Strom, Benzin oder Wasserstoff?


ADAC-Präsident Peter Meyer

ADAC-Präsident Peter Meyer

Sind rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge die einzige Alternative zum Benzinmotor und welchen Anteil werden Hybridfahrzeuge in Zukunft am Verkehrsaufkommen haben? ADAC-Präsident Peter Meyer diskutierte für einen Beitrag in der Tageszeitung „Die Welt“ mit der Verkehrsforscherin Barbara Lenz über Mobilität und Verkehr im Jahr 2050.

Beide waren sich einig, dass die Reduktion der CO2-Emissionen enorm wichtig ist, Meyer gab jedoch zu bedenken, dass es dabei auf den richtigen Strommix ankommen werde. Mit dem derzeitigen Strommix würde bei flächendeckender Nutzung von Elektroautos mehr CO2 freigesetzt als mit Benzinfahrzeugen. Zudem müsse der Anteil der erneuerbaren Energien erhöht werden. Die entsprechenden Ziele habe die Politik bereits vorgegeben. Bis 2020 solle ihr Anteil verdoppelt werden, bis 2050 wolle man den Strom in Deutschland komplett aus erneuerbaren Quellen gewinnen.

Auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge seien in Zukunft eine Alternative. „Der Wasserstoffantrieb wird kommen. Und es wird alle technisch möglichen Mischformen geben, also auch Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle“, wird Meyer in der „Welt“ zitiert. Verkehrsexpertin Lenz war der gleichen Meinung: „Ein künftiges Hybridfahrzeug könnte Kurzstrecken elektrisch fahren und längere Distanzen per Wasserstoffmotor bewältigen. Das wäre eine ideale Kombination.“

Um Anreize zum Kauf und zur Nutzung von Elektroautos zu bieten, sieht der ADAC-Präsident auch Arbeitgeber und Kommunen in der Pflicht. „Firmen sollten ihren Mitarbeitern Lademöglichkeiten anbieten. Auch die Kommunen könnten etwas tun, indem sie an attraktiven Stellen, an denen man ansonsten nicht parken darf, Ladestationen für Elektrofahrzeuge aufstellen. Wer dort auflädt, darf auch parken.“

Individuelle Mobilität komplett ohne Verbrennungsmotoren kann sich Meyer aber auch im Jahr 2050 nicht vorstellen, jedoch seien die Benzinmotoren bis dahin sehr viel effizienter als heute. Das Einsparpotenzial beim Verbrauch betrage 30 bis 40 Prozent.

Das gesamte Interview mit Peter Meyer und Barbara Lenz lesen Sie hier.

5 Antworten zu “Strom, Benzin oder Wasserstoff?

  1. Die Sachlage verstehe ich folgendermaßen. Am besten nutzen wir den jetzigen „Stromüberhang“ für die elektrolytische Herstellung von Wasserstoff für ca. 1Million Elektroautos mit Brennstoffzellenantrieb.

    Den elektrolytisch erzeugten Wasserstoff kann man sehr gut dafür nutzen um elektrische Stromspitzen zu glätten und um den Strom generell zu speichern.

    Somit ist das Elektroauto ein idealer Stromspeicher, als Batterieversion oder als Brennsoffzellenversion.

    Elektroautos mit einer Brennstoffzelle sollten überwiegend für den Langstreckenbetrieb auf den Bundesautobahnen eingesetzt werden, zumal die notwendige Wasserstoffinfrastruktur dort einfacher aufgebaut werden könnte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Theo Pötter

  2. Tun wir doch etwas für den Wissens-Transfere. Letzten Sonntag war ich mal wieder bzgl. Face-to-face Aufklärung unterwegs: http://www.sunpod.de

    Für die CO2-Berechnung empfehle ich:
    http://www.daimler.com/go/optiresource

    Gruß Marc

  3. Die Grundlagen des Wissens über das Existierende und schon Machbare sind wohl etwas begrenzt für diese Diskusion gewesen.
    Ich betrachte diese Nachricht so:
    Zahlen sind nicht benannt, technische Lösungen von heute nicht eingeflossen, Kenntnisse über die Akkus mangelhaft und die Zusammensetzung der Bauteile für einen E- Antrieb und deren unterschiedliche Bauausführung nicht sonderlich bekannt.
    Mit den bereits existierenden Fahrzeugen besserer Nutzung und Bauart, hat diese Meinung nichts zu tun.
    CO2 Ausstoß hängt von den Herstellern der Energie ab. Wenn sich in Deutschland die Stromanbieter weigern, im Einklang mit der Politik, z.B. entlang der A7 eine Windgeneratorallee aufzubauen, dann wird das wohl nix mit der Reduzierung der Emissionen.
    Ich bin immer wieder erstaunt, wie solche Meinungsäußerungen zustande kommen.
    Vergessen wir nicht, dass hier in diesem tagebuch bereits bekannt wurde, dass wir heute Strom bezahlen, der nicht genutzt wird.
    Diese Überproduktion scheint hier übersehen worden zu sein.
    Brennstoffzelle eventuell für Nebenaggregate aber nicht zum Antrieb.
    Die Reichweite von E- Mobilen, ohne Zusatzgeneratoren per Verbrennungsmotor, liegt bereits jenseits der 400 km Grenze wie in England bewiesen. (umgestrickter Tesla)

  4. Es wird hier sicher noch einige Kommentare geben, daher nur kurz:
    – Heute *verfügbare* Hybridfahrzeuge haben eine elektrische Reichweite von 40-50km. Die Aussage von Frau Lenz scheint da falsch zu sein, daß es heute noch keine Hybridfahrzeuge gäbe.
    – Auf welchem Zahlenmaterial basiert die Aussage, daß E-Fahrzeuge mehr CO2 produzieren als Verbrennungsfahrzeuge? Alle mir bekannten Studien belegen das Gegenteil.
    – Interessant die Aussage, daß die Akku-kWh heute 150,- Euro kostet… damit würde ein 25kWh-Akku nur noch knapp 4000,- Euro kosten und durchaus in die Preisregion eine Verbrennungsmotors kommen.
    – Eine Schnelladung schadet einem „modernen“ Li-Akku keineswegs. LiFePo4 oder LiMn sind eben genau für sowas ausgelegt.
    – Ein E-Auto hat nicht unbedingt eine „bescheidene Leistungsfähigkeit“… im Gegenteil sind E-Autos gerade im Sportbereich sehr interessant, da sie Beschleunigungwerte erreichen, die problemlos mit Sportautos mithalten können. Die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings meist gedrosselt, das stimmt.

    Bye.

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