Zukunftsmusik und Tagesgeschäft


Elektromobil im Biergarten (Bild: ADAC.de)

Elektromobil im Biergarten

Entwicklungsbedingt schreiben wir in diesem Blog häufig über Fahrzeuge, die noch kommen werden. Von Autos, die sich noch in der Testphase befinden oder die nur in den Köpfen der Ingenieure emissionsfrei im Kreis fahren. Schreiben wir doch einmal über etwas, was schon lange in Betrieb ist. Elektroautos, die in unserem Leben „mitlaufen“, ohne dass man dieser Entwicklung je große Beachtung geschenkt hätte. Einige laufen sogar schon so lange mit, dass sie ordentlich Rost angesetzt haben.

Wie die zwei stillen Diener im Augustiner-Biergarten in der Arnulfstraße 52 in München. Seit über acht Jahren verrichten dort zwei Elektrofahrzeuge Schwerstarbeit. Lautlos ziehen sie Berge von schmutzigen Maßkrügen von den Tischen zur Waschstraße. Die Fahrzeuge mit der Bezeichnung Flexplus sind laut Typenschild im April 2002 ausgeliefert worden, wiegen 590 Kilogramm und haben eine Kapazität von 180 Ah. Seit ihrer Anschaffung sind je Fahrzeug über 10.000 Betriebsstunden zusammengekommen. Ohne nennenswerte Probleme, wie der Hausmeister stolz verkündet.

Schreiben Sie uns: Wo ist in Ihrem Leben Elektromobilität heute schon Alltag?

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7 Antworten zu “Zukunftsmusik und Tagesgeschäft

  1. Wolfram Schiffmann

    Hallo,
    auf der Straße gab es auch mitte der 80er Jahre Versuche mit Elektroautos: In Bonn wurden damals von der Post Pakete ausgefahren, mit ganz normalen Mercedes-Transportern, eben nur mit Elektromotor und Batterie. Was aus diesem Versuch geworden ist, weiß ich allerdings nicht.
    Straßenbahnen sind nur bedingt vergleichbar, haben diese doch in der Regel kein Batterieproblem, sondern “unendliche” Stromquellen. Aber damit wurde die Technik entwickelt, die Elektro-Autos zu gute kommen kann:
    Verschleißfreies Bremsen mit den Motoren, bei gleichzeitiger Energierückführung.
    Die Beschleunigungsleistung von Elektromotoren kann man selbst an Straßenbahnwagen aus den 60er Jahren sehen, wo 2 Motoren mit je 120 KW Leistung problemlos 25 Tonnen in Bewegung setzen, wobei die Beschleunigung eher von der doch vergleichsweise schlechten Reibung des Rad-Schiene-Systems begrenzt wird als von der Motorleistung.

  2. wenn man Fremden erzaehlt dass man bereits seit Jahren ELEKTROAUTO faehrt gibt’s immer erstaunte (bis bedauernde ;-) Gesichter …

    JA – es gibt ELEKTROAUTOS schon seit JAHREN !!
    (richtige Autos 4Tuern/4Sitze/4Raeder + Kofferraum … nur halt mit begrenzter Reichweite).

    Mein Clio Electrique hat nun bereits 20.000-KM mit
    neuen Lithium Akkus hinter sich gebracht; Wechsel in 2008 von NiCa zu Lithium (von 350kg
    auf 65kg bei gleicher Reichweite ~80KM).

    Es wurden bereits Mitte der 90er ELEKTROAUTOS (in SERIE !!!) gebaut – meist aber im AUSLAND …
    Diese ‘electriques’ fahren heute noch – sie werden sogar als Gebrauchtfahrzeuge aus Frankreich geholt um dann hier in ‘neuen e-Mobil Projekten’
    als Testfahrzeuge zu fungieren (da man ja hierzulande kaum was ELEKTRISCHES kaufen kann!) => 60 “electriques” stellt BELECTRIC- Drive der Modellregion „Unterfranken“ zur Verfügung …

    Einfach mal nach Clio/Kangoo/Express/Saxo/AX/106/Partner/Berlingo electrique suchen (werden z.T. auch als Reimport bei mobile.de angeboten).

    Ebenso fahren auch noch ein paar Golf-CityStromer / Ford-Ranger-EV / Chevrolet S10 Electric / City-ERK / Volta / ElCat / Think und viele weitere “Exoten” in -D- herum …
    nur eben seeehr wenige (aber die wenigen EV-
    Fahrer kennen sich meist untereinander – sind z.T. gut organisiert … elweb/Drehstromliste/LemNet/BSM/ usw.)

    Mein erster EV-Kontakt hatte ich bereits in den 80ern beim RWE – damals fuhren dort dutzende
    Hannomag/MB Transporter als “Shuttle Busse” fuer Mitarbeiter und Botenfahrten !!!
    http://www.mercedes-benz-classic.com/content/classic/mpc/mpc_classic_website/de/mpc_home/mbc/home/knowledge/legends/history_van/1955-1993.0004.html

    zum Abschluss einfach mal hier etwas stoebern:
    http://www.evalbum.com/

    ebenso einfach mal nach Golf CityStromer / Opel Astra Impuls / Ford EcoStar suchen …

    http://www.ika.rwth-aachen.de/forschung/veroeffentlichung/1997/11.-17.12/index.php

  3. Segway… selber schonmal benutzt für eine Stadtführung… tooles Gefährt!
    Auf dem Gäubodenvolksfest hier in Straubing benutzt der Sanitätsdienst Segways zur “Patrouille” und um im Bedarfsfall mit Baulicht und Sirene schnell durch die Menschenmassen zu kommen.

  4. Michael Bluhm

    Als Schüler habe ich in den Katakomben des Krankenhauses Berlin Friedrichshain gearbeitet.
    Wer die kennt weiß, dass es Kilometer an unterirdischen Wegen in diesem Kh gibt, die allesamt mit E- Karren und Anhängern befahren wurden. das ganze aber nicht nur unter der Erde, sondern auch Oberirdisch.

  5. Michael Bluhm

    Mir fällt dabei der E- Stapler ein, der mich als Lehrling in der Papierherstellungsindustrie begleitet hat.
    Tonnen von Zellstoff, Papierrollen, Bäumen usw.
    Im Freien auf dem Holzplatz mit Greifer oder Gabel.
    In der Produktionshalle mit Kilometern an täglicher Fahrstrecke auf und ab, hin und her. Mindestlaufzeit bei 2 Tonner E- Staplern 8 h.
    Das waren und sind E- Mobile.
    Stellt sich mir nur die Frage wie die Entwicklung von 1976/78 bis heute in diesem Bereich weiter gegangen ist.
    Die müssen doch auch mehr leisten können als damals.

  6. Schreiben Sie uns: Wo ist in Ihrem Leben Elektromobilität heute schon Alltag?

    Da allgemein nach Elektromobilität und nicht nach Elektrostraßenfahrzeugen gefragt wurde, fällt mir als erstes ein: Eisen- und Straßenbahnen, Oberleitungsbusse, Golfmobile und im weiteren Sinn von Elektromobilität dann auch noch diese rollenden Bürgersteige (z.B. an Flughäfen).

    • Hallo,
      in meinem beruflichen Alltag spielt Elektromobilität eine Hauptrolle. Ich bin in der Instandsetzung von Batterien für Elektro Staplern und Elektro Schleppern tätig.
      Wie im eingang schon beschrieben gibt es diese art von E-Mobilität schon lange. Täglich fahre ich auf dem Werksgelände meines Arbeitgebers mit einem 40!!! Jahre alten Elektroschlepper. Nach seinem Dienst als Zugfahrzeug dient er mir jetzt als Transportmittel um zu defekten Fahrzeugen im Werksbereich zu kommen.
      Es ist ein Fahrzeug mit einer 80V Batterie mit ca. 400Ah. In meinem Umfeld bewegen sich täglich ziemlich zuverlässig über 400 Elektrofahrzeuge. Letzte woche haben wir gerade zwei neue E-Schlepper mit Ladefläche bekommen die auch tauglich für eine Strassenzulassung haben. Die Fahrzeuge haben eine Höchstgeschwindigkeit von 40Km/h und sind sehr Spritstark.
      Also, es gibt Elektromobilität schon lange und sie ist ständig unter uns oder für uns im Einsatz.