Lieber auf Nummer sicher laden


Darf man sein privat genutztes Elektrofahrzeug im Büro aufladen? Ein Arbeitgeber sah das im Mai 2009 nicht so und kündigte einem IT-Fachmann nach 19 Jahren Betriebszugehörigkeit fristlos, weil er seinen privaten Elektroroller am Arbeitsplatz aufgeladen hatte. Dabei entstanden dem Unternehmen Stromkosten in Höhe von, man höre und staune, 1,8 Cent.

Zwar hat das Landesarbeitsgericht Hamm inzwischen entschieden, dass die Kündigung unwirksam ist (Az.: 16 Sa 260/10) und damit ein erstinstanzliches Urteil des Arbeitsgerichts Siegen bestätigt, doch wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sein E-Mobil zu Hause oder an einer der bundesweit 30 ADAC e-mobil Ladestationen aufladen. Insgesamt soll es in diesem Jahr 50 solcher Stromtankstellen geben. Bis Ende 2011 können dort auch Nichtmitglieder kostenlos ihre Elektrofahrzeuge mit Strom versorgen.

Eine Übersicht aller ADAC e-mobil und RWE Ladesäulen finden Sie hier.

9 Antworten zu “Lieber auf Nummer sicher laden

  1. Na, auch wenn Ihr (Jürgen Hahn und natürlich auch „Sabrina“) kein Problem damit habt, bei so einem Sklaventreiber (doch! Sabrina scheint tatsächlich sowas in Negativsinn zu sein. „Ungezogen“… Danke, seh ich nicht so!) zu arbeiten…
    Ich bin selber „Chef“ und würde niemals einem Mitarbeiter Probleme bereiten, wenn er sein Handy oder Akkupack am Arbeitsplatz laden möchte. Sowas gehört für mich zum Selbstverständlichen.
    Dass der „Sklaventreiber“ (bin ich auch, aber ich behandle meine „Sklaven“ MENSCHLICH!) Grenzen setzt, ist normal und wichtig. Mach ich ja auch. Aber wegen unter einstelligen Eurobeträgen da Gezeter anzufangen liegt mir mehr als fremd…

    NOCHMAL: Akkupad am Arbeitsplatz aufladen: ok (kann mich auch nicht erinnern, da einen Starkstromanschluss hingelegt zu haben…), aber 50m Kabel legen zum eAuto: NICHT ok! (Dürfte/sollte eig. selbstverständlich sein!).

    Hoffe, das ist jetzt endlich verständlich, auch für Sabrina…

  2. Hallo Helmut,
    sei mir nicht böse aber ich finde es garnicht gut, daß Du diesem Arbeitgeber den Namen „Sklavetreiber“ zuordnest denn nirgendwo steht etwas davon, daß man sich beim Vertreten seiner Rechte, beleidigen lassen muß. Ich finde das äußerst ungezogen. Ich war selber über 40 Jahre Chefin von bis zu 60 Mitarbeitern und weiß sehr wohl, was ich schreibe.
    Das kann ein ganz vernünftiger Mensch sein, der sich ganz einfach sagt, alles muß seine Grenzen haben. Es ist sein Recht, zu sagen, daß er gefragt werden will und muß sich nicht beschimpfen lassen. So etwas gehört nicht hierher.
    Ich sehe das offenbar etwas anders als „DerHelmut“.

  3. Hallo Sabrina,

    ist ja nett, wie Du den Sklaventreiber da verteidigst, aber der Begriff „Stromdiebstahl“ in diesem Zusammenhang „hinkt“ ja wohl nicht nur, sondern fährt bestenfalls im Rollstuhl (um bei dem Bild zu bleiben). Was kommt als nächstes: sein privates Handy nachladen oder Schreibtischlampe brennen lassen beim auf´s Klo gehen = Kündigungsgrund?

    Zur Erinnerung: es ging um einen Elektroroller, also mikromale Beträge, nicht um ein e-Auto, wie ich explizit geschrieben habe.

    • Arbeitsrechtlich gesehen darfst du dein Handy eben NICHT am Arbeitsplatz aufladen, auch das private Radio an der Steckdose benutzen oder eine Kaffeemaschine betreiben. Alles das muß vom Arbeitgeber genehmigt oder zumindest geduldet werden. Daß in den meisten Betrieben und Büros kein Problem ist, heißt aber noch lange nicht, daß ich mir meinen E-Roller oder gar mein E-Auto ungefragt aufladen darf. Im schlimmsten Fall (wenn das jetzt zu viele Mitarbeiter machen würden) reicht z.B. die Stromversorgung in die Firma nicht mehr aus und ein Stromausfall wäre die Folge… was das dann für Kosten verursacht!

      Sicher hat auch ein Arbeitgeber ein Interesse daran, daß seine Mitarbeiter zufrieden sind, aber bei solchen Dingen sollte man schon aufpassen.

      Bye.

  4. Also das ist doch wohl vollkommen überzogen. Als nächstes muss man wohl auch fragen, wenn man ein Glas Leitungswasser braucht…
    Zumindest in Bezug auf Elektroroller oder Pedalec.
    Beim e-Auto sieht es ja sowieso anders aus, da muss der Arbeitgeber erst einmal eine Lademöglichkeit einrichten, das kann man ja nicht so einfach an den Arbeitsplatz mitnehmen.

    • Hi Helmut,
      Dein Vergleich mit einem Glas Wasser hinkt gewaltig denn das könnte oder sollte man zu den Sozialleistungen einordnen, zu denen der Arbeitgeber ja sowieso schon verpflichtet ist.
      Der Strom jedoch, ist eine ganz andere Geschichte und wenn es Rechtens ist, eine langjährige Bäckereifacharbeiterin fristlos zu feuern, nur weil sie sich eine Semmel genehmigt hat, die ansonsten im Müll gelandet wäre, dann ist der Stromdiebstahl mit Sicherheit ein Grund.

      Deshalb hatte ich ja Eingangs geschrieben:
      Zitat; „….man kann es auf zweierlei Art sehen“ also so oder so!
      Überzogen oder nicht, ein altes Sprichwort sagt doch : „Wehret den Anfängen“ und nichts anderes hat der Unternehmer da getan. Er hat ein Zeichen gesetzt, was zwar in diesem speziellen Falle, völlig überzogen war aber grundsätzlich für alle seine MA und alle fremden Mitarbeiter, signifikant klar gemacht, daß er gefragt werden will – oder eben sauer reagiert.

      Das wäre sowieso irgendwann gerichtlich abgeklärt worden – warum also nicht dieser Arbeitgeber!

  5. Klar wird man hier erst mal den Arbeitgeber fragen, schließlich geht es hierbei auch um etwas mehr als ein paar Cent.
    Man könnte dann ja auch eine monatliche Pauschale festlegen, die schon gleich vom Bruttolohn abgezogen wird, mit ein bisschen Glück zahlt man so sogar weniger Lohnsteuer.

  6. Das Aufladen beim Arbeitgeber ist grundsätzlich erst einmal zu erfragen. Ich kann ja auch nicht auf dem Nachbargrundstück meinen Rasenmäher anschließen, obwohl ich gut mit meinem Nachbarn bekannt bin. Fragen ist doch eigentlich normal.
    Überzogen sehe ich das mit dem Wert und der Kündigung auch. Ein Abmahnung, ein Gespräch und dann vielleicht ein rundschreiben des Chefs mit einem Angebot. Jeder Unternehmer verdient gerne und das ist so eine Gelegenheit, auf lange sicht etwas zu verdienen.
    Ich denke, dass bei meinem Arbeitgeber die Sache sogar noch anders gestaltet werden würde. Da wir diese Ladetechnik für unsere Fahrzeuge nutzen, wäre es ein leichtes für PKW auf dem Parkplatz die Ladestränge zu erweitern.
    Werde ich mal anfragen was unser chef dazu sagt.
    Würde mich nicht wunder, wenn wir sogar die vorhandenen nutzen dürften, wenn wir damit nicht den Betriebsablauf stören.
    Zähler ran und kassieren!

  7. Ich bin der Meinung, daß man das so und so sehen kann.
    Wenn er gefragt hätte, dann hätte der Arbeitgeber sicherlich nicht „NEIN“ gesagt aber das hat er wohl nicht.
    Die Reaktion des Arbeitgebers war eigentlich zu erwarten ist auch gewaltig überzogen aber damit muß man immer rechnen.
    Ich hatte mir auch einen E-Roller zugelegt und weil der im Prospekt versprochene Leistungsumfang nicht eingehalten wurde, habe ich ihn auch zurück gegeben – obwohl ich ohn auch am Arbeitsplatz hätte aufladen können – allerdings hätte ich vorher gefragt.
    Da die E-Fahrzeuge nun auch zunehmen, wird diese Frage wohl noch öfter auftauchen also sollte man sich schon vorher Gedanken darüber machen, WO man wieder aufladen kann.
    …ist nur meine Meinung dazu!
    Gruß Sabrina

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