Schon gefahren: Die ersten Elektroautos von Renault


Soll 2012 auf den Markt kommen: Renault Fluence Z.E.

Soll 2012 auf den Markt kommen: Renault Fluence Z.E.

In gewisser Weise passte es, dass Renault seine ersten beiden Elektroautos auf dem Gelände einer ehemaligen NATO-Basis für Pershing-Raketen präsentierte. Das Modell Fluence Z.E., das deutsche Journalisten hier erstmals fahren und begutachten konnten, geht tatsächlich ab wie eine Rakete. Für das zweite vorgestellte Modell, den Renault Kangoo Rapid Z.E., gilt das weniger.

Als ich auf das Strompedal des Renault Fluence Z.E. steige, legt sich das französische Elektroauto vehement ins Zeug. Immerhin 70 kW bzw. 226 Newtonmeter Drehmoment des E-Motors sorgen für beachtliche Beschleunigung. Noch erstaunlicher ist jedoch, wie ruhig und souverän das Auto sich dabei verhält. Der Fluence Z.E. wirkt nach einem recht ausgereiften Fahrzeug, keine Spur von Bastelbude. Dabei handelt es sich bei den Exemplaren, die zur Presse-Präsentation nach Deutschland gebracht wurden, noch um Prototypen. Erste Vorserienfahrzeuge werden Anfang 2011 in der Modellregion Nordrhein-Westfalen im Flottenversuch zum Einsatz kommen. Erst Anfang 2012 können Kunden das Elektroauto kaufen.

Der Fluence Z.E. (= Zero Emission) ist eine viertürige Elektro-Limousine der Mittelklasse, die Platz für vier bis fünf Personen bietet. Mehr Platz gibt es anderswo auch nicht. Allerdings ist der Kofferraum des Prototypen durch das hinter den Rücksitzen eingebaute, etwa 250 Kilogramm schwere, Batteriepaket arg dezimiert. Damit wenigstens einigermaßen Gepäck oder der Einkauf hinein gehen, gibt es zum Serienstart eine um 13 Zentimeter verlängerte Karosserie. Der Wagen ist dann 4,75 Meter lang und soll ein Kofferraumvolumen von immerhin 300 Litern bereit stellen. Das Leergewicht für den Fluence Z.E. gibt Renault mit 1543 Kilogramm an, wieviel Zuladung das Auto verträgt noch nicht.

Die Antriebseinheit des Renault Fluence

Die Antriebseinheit des Renault Fluence

Wie alle anderen Automobilhersteller baut Renault auf Lithium-Ionen-Akkus, im Fluence mit einer Kapazität von 22 kWh. Als Reichweite versprechen die Unterlagen 160 Kilometer. Der Lebenszyklus der Batterie wird mit sechs Jahren angegeben. Damit der Kunde aber keinerlei Risiko fürchten muss, wird Renault den Akkupack verleasen – und gegebenenfalls auf eigene Kosten austauschen, sobald er weniger als 80 % seiner Kapazität erreichen sollte. Das ist ein Wort. Auf die Frage, mit welchen Preisen Kunden für das Fahrzeug zu rechnen haben, heißt es nur: „Der Preis wird konkurrenzfähig sein.“ Frühestens zum Automobilsalon Paris, der Ende September stattfindet, ist mit konkreten Angaben zu rechnen. Nur soviel steht fest: Das Auto kann geleast oder gekauft werden, die Batterie gibt es ausschließlich im Leasing.

Gleiches gilt für den Renault Kangoo Rapid Z.E., der ebenfalls für eine Probefahrt bereit stand. Dieser elektrifizierte Kastenwagen ist aber ohnehin für Handwerker und Gewerbetreibende gedacht. Und so fährt er sich auch eher behäbig. Nur was den Markteinführungstermin angeht, hat der Kangoo die Nase vorn. Er macht im Herbst 2011 den Vorreiter. Sein Ladeabteil fasst 3 bis 3,5 Kubikmeter und bis zu 650 Kilogramm Transportgut. Ob das zum Transport einer Pershing-Rakete gereicht hätte? (rud)

2 Antworten zu “Schon gefahren: Die ersten Elektroautos von Renault

  1. Ich sags ja. Die Franzosen haben sehr schnell die Verbindung des Autos mit anderen Geschäftszweigen erkannt. Es ist eine Kettenreaktion, die so ein Auto auslöst.
    Eine Limousine mit 160 km Reichweite. Was erwartet uns dann erst bei den Kleinwagen für eine Reichweite? Ich bin gespannt was da aus Franreich noch so an Ideen kommt, die wir nur „chinesisch“ verwerten brauchen.
    Und Renault ist in Deutschland für das Leasing und den Austausch der Akkus gut aufgestellt.
    Wie lange würde denn ein Akkuwechsel bei Renault dauern?

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