Die radfahrerfreundliche Rückfahrhupe


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Auch das Ehepaar Hannelore und Werner Gölz fuhr für uns und Sie eine Woche lang einen Smart mit Elektroantrieb. Beide Mitte 60 und sonst mit Toyota Yaris und Peugeot 307 CC auf bayerischen Straßen unterwegs. Hier erzählen sie von ihren Erfahrungen mit dem E-Auto.

Erstaunlicherweise hat der E-Smart mit seinem markanten Seitenaufdruck entgegen unseren Erwartungen keinerlei Reaktionen bei der Nachbarschaft, während Einkaufsfahrten oder des Parkens entlang belebter Straßen hervorgerufen. Nicht ein einziges Mal sind wir auf dieses relativ ungewöhnliche Fahrzeug angesprochen worden. Sobald wir von uns aus jedoch die Tatsache eines verfügbaren Elektroautos gegenüber Freunden und Nachbarn erwähnten, war das Interesse an dem Auto wie auch die Nachfrage nach einer Probefahrt sehr groß.

Da die Aufladung der leeren Batterien bis zu 8 Stunden dauert und damit nicht während eines kurzen Stopps erfolgen kann, ist der E-Smart klar ein Kurzstreckenfahrzeug. Doch im Stadtverkehr ist Aufmerksamkeit gefragt. Die relativ große „Geräuscharmut“ des E-Autos stellt vor allem beim Rückwärtsfahren aus Garagen und Parklücken eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle für Fußgänger dar, da wir alle es gewohnt sind, ein Auto auch zu „hören“.

Auf Straßen mit vielen Fahrradfahrern gibt es ebenfalls das Problem des „Nicht-Gehört-Werdens“ beim Überholen, so dass die Hupe eingesetzt werden muss, die jedoch viel zu laut ist und die Radfahrer ordentlich erschrecken kann.

Würden wir uns ein Auto, bei dem man eine eingeschränkte Reichweite und mangelnde Spritzigkeit gegen ein gutes Gewissen tauscht, kaufen? Ja. Einen Mehrpreis von bis zu 15 Prozent für ein solches E-Auto würden wir schon akzeptieren. Mehr aber nicht. Und dann müsste der Strom auch “selbsterzeugt” sein. Für ein ganz reines Gewissen.

Ah, einen Verbesserungsvorschlag haben wir auch noch: Der Gefahr für Fußgänger und Radfahrer durch die relative „Geräuschlosigkeit“ sollte mit einer Art „Geräuschgenerator“ begegnet werden oder mit einer „radfahrerfreundlichen“ Hupe.

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7 Antworten zu “Die radfahrerfreundliche Rückfahrhupe

  1. Arkadi Renko

    Mal nur so nebenbei. Das sind doch wundervolle Filme, die auch eindrucksvoll zeigen, was geht?!

    Es grüßt rb

  2. Michael Bluhm

    Das Problem mit der fehlenden Geräuschkulisse hatten wir hier schon erwähnt. Ich denke, dass die heutige Lautstärke auf den Straßen langsam aber stetig abnehmen wird, jemehr solche Fahrzeuge das Stadtbild beherrschen.
    Und selbst wenn alles leise ist, werden wir um unsere Pflichten als Autofahrer nicht herum kommen. §1 STVO wird immer aktuell bleiben.
    Es wird kein Hilfsmittel geben, das uns von der Verantwortung entbindet.

    Zum Bericht:
    Es ist tatsächlich so, dass die neue Technologie nicht wirklich wargenommen wird. Der markante Schriftzug am Smart ED wirkt wohl eher wie eine normale Werbung für etwas anderes.
    Grün gut und symbolträchtig.
    Doch der Knaller ist es nicht, um auf genau dieses Fahrzeug zu verweisen.
    Rot ist Signalfarbe und mit einem guten Spruch fällt’s auf.
    Z. B. Auf allen Sichtflächen vorne, hinten, links und rechts:
    “Der hier hat ein grünes … Herz…” (bis auf das Wort …grünes… alles Rot und das Herz als Symbol als ob es mit der Hand gezeichnet ist.
    “Smart ED – electric drive”
    Auf dem Dach das rote Herz in groß mit dem innenliegenden, schrägen und grünen Schriftzug “Ein grünes…” von links unten nach Rechts oben
    Kann leider nicht gut Zeichnen, würde es sonst mal vorstellen.
    Könnte auch in Zukunft als Gütezeichen für solche Autos fungieren.
    Und dieses Große Symbol auf dem Dach in klein hinter den Schriftzug an den Seiten wie ein Trademarkzeichen in schwarzem Kreis angefügt.

    War ja nur eine Idee.

  3. Ulrich Gawlitza

    Hallo liebe Redaktion,

    bei mir beginnt das Abenteuer E-Smart heute. “The Eagle has landed”. Die ersten Fahrten wurden auch schon erfolgreich unternommen. Ich würde gerne mehr hierzu berichten, vermisse hier im Blog aber leider die Möglichkeit selbst und direkt zu posten. An wen kann ich denn meine Beiträge schicken?

    Ansonsten werde ich meine Erfahrungen auch twittern (@UliGawlitza) und auf Facebook posten (Ulrich Gawlitza).

    Ich denke, ich werde noch sehr viel Spaß mit dem Fahrzeug haben und möchte am liebsten jetzt schon nicht mehr hergeben wollen. Suchen Sie denn keine Langzeittester ;-)

    Liebe Grüße aus dem frostigen Saarland.

    • Lieber Herr Gawlitza,
      das mit dem Langzeittest wird nicht leicht werden ;-) Das mit dem Posten geht einfacher: Senden Sie Texte und BIlder an unseren Online-Redaktuer Jochen Krauss, die Adresse bekommen Sie gleich per Mail. Wir stellen das dann ein. Beste Grüße, Mario Vigl, ADAC Online

  4. Die fehlenden Motorgeräusche müssen beim Fahren eines E-Fahrzeuges vom Fahrer mit eingeplant werden. Mit der normalen Hupe erschrecken sich sehr oft Fahrradfahrer und Fußgänger. Auch unmotivierte Reaktionen dieser Verkehrsteilnehmer müssen vorausschauend beachtet werden.
    Deswegen hat der Hersteller der PSA-E-Fahrzeuge (AX, Saxo, Berlingo und P-106) vorausschauend seit
    1994 sogenannte “Fußgängerhupen” als Zweithupe in den o.g. Fahrzeugen verbaut. Da die deutsche StVZO nur eine Hupe am Fahrzeug zuläßt, fahren diese französischen E-Fahrzeuge in Deutschland mit einer Ausnahmegenehmigung nach §70 StVZO,
    in der das zuständige Regierungspräsidium den Einbau und die Nutzung dieser (zweiten Fußgänger-) Hupe gegen eine Spende von 50.-€ legitimiert.
    Meine Erfahrung mit dieser Signaleinrichtung sind gut und zeigen, daß sich die französischen Kollegen damals, vor mehr als 15 Jahren intensiv mit diesem Problem auseinandergesetzt haben.
    Unsere StVZO ist nicht nur in diesem Punkt verbesserungswürdig.
    Ich bin froh, so leise mit unserer E-Zitrone unterwegs zu sein, da brauche ich keinen Dampflok
    oder oder Schiffsdieselgeräuschgenerator.
    “In der Stille liegt die Kraft” – auf den Straßen etwas leiser, in Stadtzentren oder in der Nacht Ruhe, das sollte auch ein Ziel der E-Mobilität sein.
    Ob man dazu 12-Zylindergeräuschgeneratoren braucht – ich wage es zu bezweifeln.

  5. Arkadi Renko

    Auch das ein sehr interessanter Beitrag, wie ich finde: Offenbar sind E-Mobile bereits so gängig im Straßenbild (oder den Medien?), dass sie kaum noch Hingucker sind. Und Geräuschgenerator ist zwar schon mal dagewesen (irgendwelche Straßenbahnen fahren zu Mozartklängen, weil man sie sonst überhört) aber immer wieder nett zu lesen.

    Es grüßt
    Arkadi

  6. Die “Fahrradfreundliche Rückfahrt-Hupe” habe ich vor einem halben Jahr an meinen VW-T4 Bulli, hinten unter der Stoßstange montiert, weil ich bereits 2 mal daß Pech hatte, daß sich in dem Augenblick, in dem ich vorne eingestiegen bin, ein Kind hinter den Bus begeben hat und ich nur durch wachsame andere Verkehrsteilnehmer, darauf aufmerksam gemacht wurde.

    Die Hupe ertönt ja erst beim Einlegen des Rückwärtsganges und nur Erwachsene wissen das Geräusch dann auch schlüssig zuzuordnen.

    Aus lauter Angst, ich könnte irgendwann mal ein Kind überfahren, habe ich nun seit 2 Monaten zusätzlich eine Rückfahr-Kamera mit im Rückspiegel integrierten Monitor montiert denn leider muß ich nun mal auf meiner Posttour, sehr häufig rückwärts aus Einfahrten oder Höfen herausfahren.

    Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, vorher kurz auf den Monitor zu schauen aber in der vorigen Woche war auch das zu wenig denn ein Kind mit einem Dreirädchen war so flink hinter den Bulli gerollt, daß ich das fast übersehen hätte – hätte nicht die tiefstehende Sonne den Schatten des Kindes im rechten Außenspiegel gezeigt …

    Mir blieb fast das Herz stehen und ich stand im gleichen Augenblick schon fest auf der Bremse und mußte mir obendrein auch noch das Gezeter der Dame anhören. Ich hab ja selber Kinder aber ob Hupe oder Kamera, die eigene Aufmerksamkeit kann nichts ersetzen und man sollte sich hüten, sich auf solche fragwürdigen “Hilfsmittel” verlassen zu wollen – wie man sieht, kann sogar das, recht schmerzhaft ins Auge gehen.