Voll emissionsfrei


Axel Beyer lebt in Dietmannsried, am äußersten Ende Bayerns. Für uns und Sie testete er eine Woche den E-Smart im täglichen Betrieb. Er hat sogar eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und fährt somit emissionsfrei. Hier sein Erfahrungsbericht:

Die Reichweite des Elektro-Smarts hat für die täglichen Fahrten locker ausgereicht und der Ladevorgang in der Nacht hat immer für einen vollen „Tank“ gesorgt. Lediglich die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn, auf der wir ca. 9 km einfach zurücklegen müssen, wenn wir in die Stadt wollen, ist zu gering. 120 oder 130 km/h wären schon schön, um sich etwas sicherer zu fühlen. Aber sonst war alles bestens. In der Stadt hält der Kleine locker bei Beschleunigung und Geschwindigkeit mit, und auch über Land passt das Tempo. Lkw überholt man halt dann nicht, aber dieses Auto ist eh etwas für den Nahverkehr, und Überholen auf Kurzstrecken bringt eh kaum einen nennenswerten Zeitgewinn.

Freunde und Nachbarn waren erstaunt darüber, dass man das Auto zu Hause an der normalen Steckdose aufladen kann. Wir gewannen den Eindruck, dass da noch viele falsche Vorstellungen bestehen. Ein Vorschlag noch von meiner Seite: der Stecker am Fahrzeug sollte während des Ladevorgangs gegen Manipulation und Diebstahl gesichert werden. Wenn man das Fahrzeug in der Öffentlichkeit auflädt, kann jedes Kind daran herumziehen.

Die Geräuschlosigkeit, mit der ein Elektroauto unterwegs ist, bleibt gewöhnungsbedürftig. Für alle Verkehrsteilnehmer. Eine gute Lösung wäre ein Motorengeräusch-Erzeuger mit Abstrahlung nach außen. Das sollte meiner Meinung nach zur Serienausstattung gehören (das Gerät könnte sich ja bei höheren Geschwindigkeiten, z.B. schneller als 60 km/h, automatisch abschalten). Als Fahrradfahrer klingle ich auch, wenn ich mich jemandem von hinten nähere, damit die Person nicht unmittelbar vor mir eine überraschende Bewegung in meine Fahrspur macht. Es wäre ja ein ähnliches Prinzip.

Was mir aber technisch auch noch fehlt, sind Tagfahr-LEDs. Das würde Strom sparen, denn ich fahre aus Gründen der Sicherheit immer mit Abblendlicht. Die Heizung ist völlig ausreichend, und auch das Außengeräusch ist für einen Kleinwagen vertretbar. Man kann ja nicht erwarten, dass die Reifen und der Fahrtwind nun auf einmal leiser werden, nur weil der Antrieb elektrisch ist.

Wir haben unseren Smart übrigens mit Strom aus Photovoltaik aufgeladen. Wir haben eine 10.000 kWh-Anlage auf dem Dach. Wir verbrauchen aber nur 4000 kWh im Jahr. 6000 kWh würden also rein rechnerisch übrig bleiben für den Smart-Betrieb. Und da der nur ca. 15 kWh nachlädt für ca. 100 km, käme man mit 6000 kWh doch 40.000 km weit.

Wäre der Kaufpreis oder der Leasingbetrag nicht so hoch, dann könnte man heute schon ein Elektroauto fahren. Nur leider keinen Smart, denn der ist uns zu klein. Zwei Getränkekisten passen leider nicht in den Kofferraum, weil die innen liegende Klappe für die Aufnahme der Dachholme beim Cabriolet zu sehr aufträgt. Nur eine Kiste, genau in der Mitte platziert, passt hinein. Schade, dass die Woche mit dem Smart electric drive schon vorbei ist. Wir hätten ihn gerne noch länger gefahren.

2 Antworten zu “Voll emissionsfrei

  1. Ich fahre auch grundsätzlich mit Tagfahrlicht. Ist wirklich besser für die Sicherheit.
    Apropo Fahrradklingel. Wie klingt eigentlich die Hupe?
    Bekommt man gleich einen Herzinfarkt oder ist es ein gute Warnmöglichkeit.
    Als Busfahrer muss ich leider immer wieder bemerken, dass Fussgänger trotz aller Größe, Beleuchtung und Verkehrsschildern und -regelung, nicht unbedingt auf den Straßenverkehr achten. Busse sind sogar für Autofahrer so klein, dass man doch sehr oft die Hupe oder Lichthupe benutzen muss.
    Liegt es wirklich nur am Smart ED oder ist es doch mehr die Unaufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer.
    Müsste man mal ausprobieren.
    Denn neuere Busse sind mittlerweile schon so leise, dass man befürchten muss, in einen Unfall verwickelt zu werden, weil man nicht mehr gehört wird. danützt die Größe fast nichts.

  2. Besten Dank für den Bericht. Die bisherigen Fahrberichte sind ja überwiegend positiv. Bis auf die konstruktionsbedingten Einschänkungen (Zweisitzer, kleiner Kofferaum, Endgeschwindigkeit) scheint ein EV tatsächlich schon praxistauglich zu sein.

    Beim Smart ED werde ich leider den Verdacht nicht los, dass die Maximalleistung (und damit die Endgeschwindigkeit) bewusst so niedrig gelegt wurde, dass noch eine genügend großer Abstand zu den Automobilen mit Verbrennungsmotor bestehen bleibt. Den Elektromotor mit 20 kW mehr Spitzenleistung auszulegen, dürfte eigentlich kein Problem sein. Solange der Autobahnanteil der Fahrstrecke klein bleibt, hat man da keinen Nachteil beim Verbrauch und der Reichweite.
    Der A-Klasse E-Cell Mercedes wird 150 km/h schnell sein (bei 200km Reichweite). Solch ein Fahrzeug dürfte nur noch wenige Wünsche offen lassen.
    Bin gespannt auf die weiteren Fahrberichte.

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