Urbaner Ausflug


Wenn der durchschnittliche Deutsche kaum mehr als 40 Kilometer am Tag fährt (siehe „Die Sache mit der Reichweite“), müsste das ja auch auf mich zutreffen, oder? Jetzt will ich es genau wissen und stürze mich in die City. Wieviel Kilometer werde ich nach einem halben Tag in der Stadt auf der Uhr haben?

Auf dem Programm stehen Erledigungen, Behördengänge, Freunde besuchen, und abends noch kurz in den Biergarten. Um es vorweg zu nehmen: Ich hatte überhaupt keine Schwierigkeiten mit der Reichweite. 45 Kilometer in der Großstadt mit unzähligen roten Ampeln und nervigem Stop-And-Go-Verkehr konnten der Ladeanzeige nur ein müdes Lächeln abringen. Gerade mal 35 Prozent Akkukapazität hat mich der urbane Ausflug gekostet – wo ist also das Problem?

Gerade in der Stadt, wo sich Autos mit Verbrennungsmotoren ordentlich eine hinter die Binde gießen, scheint der Elektro-Fiat in seinem Element zu sein und nicht übermäßig Saft zu ziehen. So mein Eindruck. In die Stadt passt der kleine Fiat einfach am besten. Ich muss trotzdem hin und wieder schmunzeln, denn die Straßenbahnen sirren genauso wie der knuffige Italiener. „Die Fahrkarten bitte…“ (jw)

6 Antworten zu “Urbaner Ausflug

  1. Der Preis eines Fahrzeugs.
    Sabrina hat schon recht, wenn die Zukunft am Preis scheitert. War so, ist so und wird immer wieder so sein. Aber auch der preis bricht irgendwann zusammen.
    Unsere Home- Video-DVD-Spiel und Fernsehtechnik ist dafür ein gutes Beispiel.
    Kann sich jemand noch an die ersten dünnen fernsehgeräte und ihren Preis erinnern.
    Wenn ich hin und wieder zum Recyclinghof fahre staune ich nur, wie viele Schwergewichte von alten Fernsehern in den Containern liegen.
    Massenproduktion durch unzählige Hersteller haben den Preis so nach unten getrieben, dass jetzt das große Jammern der Hersteller zu hören ist, man müsse wieder die Preise anziehen.
    Jammern gehört bekanntlich beim unternehmer zu Grundausstattung seiner Existenz. Und wir verbraucher Jammern auch, weil es zu teuer ist.
    Ohne Jammern geht es wohl nicht, aber es wirkt mal in die eine und mal in die andere Richtung.
    Beim E- Mobil wird es genauso sein und dennoch wird sich diese Technik durchsetzen und die Preise fallen.

  2. >>>Wenn man einmal erkannt hat, dass dieser Technologie die Zukunft gehört, dann will man auch dass diese Zukunft möglichst bald beginnt….<<<

    Als das erste E- Auto losdonnerte, ich meinte natürlich lossurrte, waren die Rahmenbedingungen sehr schlecht für eine Fortsetzung.
    Doch die Zukunft hatte begonnen.
    Es waren die Superreichen die dafür sorgten, dass es überhaupt ein Auto auf den Strassen gab, und sie hatten garantiert dekadenten Spass, wenn sie dem Chauffeur zusehen durften wie der die Kurbel des Anlassers eines Verbrennungsmotors drehte.
    Zur gleichen Zeit gab es Hinterhöfe mit Kleinverdienern (meist Frauen) die nicht einmal elektrisches, geschweige denn Gaslicht hatten, sondern mit Kerzen und Petrolium leben mussten.
    Das ganze ist etwas mehr als 100 Jahre her.
    Was haben wir heute?
    Ja, es mag sein, dass die "Reichen" Spielzeuge brauchen und uns "Armen Tölpeln" suggerieren, dass wir so etwas auch haben müssen.
    Die "AT" haben sich aber nicht alles aufschwatzen lassen wie man heute sieht.
    Somit gab es eine zeit wo sich nicht jeder ein Auto leisten konnte. In der nahen Zukunft wird sich so wie heute auch nicht jeder ein Auto leisten können und die Fahrzeuge werden sicherlich nicht alle unbedingt in Hochlohnländern hergestellt werden.
    Allein die Verteilung der Technologie über den gesamten Globus fördert eine enorm schnelle Entwicklung und z.B. die Chinesen, als Weltmeister der schlechten Kopie, sorgen heute schon für Nervenzusammenbrüche in den Vorstandsetagen der Hightechindustrie.
    Was sich einst als Zukunft erwies, hat heute reale Chancen eine Fortsetzung zu bekommen an der niemand mehr vorbeikommt. Unabhängig ob er sich das leisten kann oder nicht.
    Wer diesen Viorgang antreibt oder beschleunigt ist ebenfalls unwichtig. Aufhalten kann man es nicht mehr.
    Die Plattform ADAC ist ideal dafür jeden anzusprechen der sich mit seiner eigenen, zukünftigen, individuellen und motorisierten Fortbewegung beschäftigt.
    Dabei kommen Fakten und Wissen so dicht zusammen, dass in dieser Vorstufe einer neuen Fahrzeuggeneration schon auf die Hersteller Einfluss genommen wird.
    Nehmen wir an, ein Hersteller X liest in diversen Medien, dass z.B. 40 % der Autofahrer ein Dreirädriges Fahrzeug haben wollen, weil die reifenpreise unerschwinglich werden könnten.
    Würde ein Konzern an dieser Marktanalyse achtlos vorbei gehen?
    Siehe heute der schnelle Umschwung vom Groß- zum Kleinauto. Selbst die USA haben jetzt Probleme mit ihrem Autogrößenwahn.
    Fazit: Wir haben es in der Hand ob die Zukunft wieder abgewirkt wird, oder endlich ein Fundament erhält.

    Es wird für alles immer Pessimisten geben und wenn man unbedingt will findet man in jeder Suppe ein Haar. Sorgen wir hier und anderswo, dass man so wenige Haare in der Suppe findet wie möglich.

  3. „…Ist dieser Blog also eigentlich derzeit nur was für Superreiche und Technikfreaks?“
    Meiner Meinung nach ist der Blog keineswegs nur für die o.g. Zielgruppen relevant sondern durchaus für den „Normalbürger“. Wenn ab 2011 die ersten in Serie gebauten EV am Markt verfügbar sind, dann sind die Erfahrungen (Buchstäblich), die der ADAC als Vertretung seiner Mitglieder mit der neuen Technik sammelt, sehr wertvoll, wenn es darum geht eine Kaufentscheidung für/gegen ein EV zu treffen. Es soll jede(r) abwägen können, ob ein EV mit der gegebenen Reichweite als Fahrzeug für den Alltag in Frage kommt oder nicht.
    Deshalb finde ich die Aktivitäten des ADAC in diesem Bereich das Beste, was uns Verbrauchern passieren kann – Eine (hoffentlich) unabhängige/ungeschönte Sicht auf die Dinge. Hoffentlich werden durch diese Tests viele der Vorurteile gegenüber EV abgebaut und das notwendige Vertrauen in die Technik geschaffen, so dass die Transformation des Individualverkehrs hin zu EVs beschleunigt wird.

    Wenn man einmal erkannt hat, dass dieser Technologie die Zukunft gehört, dann will man auch dass diese Zukunft möglichst bald beginnt….

    • Das Thema hat doch gar nichts mit Reichtum oder Armut zu tun. Es geht doch um die grundsätzliche Frage nach der Zukunft unserer individuellen Mobilität. Erfahrungen und Meinungen austauschen bringt da doch eine ganze Menge.

  4. Sabrina hat genau recht, Spass der Superreichen: Voll geil, mein 4000 Euro teurer Rasenmäher-Roboter ist durchgedreht und in den Gartenteich gefahren. Die 4000 Euro, Peanuts, der Spassfaktor zählt und der hatte es in sich, die High-Society hat ihren Tratsch!

    Wo wir gerade beim Thema sind, schon mit dem E-Auto bei Überschwemmung unterwegs gewesen? Die Superreichen würden vermutlich ein Spiel draus machen: Welches E-Auto überlebt am längsten bei strömendem Regen! Der arme Schlucker lässt es da besser in der Garage und steht ängstlich mit dem Föhn bereit, bereitet sich schon einmal vor auf seinen ersten Herzinfarkt.

    Aber wir sollten das auch positiv sehen: Die Superreichen bringen mit ihren extravaganten Spielchen ja auch die Technik voran: Just for fun!

    Daher fand ich den Kommentar von Sabrina gut, weil sie die Sache auf den Boden zurück bringt und sich über „den kleinen Mann“ Gedanken macht und genau darin auch das grosse Problem sieht: Ist dieser Blog also eigentlich derzeit nur was für Superreiche und Technikfreaks?

    >>In die Stadt passt der kleine Fiat einfach am besten.
    Wie ich schon in einem alten Kommentar sagte: E-Auto, ein importiertes Problem (eurasische Megastädte, da gibt es REAL zu hohes CO2, Staub und Asthmagefährdung), aber mit zukünftiger Exportgarantie „Made in Germany“? Zählt man also darauf, dass die eurasische Masse die Produktion (sowohl in den Produktionskosten, als auch im Absatzsinne) so stark antreibt, dass doch noch ein E-Volksauto für die städtischen Massen der sich entwickelnden Länder draus wird? Mein Kollege sagte z.B. er wolle sich so ein indisches E-Auto kaufen, das würde nur 6000 Euro kosten. Weiss Gott was das für ein Ritscha-Auto ist. Aber keine Sorge, für den Qualitätsstandort Deutschland wird nicht nur Miele etc. sich in Asien gut machen, auch ein Auto „Made in Germany“ darf schon teurer sein! Nun, es ist ja einer der Gründe, warum wir hier gerade diskutieren, damit das in Zukunft auch so wird! Wir hier sind die integrierte kostenlose Entwicklungsumgebung. Korrektur: Wir sind die kostenpflichtige Entwicklungsumgebung, denn wir zahlen ja die Kinderkrankheiten dieser Prototypen hier in Deutschland BEVOR diese Systeme exportreif sind und einen BOSCH-Stempel oder Mercedes Stern drauf haben😉

  5. Für einen Stadtflitzer ist das gerade das richtige Fahrzeug. Wenn man aber nach einer, für kleine Einkommensgruppen „günstige“ Lösung sucht, dann ist das leider nicht das Lösung.
    Da ist die Reichweite bei den „Rollern“ und „Mopeds“ gefragt und da sieht es eher düster mit der Reichweite aus.
    Ich wollte ja auch umsteigen und alleine durch die Anfahrt zur Arbeit, eine ganze Menge Geld sparen aber da habe ich bisher keinen Roller gefunden, der am Tag ohne zwischndurch aufzuladen, 70 km schafft – zumindest keinen „Bezahlbaren“.
    Der, der mir zuletzt auf den Hof gestellt wurde, wurde mit ca. 60 Km Fahrstrecke angegeben schaffte aber gerade mal 25 – also gleich zurück damit. Durch diese Kommentare hier habe ich aber einen gefunden, der 100 km schnell ist und 80-bis 90 km zurücklegen können soll. Der hat allerdings auch einen stolzen Preis von weit über 5000 Euros…..
    Und da ist der Hund begraben – wer kann sich das als Kleinrentner oder Mini-Jobber denn überhaupt leisten.
    Wenn ich Kohle genug habe, dann ist es mir egal, wieviel Sprit meine Karre benötigt – wenn ich aber rechnen muß, dann sieht das schon ganz anders aus – oder???
    Gruß in die Runde
    brittaco

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