Gemütlich ins Ziel


Die Challenge ist vorbei. Die Gewinner stehen bald fest.

Mit müden Augen kommen die Teilnehmer der Eco-Drive-Challenge  wieder am Flughafen Tempelhof an. Es war ein langer Tag,  alle fahren ganz gemütlich durch das Ziel. Aber aussteigen dürfen sie noch nicht. Denn die Minuten der Wahrheit stehen an: Beim Nachtanken an der Zapfsäule zeigt sich, wie groß die Chancen sind, die Eco-Drive-Rallye und damit einen neuen Satz Reifen zu gewinnen. Alle Tricks werden nochmal ausgepackt. Johannes Hör und Philipp Stößel schieben ihren Citroen auf den letzten Metern. Doch wird es für den Sieg reichen?

Zur Erinnerung: Der Wert an der Zapfsäule ist nicht entscheidend. Es kommt auch darauf an, wie viele Strafpunkte man bekommen hat, wenn etwa die vorgegebene Zeit für Streckenabschnitte nicht eingehalten wurde. Der erste Citroen fährt an die Zapfsäule vor. Die Kameras richten sich auf die digitale Anzeige: 12,97 Liter zeigt sie an – und das auf rund 325 Kilometer. Ein respektabler Wert, gefahren von Esther uns Sarah Legermann. Das bedeutete: Etwa 3,9 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer.

Zeit der Wahrheit. Die Anzeige kann nicht lügen.

Wer dachte, dass sich die Nachtankwerte bei etwa 12-13 Litern für rund 325 Kilometer einpendeln würden, hatte sich getäuscht. Das nächste Fahrzeug ist von Esther und Sarah. Sie blicken gespannt auf die Anzeige. Bei 12,9 Litern bleibt sie stehen. Doch sie sind nicht zufrieden. “Wir haben uns um einige Kilometer in Potsdam verfahren, dort, wo wir uns eigentlich ganz gut auskennen”, sagen sie.

Und in der Tat könnte das entscheidend gewesen sein. Beim nächsten Citroen bleibt die Anzeige bei etwa 9,7 Litern stehen. Es ist das Auto von Johannes Hör und Philipp Stößel. Der Bestwert liegt bei 9,3 Litern über die 325 Kilometer.

Die ersten Audi A8 rücken nach: Sie übertreffen den Wert der Citroens deutlich, obwohl sie ja die gleiche Strecke gefahren sind. Die Anzeige bleibt bei vielen Audis  bei etwa 20 Litern stehen. Für ein Auto dieser Größe, mit Vollausstattung, auch ein beachtlicher Wert.

Erleichtert und lächelnd steigen die ersten Fahrer aus. Etwa 325 Kilometer Schnitzeljagd haben sie hinter sich, ohne Klimaanlage und bei schwülem Sommerwetter. Es musste ja Sprit gespart werden bei der Eco-Drive-Challenge. Die Veranstalter wussten bereits vor der Ankunft der Autos, wer in welcher Wertung (Citroen oder Audi) gewonnen hatte. Die Ergebnisse hielten sie erst mal geheim. Die Spannnung stieg bis zur Siegerehrung, obwohl durch die Tankwerte bereits klar war, wer Chancen auf den Titel hat und wer nicht. Die Ehrung verzögert sich ein wenig bis nach 17 Uhr.

Müde aber noch gut gelaunt. Die Legermann-Geschwister haben sich verfahren und so ihre Chance auf den Sieg vergeben.

An sich kann man sich ja Besseres vorstellen, als einen halben Sonntag Nachmittag auf einem ehemaligen Flugplatz zu verbringen und bei bestem Wetter eine 300 Kilometer-Rundfahrt um Berlin herum zu machen. Aber bei der Challenge Bibendum macht man eben eine Ausnahme, wenn sie schon mal in Deutschland gastiert. Letztes Jahr war sie noch in Rio und ist jedes Jahr in einem anderen Land.

Erst mal entspannen heißt es jetzt für alle Fahrerinnen und Fahrer. Sarah Legermann holt aus dem aufgeheizten Auto einen verschmolzenen Schokoriegel aus ihrer Tasche. Er ist nicht genießbar. Sie verzichtet. Beide sind froh, dass es jetzt erst mal vorbei ist: Raus aus dem überhitzten Auto rein in die frische windige Luft am Tempelhof.

Durchatmen.

Text: Hüseyin Ince

Fotos: Markus Altmann

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