Monatsarchiv: Juli 2010

99,9 km …


… lautete gestern Abend die Reichweiten-Anzeige im Fiat 500, mutmaßlich voll geladen. Die Reichweite im Elektroauto beginnt also da, wo bei anderen Autos langsam die Reserveanzeige zu leuchten anfängt. Elektrokilometer sind ein kostbares Gut. Da ich keine Ladestation von RWE zu Hause habe, kann ich nur beim ADAC laden, 30 km von hier. Das Wochenende plane ich deshalb genau. Bäcker: zu Fuß. Supermarkt: Fahrrad. Zum See: Elektro-Fiat. Fühlt sich trotzdem sehr gut an. (mav)

Verwirrung im Mäusekino


Reichweite ist Reichweite ist Reichweite: Nach fünf Kilometern Fahrt im Stadtverkehr verschwindet im Cockpit des E-Rollers der erste von 16 Ladebalken. 61 Kilometer verbleibende Reichweite zeigt das Kombiinstrument an. Kurze Zeit später sind es noch 57 Kilometer, beim nächsten Ampelstart lasse ich es spontan ruhiger angehen. Das Fahren mit dem Vectrix macht großen Spaß. Vor allem die Motorbremse hat es mir angetan, auch wenn sich Motorrad- und Rollerfahrer sicher erst daran gewöhnen müssen, den Gasgriff während der Fahrt nach vorn zu drehen. Dann bremst der Roller sanft ab und gewinnt sogar etwas Energie zurück. 800 Meter vor der Haustür verabschiedet sich an einer Steigung der zweite Ladebalken. Plötzlich stehen nur noch 52 Kilometer Reichweite im Tacho, in der Tiefgarage „erholt“ sich die Anzeige wieder auf 55 Kilometer. Verwirrung im Mäusekino. Beim Parken punktet der Vectrix gegenüber meiner Maschine mit Verbrennungsmotor: Er lässt sich bequem mit dem Rückwärtsgang in eine Nische
bugsieren. (jk)

Auf zwei Rädern


Der Rollentausch war rasch vollzogen: Als beinharter Biker mit entsprechender Geräuschkulisse bin ich auf meinem britischen Dreizylinder in die ADAC-Zentrale gerollt. Verlassen werde ich sie beinahe geräuschlos. Doch bevor das leise Surren einsetzt, mit dem der Vectrix E-Roller auf beherztes Drehen am Gasgriff reagiert, herrscht erst einmal Stillstand. Elektrofahrzeuge – auch einspurige – haben eben ihre kleinen Eigenheiten. Kurz vor der Schmach, den 240 Kilo schweren Maxi-Roller zur Schranke schieben zu müssen, kommt der erlösende Tipp: „Erst den linken Bremshebel ziehen, dann den rechten“, empfiehlt der Kollege vom Testfuhrpark. Es klappt. Das heiß ersehnte „Go“ erscheint neben der Tachoanzeige und ich rolle emissionsfrei vom Hof.

Tanken per Telefon


Gestern abend nach Hause, heute morgen ins Büro. Macht 60 km, Tank halbleer. Besser gesagt: Batterie halb leer. Nachfüllen an der Ladestation in der ADAC-Zentrale. Fiat-Logo abziehen, dahinter verbirgt sich der Abschluss, Kabel dort und an der Säule anstecken. Jetzt geht`s los? Nein. Die freundlichen Damen vom Empfang müssen bei RWE anrufen, dort wir die Säule freigeschaltet. Jetzt fließt der Strom.

Rechtsfahrgebot


A 92 Richtung München im Berufsverkehr. Mit 115 km/h, mehr geht nicht, sind wir zum Rechtsfahren verdammt. Seltsam: Wir fahren emissionsfrei, hängen aber auf Auspuffhöhe der Laster fest. Frischluftzufuhr zu, bis wir in der Stadt sind.

Wie heißt die Knutschkugel?


Das Elektromobil, mit dem wir seit kurzem fahren, hat verschiedene Namen. Bei der italienischen Firma Micro-Vett, die die Fahrzeuge mit Elekroantrieben ausstattet, heißt es e500. Beim deutschen Importeur Karabag wird der Wagen 500 Electro PKW genannt. Die Basis ist natürlich ein Fiat 500, die Turiner haben aber mit dem Elektroumbau nichts zu tun. Deshalb ist der Wagen offiziell kein Fiat. Wie darf man den Wagen nun nennen? Trotzdem Elektro-Fiat? 500 E? Elektrische Knutschkugel? Meinem Bäcker habe ich den Wagen heute morgen als Fiat mit Elektromotor vorgestellt. Was kostet der, wollte er wissen? Über 40.000 Euro. Da musst du viel Sprit sparen, hat er gesagt. Und: Aber wenn es irgendwann  keinen Sprit mehr gibt, werden wir froh sein, dass es die Technik gibt.

Vom Öl zum Strom


Die aktuelle Titelgeschichte der ADAC Motorwelt (August-Ausgabe) beleuchtet das Thema Elektromobilität in Deutschland umfassend – hier zum Download das Cover und die Geschichte jeweils als pdf. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Zur Schwerpunktgeschichte Elektromobilitaet

Zum Cover

Tanken forever


Wir rechnen gerade: Wir  haben 50.000 Kilometer in zwei Jahren geleast, was heißt das? Momentan glaube ich, man muss alle 100 Kilometer tanken. Das heißt,  500 Mal an die Steckdose in zwei Jahren. Bin ich krank oder ein Pionier? (ram)

Motor failed


Kilometer 690. Schrannenhalle im Stadtverkehr. Motor failed. Nix geht mehr. Straßenrand. Was tun? Ausschalten. Schlüssel drehen. Auto schnurrt weiter. Durchatmen. Der Termin in der Stadt kann pünktlich stattfinden.

E-Mobile im Alltagstest


Die ersten Autos mit elektrischem Antrieb sind in Deutschland im Testbetrieb unterwegs. Dazu gehören jetzt auch rund 250 Karabag 500 E: vollwertige Elektroautos im Kleid eines Fiat 500. Sie wurden im Auftrag des Energiekon­zerns RWE in Italien umgerüstet, sind rund 100 km/h schnell, und eine Batterieladung reicht für etwa 200 Kilometer – je nach Fahrweise …
Drei Karabag 500 E hat RWE gerade an den ADAC ausgeliefert, der sie zwei Jahre lang im Alltagseinsatz testet. ADAC Prä­sident Peter Meyer wird ein solches Auto in Köln fahren, die Chefredaktion der ADAC Motorwelt in München, und auch die Ingenieure des ADAC Technik Zentrums in Landsberg werden eines der pfiffigen Fahrzeuge nicht aus den Augen lassen. Wie sich die Karabag 500 E als Pendler- oder Stadtauto bewähren, können Sie in einem aktuellen Internet-Blog verfolgen und mit den Testfahrern diskutieren. ­Sagen Sie uns Ihre Meinung zur E-Mobilität – ab sofort unter http://www.adac.de/emobility.
Der ADAC stellt selbstverständlich auch unbequeme Fragen wie: Wo kommt der ­alternative Treibstoff der Zukunft her? Und er wird in den nächsten Monaten die Klimaeffekte diverser Energiequellen dokumentieren und deren Kosten-Nutzen- sowie Umweltbilanz präsentieren.
Als neutrale Plattform für alle Verbraucher­fragen zu alternativen Antrieben hilft der Club Politik und Wirtschaft, die gewaltigen Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Die individuelle Mobilität zu sichern, den CO2-Ausstoß weiter zu begrenzen und fossile Energieressourcen zu schonen. Eine Herkulesaufgabe. Doch die ADAC-Techniker und Verbraucherschützer sind guten Mutes: Technisch ist alles möglich! An Elektromobilität führt mittelfristig, also bis 2040, kein Weg vorbei.
Wir befinden uns mitten im Zeitalter der Brückentechnologien. Deshalb ist genaues Hinschauen oberstes Gebot. Dies gilt besonders für die Elektrifizierung der Motoren: vom Start-Stopp-System bis zu Hybridantrieben mit und ohne Steckdose. Sie sind die Brücken zum rein batteriebetriebenen Fahrzeug. Bei aller Euphorie um das Elektroauto sollte jedoch nicht ver­gessen werden, dass unsere heutigen Pkw deutlich weniger verbrauchen könnten, als sie dies bisher tun. Auch hier ist der ADAC Treiber und Plattform für gute Ideen.

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