ADAC Autotest: Karabag 500 E mit Schwächen


In der morgen erscheinenden Motorwelt berichten wir über den ADAC-Test des Karabag 500 E. Er erreicht lediglich eine Gesamtnote von 4,1; einer der Gründe fürs schlechte Abschneiden liegt am fehlenden ESP. Den ganzen Motorwelt-Beitrag können Sie hier schon jetzt als pdf downloaden: Microvett-TestMWE

Viel Vergnügen. (mav)

11 Antworten zu “ADAC Autotest: Karabag 500 E mit Schwächen

  1. Das Problem ist tatsächlich, dass die Vorläufer der Benzin- und Dieselproduktion in die Emmissionsberechnungen nie einbezogen wurden.
    Also wäre beim nächsten Test eines EV doch ein Vergleich angebracht, der diese Punkte mit einbindet und z.B. den originalen Fiat 500 neu bewerten müsste, um ihn Vergleichsweise dem E 500 gegenüberstellen zu können.
    Wenn wir, wie die Politiker, Äpfel mit Birnen vergleichen kommen wir nicht weiter.
    ABS, ESP und dieser gigantische elektronische Humbug hat nichts mit der Fähigkeit des Fahrers zu tun und scheint mir lediglich ein unnötiger Kropf der Autoindustrie zu sein, den man verkaufen muss.
    Was sagt denn der Gesetzgeber zu all dem Schnickschnack im Auto, den wir heute haben?
    Ich stelle hier jetzt zum Xten mal die Frage: “ Was muss in einem Auto vorhanden sein und was ist nicht per Gesetz vorgeschrieben?“
    Spätestens dann wenn diese Frage für jeden verständlich beantwortet wurde, wird sich herausstellen, was wir alles im Auto haben, das nicht dahin gehört.
    Sicherheit hin oder her, die Fakten beweisen, dass sehr viele Autos mit elektronischen Sicherheitssystemen in schwere und schwerste Unfälle verwickelt sind, weil die Fahrer glauben die Physik austricksen zu können und einen absoluten Glauben an diese Technik haben.
    Mit der Abwertung des E 500 wegen fehlendem ESP liegt hier der Test voll daneben.
    Trotzdem: Macht weiter so und wir bekommen ein Bild für das Neue. Ich bin mir sicher, dass die vielen Anregungen hier und anderswo dazu führen, dass wir einen Bewertungsstandard bekommen, der den gesetzlichen Vorschriften und vielleicht darüber hinaus genügen wird.

    • Ich denke, dass Sie mit Ihrer Einstellung zu den Assistenzsystemen wie ABS, ESP so ziemlich alleine dastehen. Welche Fakten meinen Sie Beweisen, dass dieses Systeme zu einer riskanteren Fahrweise führen ?
      Das Statistische Bundesamt hat für 2009 einen weiteren Rückgang der tödlichen Verkehrsunfälle ausgewiesen:
      „..Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden war im Jahr 2009 aber weiter rückläufig, sie ist um 3,1 % auf 310 806 zurückgegangen. Bei diesen Unfällen verunglückten insgesamt 401 823 Fahrzeugbenutzer beziehungsweise Fußgänger, das bedeutet einen Rückgang um 2,8 % gegenüber 2008. Erneut deutlich abgenommen hat die Zahl der Menschen, die auf deutschen Straßen ihr Leben verloren. Im Jahr 2009 waren es mit 4 152 Menschen 325 Personen oder 7,3 % weniger als im Jahr 2008…“
      Link: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Verkehr/Unfallentwicklung20090710,property=file.pdf

      Die technische Ausstattung mit ABS, ESP, Airbag usw. hat mit Sicherheit dazu beigetragen.
      Diese Systeme treten im normalen Fahrbetrieb selten in Aktion, aber helfen im Grenzbereich, das Fahrzeug noch zu beherrschen oder die Unfallfolgen zu mildern. Deshalb sollten für EV dieselben Maßstäbe für die aktive und passive Sicherheit gelten wie für alle anderen Fahrzeuge.

      Es handelt sich hier um einen Exoten, der in „Handarbeit“ohne die Engineering Ressourcen eines Großserienherstellers zusammengebaut wird.
      Sie werden sehen, dass in den Serien-EV ABS, ESP und evtl. neue Assistenzsysteme selbstverständlich sind.
      Durch die bessere Regelbarkeit des elektrischen Antriebes gegenüber dem Diesel- oder Benzinmotors, sind wahrscheinlich sogar bessere Regelsysteme möglich für noch mehr Sicherheit.

      In diesem Sinne bin ich mit der Bewertung des Karabag E500 in dieser Beziehung voll einverstanden. Und mir ist es egal, was das Gesetz als Minimum vorschreibt.

      Was der/die einzelne Fahrer/Fahrerin daraus macht, steht auf einem anderen Blatt. Langfristig wird nur eine Geschwindigkeitsbegrenzung und deren Durchsetzung helfen die Zahl der schweren Unfälle zu senken.

  2. Gut ist, dass endlich Elektroautos getestet werden.
    Was sich aber nicht nachvollziehen lässt sind die CO2 Angaben im Test. Verschiedenen Quellen zu Folge lagen die CO2 Emissionen pro kWh bei 506g multipliziere ich dies nun mit den 14 kWh und teile es dann durch 100, komme ich auf einen Emissionswert von knapp 71g CO2 pro km.

    Dieser Wert liegt immerhin 33 g unter dem des sparsamsten 500er Diesel.

    Was auch die wenigsten wissen und auch nur sehr selten erwähnt wird, die Angaben des CO2 Ausstoß der Autos bezieht sich rein auf das Fahrzeug.
    Beim Diesel aber z.B. kommen noch 19% CO2 Emissionen, von der Ölquelle bis zum Autotank hinzu, der Fachbegriff hierzu lautet Well to Tank.
    Berücksichtigt man diese Emissionen wären es sogar rund 52g CO2 weniger beim E 500er im Vergleich zum Diesel !

  3. Der Test macht deutlich, warum die Großserienhersteller mehrere Jahre benötigen, um ein Elektroauto zu entwickeln, das als vollwertiger Ersatz für Serienwagen in Frage kommt. Dass solch ein in Kleinserie gebautes Fahrzeug wie der Karabag 500 E Defizite hat, ist für mich nachvollziehbar. Ich bin mir sicher, dass die Serien EV, die in 2011 auf den Markt kommen, viele der hier genannten Defizite (ESP, Heizung ohne Kat) nicht mehr haben werden. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. In diesem Sinne bin ich Gespannt auf weitere Tests von EVs.

    Noch ein Paar Anmerkungen/Fragen zur Systematik:
    – Die angegebenen Beschleunigungswerte lassen den Karabag 500 E wie eine Schnecke aussehen. Die Tatsache, dass er aus dem Stand so manchen „Benziner“ abhängen dürfte wird so nicht abgebildet. Warum wird die Beschleunigung 0-60 km nicht angegeben ?
    – Mit welchem Fahrzyklus wird die Reichweite gemessen. Bitte z.B. als Fußnote angeben.
    – Woher kommt der CO2 Ausstoß 5g/km bei der Verwendung von Strom aus regenerativen Quellen ? Ist das der Anteil durch die Heizung oder wird dieser Anteil durch die Produktion der Windräder/PV-Zellen erzeugt ?
    – Hilfreich wäre noch ein Hinweis, an welche Steckdosen/Ladepunkte man das Fahrzeug anschließen kann (z.B. Haushaltsteckdose 16A, Drehstrom-Anschluß, RWE Ladesäule usw.)

    Ansonsten ein gelungener Auftakt für das E-Mobility Zeitalter. Vielen Dank dafür.

    • Hier noch einige Hinweise, die vielleicht die eine oder andere Frage beantworten:
      – das Testprotokoll im ADAC Autotest sieht keine Beschleunigungsmessungen von 0-60 oder 0-100 km/h vor. Wir messen nur die Elastizitäten ab 60 km/h in unterschiedlichen Gängen bzw. mit/ohne Schaltvorgang. Daher kann der Karabag mit seinem vermeitlichen Vorteil von 0-60 hier leider nicht punkten. Doch mit seinen 100 Nm und 30 kW ist er selbst bei Stadttempo nicht so flott, wie man vielleicht meinen könnte.
      – Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und somit auch die Reichweite wurden ermittelt im ADAC EcoTest. Dieser besteht aus einem innerorts-, außerorts- und Autobahnanteil. Genaueres dazu unter http://www.adac.de/ecotest.
      – die 5 g CO2 bei Verwendung von Strom aus regenerativen Quellen stammen hier nicht von der benzinbetriebenen Heizung (diese wird aber zukünftig ebenfalls berücksichtigt), sondern in der Tat sind das die bei Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen anfallenden Emissionen durch Erzeugung/Bereitstellung der entsprechendne Infrastruktur.
      – Der Karabag 500 kann wahlweise für 230-Haushaltssteckdosen bestellt werden (dann lange Ladezeiten bis 9 Stunden) oder für den Anschluss an Drehstrom. Hierfür gibt es dann spezielle Adapter für die 16A-, 32A- und RWE/ADAC-Ladesäulen-Steckdose.

      • Jürgen Hahn

        Das ist dann aber nicht objektiv, wenn beim E-Auto die Herstellung der Kraftwerke und Stromleitungen dazugerechnet werden. Wenn, dann muß auch die Förderung, der Transport und die Herstellung des Benzins und Diesels berücksichtigt werden, was z.B. mindestens 20 Gramm CO2 ausmacht.

        Bye.

      • Richtig ! Beim Verbrenner wird die Vorkette seltsamer Weise nie erwähnt, sprich von der Ölquelle bis zum Autotank.
        Auf diesem Weg entstehen neben diversen Umweltverschmutzungen durch die Ölförderung ( siehe Golf von Mexico, Ölsande in Kanada, Ölförderung in Nigeria usw.) und den Öltransport, auch CO2 Emissionen.
        Beim Diesel sind es 19% und beim Benzin 17% die eigentlich auf die Fahrzeugemissionen noch hinzu gerechnet werden müssten.

        In Zukunft werden diese Werte noch ansteigen, da die Ölförderung und der Transport zunehmend energieaufwendiger werden.

  4. ESP? Wer braucht das denn…
    Fahren lernen, dann geht´s auch ohne. Vor allem bei so einem „Rennwagen“😉.

    Viel heftiger ist der Preis: 60 000€!
    DAS muss sich ändern!!!
    Der Hersteller Karabag sollte ´mal bei Tesla Motors in die Lehre gehen…

    • Einspruch! ESP ist ein absolut unverzichtbares Sicherheitssystem. Insbesondere für Fahranfänger, aber auch für alle anderen Autofahrer rettet es definitiv Leben in unverhersehbaren Situationen. Daher auch die begründete Abwertung im Autotest.

      • Also ich bin bis jetzt auch sehr gut ohne ESP ausgekommen, manchmal einfach etwas langsamer sein hilft schon, es soll auch schon Situationen gegeben haben in denen sich Autofahrer zu sehr auf die Technik verlassen haben und deshalb durch überhöhte Geschwindigkeit ein schwerer Unfall passierte.

        Technik allein ist nicht das Allheilmittel !

      • Hallo Herr Markus Sippl,

        wie schon erwähnt und auch Jim Bob absolut zutreffend bemerkt:
        NEIN, ESP ist NICHT „absolut unverzichtbar“.
        Schon gar nicht für solch ein Fahrzeug. Bei über 200 PS lass´ ich ev. mit mir drüber reden…

        Wie wär´s, wenn Sie an Ihr Fahrrad wieder Stützräder schrauben, auch das kann „definitiv Leben in unverhersehbaren Situationen“ retten (oder zumindest Knochenbrüche), v.a., wenn Sie auf einem zugefrorenem See unterwegs sind.😉

        Das, was „absolut unverzichtbar“ ist, ist eine angepasste Fahrweise.

        Aber damit ein E-Auto (das zumindest in diesem Fall kein Rennwagen ist) schlecht zu machen, ist nicht akzeptabel.

        Einspruch abgelehnt.

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