Von wegen „Elektrolüge“


(Foto: Martin Hangen)

Laden statt Tanken: Elektromobilität ist nur sinnvoll, wenn zusätzliche Mengen an erneuerbarer Energie in den Markt eingeführt werden. (Foto: Martin Hangen)

Für den ADAC ist die Studie des Öko-Instituts, die Elektroautos keinen so starken Beitrag zum Klimaschutz beimisst wie bislang angenommen, keine Überraschung. Deswegen aber von einer „Elektrolüge“ zu sprechen, wie dies einige Medien tun, ist – so der Automobilclub – keinesfalls gerechtfertigt.

Schon seit geraumer Zeit weist der ADAC darauf hin, dass Elektromobilität nur Sinn ergibt, wenn zusätzliche Mengen an erneuerbarer Energie in den Strommarkt eingeführt werden. Den Grund für die nicht ausreichende Klimabilanz sieht das Öko-Institut in den Strommengen, die durch E-Autos verbraucht werden. Deshalb muss laut ADAC der Anteil an erneuerbaren Energien erhöht werden. Außerdem muss die Infrastruktur für die Zukunftstechnologie schnell entwickelt und aufgebaut werden.

Mit modernen und besonders sparsamen Diesel- und Benzinmotoren ist ein großer Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dennoch müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um parallel dazu die alternativen Antriebe, darunter auch die Elektromobilität, weiter voranzutreiben.

Eine Liste aller bereits erhältlichen Elektroautos finden Sie hier.

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10 Antworten zu “Von wegen „Elektrolüge“

  1. Ein E-Auto ist kein Umweltsünder solange es mit erneuerbarer Energie versorgt wird, sonst ist das Gegenteil der Fall. Konventionelle Kraftwerke stoßen ja sehr viel CO2 aus, und das muss ja einkalkuliert werden.

  2. Mal ehrlich: Wer kauft sich denn in den nächsten 5 Jahren E-Autos? Das sind die besser verdienenden (Unternehmer, Ärtze, Steuerberater, Juristen, etc.), die auf Nachhaltigkeit wert legen, ein großes Haus mit PV-Anlage auf dem Dach haben und sicher nicht den (dreckigen?) Strommix der Großkonzerne kaufen. Von daher ist das ganze CO2-Gesülze eigentlich hinfällig. Ein Stadtbewohner, der in einer Wohnung wohnt, wird sich kein teures E-Auto kaufen, das er dank ÖPNV eigentlich kaum braucht.

    Wie hier schon angemerkt wurde, hat der erneuerbare Anteil im Strommix in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Inzwischen sind wir bei 20%! Dieser Anteil wird sich in den nächsten Jahren deutlich erhöhen.

    http://news.toptarif.de/strommix-2011-erneuerbare-energien-extrem-wichtig/

    Noch ein Hinweis: Einige Öko-Stromanbieter haben in ihrem Preis eine “Neuanlagenförderung” enthalten. D.h. wer dort Strom bezieht kauft nicht nur sauberen Strom, sondern trägt auch direkt zum wachsenden erneuerbaren Anteil im Strommix bei.
    Stromanbierter wechseln geht ganz einfach. ;-)

  3. Völlig richtig, und das jeden Tag, denn jeden Tag gehen neue Wind- und Solarkraftwerke ans Netz, d.h. jeden Tag wird Strom grüner. Genau das Gegenteil passiert beim Öl und wenn erst im richtig großen Maßstab Öl- und Teersande angefasst werden – wie in Kanada – dann sind die Vorlaufemissionen pro Liter Öl größer als die Emissionen, die beim Verbrennen entstehen.

  4. Noch was @ ADAC:
    ist Euch noch gar nicht aufgefallen bzw. hat Euch noch keiner gesagt, dass es (zumindest mit IE8) nicht möglich ist, eine Bewertung des Artikels abzugeben?
    Das Problem besteht seit einigen Wochen: wenn man die Sterne anklicken möchte, springt das Bild darüber!!!

    • ADAC Motorwelt Blog-Team (tn)

      Sehr geehrter HelmutH,

      vielen Dank für den Hinweis. Das Problem ist uns bekannt, wir arbeiten an einer Lösung.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr ADAC Motorwelt Blog-Team

  5. Da drängt sich mir dann doch GANZ EXTREM der Gedanke auf, inwieweit das sog. “Öko-Institut” seine Wurzeln ganz nah an der bewussten (zum Glück mittlerweile gaaanz kleinen) Partei hat, die aber immer noch meint, sie hätte was zu sagen…
    Man beachte die aktuelle Aktion vom derzeitigen Vorsitzenden:
    der möchte schon wieder den Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg .
    Ich hoffe, ich habe richtig gezählt ;-)
    Genaueres siehe z. B auf campact.de.

    Und ganz grundsätzlich dazu:
    Sowas kann auch nur jemand schreiben, der sein Häuschen im Grünen und fernab der Hauptstrassen in der Stadt hat…
    Es gibt eine Menge “Umweltschutz-Kriterien.
    EINER der WESENTLICHEN Gründe für E-Antrieb ist die LUFT in den Grossstädten!

    Hat das dort immer noch keiner begriffen???

    • Ja, Helmut, völlig richtig! Lärm und direktes Emissionen belasten insb. die Menschen in den Städten, auch einer der Gründe für den Elektroantrieb.

  6. Interessant ist zu diesem Thema auch dieser Artikel: http://www.zukunft-mobilitaet.net/7102/analyse/elektroautos-co2-wahrer-ausstoss-stromerzeugung/

    Der Autor geht auch kurz auf die Zusammenhänge zwischen Stromerzeugung, Strommix und den realen Emissionen von Elektroautos ein. Ich glaube, der Artikel stellt im Vergleich zur Studie die betrachtete Problematik ein bisschen einfacher dar…

  7. Ein wenig bessere Recherche von den Medien hätte gereicht und es wäre nicht wieder ein so unsäglicher Unfug geschrieben. Kurz auf der Internetseite vom Öko-Institut nachgeschaut und man findet folgende Aussage: Die Elektromobilität ist langfristig notwendig für den Klimaschutz und kann bereits bis zum Jahr 2030 eine wichtige Option für den klimafreundlichen Verkehr sein. Das Öko-Institut distanziert sich daher von der pauschalen Behauptung, dass Elektrofahrzeuge eine „Ökolüge“ darstellen. Entscheidend für die Wirkungen auf die Treibhausgasbilanz und die Weiterentwicklung dieser Verkehrsoption sei vielmehr der rechtzeitige und forcierte Ausbau der erneuerbaren Energien. In welchem Umfang dies passieren müsse, zeigten die Forscher in der Mitte Januar veröffentlichten Studie OPTUM.

    Die läppischen 2TWh die 1Mio. Elektroautos in etwa im Jahr verbrauchen würde stellen gerade mal 0,32% des im Jahr 2010 produzierten Strom dar. 2020 wird der Anteil an Ökostrom bei 50% liegen. Demnach würden die Elektroautos gerade mal rund 0,6% des erzeugten Ökostrom verbrauchen!

  8. Es mag sein, dass mit dem heute vorhandenen Strommix die ökologischen Vorteile von elektrischen Antrieben im Vergleich zu sparsamen Benzin- oder Dieselmotoren noch nicht sehr groß sind.
    Es gibt aber einen wichtigen Unterschied der schon jetzt eher für den elektrischen Antrieb spricht:
    Ein moderner sparsamer Diesel behält die Verbrauchseigenschaften und Emmisionen des Antriebs bis zu seinem (Gebrauchs-)Ende im wesentlichen bei. Wenn in dieser Zeit weitere Fortschritte in der Motorentechnik erzielt werden, profitieren ältere Fahrzeuge nicht davon, wenn man keine Nachrüstung macht.
    Beim elektrischen Antrieb verbessert sich die Umweltbillanz von ALLEN bis dahin verkauften Elektrofahrzeugen nachträglich, sobald der Anteil von CO2-frei erzeugtem Strom am Strommix zunimmt.
    Deshalb ist der momentane Strommix kein Hinderungsgrund schon jetzt auf ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug zu wechseln, wenn die Reichweite zum Benutzungsprofil passt und entsprechende Lademöglichkeiten zu Hause oder am Arbeitsplatzt eingerichtet werden können.
    Denn eines ist sicher. Der Anteil von CO2-frei erzeugtem Strom am Strommix wird weiter stetig zunehmen.