Erste Erfahrungen mit dem E-Smart


Seit einer Woche werden zehn Smart electric drive von ADAC-Mitgliedern getestet. Die ersten Rückmeldungen unserer Testfahrer haben die Motorwelt Redaktion inzwischen erreicht und wir wollen Ihnen diese Erfahrungen und Erlebnisse selbstverständlich nicht vorenthalten. Lassen wir also Smart-Tester Markus W., Familienvater aus Murnau, Bayern, zu Wort kommen.

„Coole Kiste!“, das war der erste Kommentar meiner 6-jährigen Tochter, als ich sie auf eine kleine Runde im Smart electric drive mitnahm. Mein erster Eindruck war ein anderer. Als ich nach der Anlieferung des Wagens das erste Mal überhaupt in einem Smart Platz nahm, dachte ich: „Ganz schön groß die Kiste!“. Mit meinen 1,90 Metern Körpergröße kann ich gut und sehr bequem sitzen.

Aber dann kam der spannendste Augenblick. Nach einer kurzen Einweisung über die Besonderheiten und die Bedienung des elektrischen Smart stand die erste Fahrt bevor. Zuerst sitzt man da und fragt sich: Kann es schon losgehen oder habe ich noch etwas vergessen? Man hört ja keinen Motor. Vorsichtig drückte ich aufs Pedal und fast geräuschlos rollte der Smart an. Okay, fahren kann das Auto! Also nichts wie los. Mutig trete ich das Pedal voll durch, so daß alle zur Verfügung stehenden 30 kW mobilisiert werden. Und siehe da: Das kleine Ding geht richtig gut ab. So hatte ich auch kein Problem, mich in den laufenden Verkehr einzufädeln.

Mit vollem Akku ging es dann gleich auf eine kleine Testrunde über die Landstraße zur Autobahn, weiter über eine Bergstraße (Ettaler Berg) und über die Landstraße zurück nach Murnau. Auf der Autobahn wollte ich mal sehen, ob die Kiste denn auch wirklich 100 km/h schafft. Schafft sie, wenn auch erst nach einiger Zeit. Aber dann wurde es richtig lustig. Der Ettaler Berg stand an und ich war gespannt wie sich der Smart electric drive denn auf einer Bergstraße verhält. Er hat sich prima geschlagen! Denn bis ca. 60 km/h hat er ein, für mein Beurteilungsvermögen, super Drehmoment und schneller als 60 – 70 km/h fährt man die kurvige Bergstraße sowieso nicht. Ich habe sogar noch einen „stinkenden Verbrenner“ eingeholt. Ergebnis: Ein breites Grinsen auf meinem Gesicht.

Soweit die ersten Eindrücke. Mittlerweile habe ich mehrere Tage im Alltagsbetrieb mit dem Elektro-SMART verbracht, das heißt, 25 Kilometer bergige Landstraßen auf dem Weg zur Arbeit. Da zeigt sich dann doch, dass man sich mit dem Smart electric drive als Pendlerfahrzeug in Geduld üben muß. Denn bei Steigungen werden die 100 km/h kaum mehr erreicht, geschweige denn, dass ich den LKW, welchen ich tagtäglich vor mir habe, überholen könnte. Aber irgendwie ist es ja auch eine Einstellungssache. Es ist ja eh alles viel zu hektisch und wenn’s nicht schneller geht, dann geht’s halt nicht schneller.

Zu einem wirklichen Störfaktor hat sich für mich eher das Fahrgeräusch entwickelt. Nach der anfänglichen Euphorie sind mir die Geräusche des Elektroantriebes aufgefallen. Im Bereich bis 60 km/h klingt alles wunderbar, als ob man durch einen Science Fiction Film fährt. Aber alles was darüber hinaus geht, ist für mich mittlerweile störend. Direkt hinter dem Sitz begleitet den Fahrer ein hochfrequentes Pfeifen und ein lautes Geräusch aus dem Getriebe.

Hier sollte der Hersteller noch einmal genauer hinhören, ob sich da nicht noch etwas dämmen oder sonstwie abstellen läßt. Die Geräuschkulisse wäre für mich ein Grund, dass Auto nicht zu kaufen. Ansonsten ist der Smart durchaus praktikabel im Alltag. Die Reichweite ist ausreichend, das Aufladen ist einfach, Platz für normale Einkäufe ist auch. Schade ist nur, dass es kein Auto für eine Familie mit einem oder zwei Kindern ist. Gerne hätte ich mal eine kleine Runde mit der ganzen Familie gedreht, aber einer musste immer zu Hause bleiben.

7 Antworten zu “Erste Erfahrungen mit dem E-Smart

  1. Franz Niedermeier

    Alles schön und gut und hochinteressant ! Da werden einem richtig die Zähne lang gemacht.
    Wenn ich nur wüsste wie ich an eine Probefahrt mit einem Elektrosmart kommen könnte. Beworben habe ich mich ja.

  2. Ich verstehe es, daß man am Anfang auf den LKW auf der Straße unbedingt überholen will. Und dafür dann ein paar Sekunden länger an der Ampel stehen möchte.
    Hierzu muß ich sagen, daß ich seit über drei Jahren elektrisch fahre. Im Laufe der Zeit wird man ruhiger, besonnener und entspannter.
    Es ist nicht nur eine andere Antriebsform, sondern auch ein anderes Denken. Es muß einfach „sexy“ werden mit einer geringen Energiemenge von A nach B zu kommen, egal mit welchem Antrieb.

    Wer Interesse an weiteren Berichten zum Thema hat, kann gerne einen Blick auf meine Interviews werfen: http://www.sunpod.de

    Marc

  3. Hallo Zusammen,

    ich schließe mich dem Kommentar von Tom Best voll und ganz an.
    Auch ich habe gerade meine Bewerbung für einen
    Test des E-Smarts abgesandt.
    Diesen möchte ich gerne im Berufsalltag testen und auch im Grenzbereich fahren wollen.
    Dazu gehört sowohl die Land -, Bundesstraße und auch die Autobahn bei einer täglichen Fahrstrecke von ca. 65 km.
    Nur so bekommt man als zukünftiger Kunde wirklich alle Infos um einen Entscheidung zum Kauf treffen zu können.
    Mal sehen, ob man zum Test ausgewählt wird ! ! !

    Gruß
    J. Budde

  4. Vielen Dank für den Bericht.
    Ich habe mich gerade beworben und finde den Bericht hilfreich. Wir wollten schon letztes Jahr starten, aber es war kein praxistaugliches und bezahlbares e-mobil zu bekommen.

    Uns wurde gesagt, dass auch die Produktion 2012 schon ausverkauft ist, es lägen reichlich Reservierungen der Autovermieter vor.

    Als mobiler Pflegedienst haben wir an kleinen flotten Stadtwagen für eine Person Interesse, der Smart electric drive wäre unsere erste Wahl. Die drei Smart-Benziner in unserer kleinen Flotte bewähren sich bei uns seit einem Jahr optimal.

    Jetzt wollen wir das e-mobil auch mal testen….

    Gruß Tom Best
    http://www.bethesdamobil.de

  5. Klasse Testbericht.
    Praxisnah und superverständlich.
    Das mit dem Pfeifen hab ich bei einer Probefahrt auch mal gehört – Muss dringend gemacht werden!
    Wie war es das das Auto ohne Motorgeräusch fährt?
    Wird man im Straßenverkehr wahrgenommen?
    Gruß Toni Schmitt

  6. Guten Tag,

    Klasse Testbericht: praxisnah, verschweigt oder beschönt nichts. Super. Danke dafür!

    Es grüßt
    Arkadi

  7. So stelle ich mir einen Testbericht eines Laien vor. Jeder achtet auf etwas Anderes und vermittelt es mit einfachen Worten. Ich musste Schmunzeln als es zum Thema Einkauf kam. Ich weiß aus Erfahrung mit unserem 12 Jahre alten Smart Benziner, dass schon eine ganze Menge in den kleinen Kofferraum passt. Mein Frau ist schon Experte beim Verstauen.
    Wenn genug hinter den Sitzen verpackt ist, wird vielleicht das Pfeifen leiser.
    Ist sicherlich vom Hersteller nicht gewollt und wird bestimmt beseitigt.
    In den Bergen zu testen ist natürlich besonders interessant. Hier im flachen Norden werden andere Fakten für oder gegen den Smart ED sprechen. Unsere kleinen Anhöhen können den Smart ED bestimmt nicht so schocken, wie die Alpen und das Vorland.
    Die Familie ist natürlich ein wunder Punkt beim Smart. Doch wer diesen Fahrtest gemacht hat wird schnell den Smart Forfour in Kopf haben. Hier bietet sich für den Hersteller die Möglichkeit, nach einer Überarbeitung des Konzeptes in vielerlei Fakten, den Forfour nochmal aufleben zu lassen.
    Apropo Überarbeiten.
    Bei uns hier auf dem Betriebshof ist ein Diskussion entbrannt, ob es wirklich Sinn macht ein vorhandenes Auto zum E- Auto umzubauen, ohne grundlegend das Auto selbst zu überarbeiten.
    Wir sind nur wenige Interessierte und Laien, aber es hat uns schon in zwei gleichgroße Lager gespalten. Die einen würden das Konzept so weiter verfolgen, während die anderen doch eher das Auto ansich komplett neu konzipieren möchten. Zu den Letzteren gehöre ich.
    Trotzdem ist dieser große Test sehr aufschlussreich für alle die sich mit dieser neuen Technologie beschäftigen und den Erfahrungsaustausch als wichtige Gundlage für die Zukunft betrachten.
    Versuch und Irrtum, bei aller Theorie, bringt uns erheblich weiter. Wir sind damit nicht allein auf diesem Planeten. Selbst Wissenschaftler können nicht alles vorausplanen.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Fahrbericht.

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