Die ADAC eRallye startete am Mittwoch erstmals vom Thermenplatz in Meran. Die vierte Etappe, “König Ortler” genannt, war 139,8 Kilometer lang. Für einige E-Autos war das eine kritische Distanz, da die Strecke energieaufwendig ist. Fährt man die Route zu forsch, hätte die ein oder andere Batterieladung knapp werden können. Daher war ein kurzer Aufladestopp in Laas geplant. Wenig später ging es hoch hinaus.
Ab Laas begann am Mittwoch die Gleichmäßigkeitsprüfung. Die Strecke entlang der Etsch über Prad am Stilfserjoch, Sulden und wieder zurück war nicht zu unterschätzen. Fast 3000 Höhenmeter mussten die eRallye-Teams – mit sanftem Druck auf das Gaspedal – überqueren.
Beim Zwischenstopp gab es für die eRallye-Teams was zu sehen, während die E-Autos noch einmal geladen wurden. Denn Laas hat ein Marmorwerk. Der strahlend weiße Marmor aus dem Ort ist weltweit begehrt. Und er dominiert auch das Ortsbild. Marmorkies in den Vorgärten, Gehsteige aus Marmor im Ort und Marmor-Skulpturen hinter Häuserecken. Alles strahlt weiß.
Sieger-Kür am Gletscher
Der Tagessieger der Dienstagsetappe wurde am bisher höchsten Punkt der eRallye gekürt. Ein Restaurant an der Sulden-Seilbahn auf 2600 Metern über dem Meeresspiegel bot dafür eine sensationelle Kulisse. Melanie Baltheiser und Matthias Bühler näherten sich der Dienstagsvorgabe von 45 Kilometern pro Stunde am besten. 45,9 Kilometer pro Stunde waren es am Ende auf der Etappe “Weinstraße”.
„Wir haben uns gleich zu Beginn der Etappe verfahren, Zeit verloren, und wussten, dass wir schneller als die Vorgabe fahren müssen. Energieffizient waren wir diesmal sicher nicht“, sagt Matthias. Eine Rückkehr nach Südtirol haben beide auch schon geplant: „Wir wollen nach der eRallye irgendwann zum Urlaub herkommen, um die nebelverhangenen Berge bei Sonnenlicht zu sehen.“

Für die Tagessieger vom Dienstag, Matthias Bühler und Melanie Baltheiser, ist der Opel Ampera noch zu teuer.
Vielleicht mit einem Elektroauto? „Wenn, dann würde ich mir so etwas wie den Smart leisten, aber der hat ja nicht genügend Reichweite für so lange Strecken“, sagt Melanie. Und Matthias hat eine preisliche Schmerzgrenze: „Wenn der Ampera irgendwann einmal statt über 40.000 Euro deutlich weniger, sagen wir 30.000 Euro kostet, würde ich ihn kaufen“, sagt er.
Die Gewinner der vorletzten Etappe
Am Mittwochabend wurden auch die Sieger der „König Ortler“-Etappe gekürt. Beim Abendessen im Restaurant des Botanischen Gartens von Meran waren auch der ADAC Vizepräsident für Technik, Thomas Burkhardt, und der Chefredakteur der ADAC Motorwelt, Michael Ramstetter, vor Ort.
Die Mittwochswertung haben die ADAC Mitglieder Bianca Liebscher und Mathias Müller aus Mittweida in einem Opel Ampera gewonnen. Das junge Paar fuhr nahezu exakt die durchschnittliche Geschwindigkeitsvorgabe von 48 Kilometern pro Stunde. Nur um 0,06 Kilometer pro Stunde wichen die beiden ab (48,06 km/h). Gleichzeitig gewannen sie das Südtirol-Quiz, womit sie die Gesamtführung übernahmen und gute Chancen haben, nach der Etappe am Donnerstag auch Gesamtsieger zu werden. Mit 1490 Punkten haben sie 350 Punkte Vorsprung auf die Zweitplatzierten Verena Brauchle und Thomas Pulter.
„Wir sind zu Beginn der Etappe bewusst etwas schneller gefahren und haben uns so einen Puffer geschaffen. Dadurch hatten wir zum Schluss Spielraum und konnten unsere Durchschnittsgeschwindigkeit gut regulieren. Dass es so gut funktioniert, hätten wir nicht gedacht“, sagt Mathias.
Die letzte Route
Die finale Etappe am Donnerstag von Meran nach Bozen wird über den Gesamtsieger entscheiden. Unsere Etappe „Die Historische“ ist 135,6 Kilometer lang und wird noch einmal anspruchsvoll. Die Teams müssen auf der letzten Strecke fast 2400 Höhenmeter überwinden. Am Donnerstagabend wird in Bozen der Gesamtsieger gekürt. Wir werden live für Sie bei der Siegerehrung dabei sein.





