohne Super geht es nicht, und auch Diesel spielt in diesem Elektromobil eine wichtige Rolle. (mav)

Was fehlt fürs E-Mobil?


Ein interessanter Kommentar von unserem Leser Frank W. Rockstroh, hier für alle zum Nachlesen:

Grundsätzlich „Ja“ zum E-Auto, doch für eine Serienfertigung noch zu früh. Erst müssen wichtige Kriterien erfüllt werden, als da sind:
-Leistungsfähigere, gewichtsreduzierte, länger haltbarere und preiswertere Batterien;
-Geringere Karosseriegewichte durch Karbon;
-Jede Tankstelle muß mit Starkstrom-Nachlade-Stationen und genügend Stellplätzen ausgerüstet sein;
-Fahrzeuge dürfen nicht teurer sein als solche mit herkömmlichem Antrieb;
-Karosseriemäßig nicht zurück in’s Isetta-Zeitalter.
-Verzicht auf E-betriebenen Luxus, wie elektr. Fensterheber, Sitzverstellung, etc. Auch auf Klimaanlagen kann man verzichten. Spart alles Gewicht, Geld und ist weniger reparaturanfällig. Zur Innenraum-Belüftung vordere und hintere Ausstellfenster, wie früher.
-Lösung der Innenraum-Heizung im Winter;
-Teilweise Stromrückgewinnung bei Bewegung des Fahrzeuges über Generatoren;
-Die Stromerzeugung zur Speisung des E-Mobils sollte ausschließlich atomar oder durch natürliche Energiequellen erfolgen um die Umwelt möglichst gering zu belasten.
-Für die „Übergangszeit“ sollte man primär auf Dieselantrieb und Gas setzen mit sparsameren Motoren und Verzicht auf Stahlkarosserien und elektrischen Luxus.
-Drosselung der Höchstgeschwindigkeit durch den Hersteller, denn nur das spart Treibstoff. Über hohe Spritpreise jammern und gleichzeitig mit 200 km/h über die Autobahn düsen ist paranoid.
-Bevor man generell E-Autos einführt muß ein Anspruchs-Umdenken der KFZ-Fahrer erfolgen, je eher, je besser. Dabei sollte der ADAC mithelfen.