Her mit dem Geschwindigkeitsschild


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Markus Schuster interessiert sich sehr für Nachhaltigkeitsthemen. 2005 baute er mit seinen Schwiegereltern die erste Photovoltaikanlage mit 4,8 kWp auf sein Haus. 2006 kam dann ein Hybridauto hinzu, ein Toyota Prius. Inzwischen betreibt er drei Photovoltaikanlagen und träumt von einer Unabhängigkeit von den Stromkonzernen. Bei ihm ist der Elektro-Smart in guten Händen. Oder? Sein Erfahrungsbericht.

Der Tag der Übernahme. Um 15:45 Uhr war es soweit. Der Kilometerstand bei Übernahme des E-Smarts war 620, die Batterie zeigte 100 Prozent Ladezustand. Also, los geht’s auf die Autobahn Richtung Heidelberg. Aus dem Stand fährt der Kleine recht spritzig an, auf der Bahn geht das Beschleunigen aber sehr gemütlich vonstatten. Danach zurück über die Landstraße nach Heppenheim und unserem Wohnort Einhausen.

Abends um 19:30 Uhr war ich 62 km gefahren, habe das Ladekabel angeschlossen und es sicherheitshalber noch etwas stabilisiert, da es durchhing und drohte, seitlich aus der Steckdose gezogen zu werden.

Am nächsten Morgen die erste längere Fahrt zur Arbeit auf der Autobahn von Einhausen nach Mainz. Wie es sich gehört: mit Musik, Heizung und Licht (Abfahrt 7:30 – Ankunft 8:20 Uhr). Anders als ich es erwartet hatte, gab es kein Problem mit der Reichweite. 50 % Restladung war bei Ankunft noch vorhanden. Allerdings kommt man an Lkw nur sehr langsam vorbei. Zwei Mal habe ich einen Schlepper überholt, aber nur auf einem 3-spurigen Abschnitt. Die Autos hinter mir fuhren teilweise sehr dicht auf, da sie erst spät feststellten, dass ich etwas langsamer unterwegs bin.

Ein Vorschlag: Man sollte ein Geschwindigkeitsschild „100 km/h“ am Smart anbringen, das die anderen Verkehrsteilnehmer warnt, dass man nicht schneller fahren kann.

Die nächste Fahrt zur Arbeit bei rund 3 Grad Außentemperatur und Morgenfrost. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit beschlugen ständig die Scheiben. Ich wollte nicht zuviel Energie für die Heizung verbrauchen und wechselte daher öfter von Innenraumzirkulation auf Außenluft. Eine schwarze Luxuskarosse fuhr so dicht auf, dass ich dachte, sie würde mir in den Kofferraum kriechen. Der Fahrer hat meine Geschwindigkeit wohl falsch eingeschätzt. 45 % Restladung kann ich ablesen, als ich in Mainz bei meiner Arbeitstelle ankomme. Sechs Stunden hatte ich dann bis zum Mittag nachgeladen. Entspannter Rückweg.

Am Tag der Fahrzeugrückgabe fuhr meine Frau mit dem Smart zur Arbeit, eine Strecke von circa 5 km. Auf der Kurzstrecke wird der Wagen leider nicht richtig warm, trotz Standheizung. Über Nacht hatte es gefroren.

Unser Fazit: Die Reichweite des Smart ist schon recht gut, circa 120 km haben wir mit vollen Akkus geschafft. Mit einer Lademöglichkeit würde es sogar zum Pendeln zu meiner Arbeitsstelle reichen (2 x 70 km). Der Wagen hinterlässt einen serienreifen Eindruck. Die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ist nicht wirklich autobahntauglich, 120 km/h würde ich mir wünschen. Ach ja, ein Tempomat wäre gut. Das würde bei Autobahnfahrten entspannen und könnte helfen, Strom zu sparen. Ein extra Staufach für das Ladekabel, eventuell mit einem ähnlichen Mechanismus wie beim Staubsauger mit Rückholfunktion, wäre wünschenswert. Ein Blick auf den Stromverbrauch hat übrigens folgendes ergeben: In der Testperiode ist unser Stromverbrauch durch das nächtliche Laden und die Standheizung um ungefähr 16 kW pro Tag gestiegen. Dies entspricht bei unserem derzeitigen Tarif circa 3,50 Euro.

6 Antworten zu “Her mit dem Geschwindigkeitsschild

  1. Das „nach Strom fragen“ ist in den letzten Jahren einfacher geworden
    (sofern man wirklich mal in die seltene Verlegenheit kommt dass ‚Ebbe im
    Akku ist‘).

    Noch vor zwei-drei Jahren habe ich mal in unserer Umgebung (Rheinland)
    fuer die DREHSTROMLISTE (bei Privatleuten/Firmen/Vereinen/usw.)
    nach Lademoeglichkeiten gefragt – meist mit sehr negativem Ergebnis
    (teilweise hatten die Leute Angst dass bei ihnen dann das Licht ausgeht)

    Mittlerweile hat sich das doch sehr geaendert (Strommessgeraet ist immer
    dabei – so kann man den Leuten zeigen dass der Clio ‚electrique‘ an der
    SCHUKODOSE nur 2,2KW in der Stunde konsumiert (also 32 bis 50 Cent –
    je nach Anbieter)).

    ZUHAUSE mit einem ZUSATZLADER (3Phasig) ist der Akku dann in
    ~ 1Stunde wieder voll ;-)))

    Uebrigens ….
    auf der Internet-Seite „Spritmonitor“ tauchen nun auch ELEKTROAUTOS auf (z.B. Saxo electrique (BJ 1996) auf LiFePo umgeruestet mit 12KW auf 100km (ab Steckdose))!.

  2. Ein toller Kommentar von Herrn Lutzmann.
    Was mache ich also, ich gucke (google) mal nach was der kostet. Hammer, sag ich nur. Nicht nur für diesen Test geeignet, sondern für jeden Bereich zum kontrollieren. 18,95 € und man weiß was sich bezahlt macht!
    Profis wollen auch mal testen? Unbedingt sag ich nur. Die wissen aus jahrelanger Erfahrung schon worum es sich und was sich so dreht.
    Hatte eben so gedacht, ob es nicht mal schön wäre, wenn man nach dem Test ein Treffen der Tester organisiert und die Erfahrungen austauscht.
    Den geometrischen Mittelpunkt Deutschlands fände ich witzig und geeignet.
    Marburg- Biedenkopf in der Nähe von Weimar. Bitte jetzt nicht über diesen Mittelpunkt streiten. War nur mal so eine Idee.
    Könnte ja auch in Sindelfingen oder auf der Insel Rügen sein.
    Ich staune nicht schlecht, wieviele bereits seit Jahren mit E- Mobilen unterwegs sind und für sich die Erfolgsgeschichte der E- Autos selbst geschrieben haben.
    Das mit der Bitte um eine Steckdose hatte ich nur Vermutet, dass es funktionieren würde. Schön zu lesen, dass es tatsächlich Unterstützer gibt, wenn man stehen geblieben ist.
    Man muss sich also nur selbst um- und/ oder einstellen, gut vorbereitet sein und mit positivem Beispiel überzeugen können.

  3. Pingback: Er fährt halt nur 100… | Das elektrische Fahrtenbuch

  4. Ich habe einen VW New Beetle, den ich auf Elektroantrieb umgebaut habe.
    80km/h ist hier die Komfortgeschwindigkeit (12km Arbeitsweg über Landstrasse). Nachdem ich einen „Aufkleber“ ins Fenster gehängt habe „80km/h Elektroauto“, fährt mir niemand mehr auf die Rückbank oder schaut genervt, wenn er vorbeifährt.
    Kann ich nur empfehlen.

  5. Die Berichte werden immer besser, Kompliment !!
    Meiner Meinung nach sind Aufkleber kontraproduktiv. Unsere zwei Elektro-Saxos haben je einen „Keine-Tankstelle“ Aufkleber, was manche Zeitgenossen dazu bringt gefährlich nahe aufzufahren oder in die Sicherheitsabstände hinein zu überholen. Bis sich rumgesproche hat, daß E-Autos (auch unsere Oldtimer) recht flott beschleunigen, vergeht sicher noch einige Zeit.
    Als Ladestelle haben wir 3 Stromentnahmestellen in der Garage, jeweils mit
    Sicherung, F/I Schalter, Zähler und Schaltuhr, weil bei manchen Anbietern noch Nachtstrom zu bekommen ist und nachts selbiger um 20-40% billiger als am Tage ist. Ja und nachts schläft ja der brave Bürger, das Ladegerät aber im Auto sollte arbeiten.
    Ein Tip für alle zukünftigen SMART Rumstromer, bei CONRAD gibts einen Wechselstromzähler mit Zwischenstecker 16 A Schwarz, Best.-Nr.: 622508 – 62 der sich hervorragend zur Verbrauchsmessung eignet.
    Zum Stromverbrauch. Die Physik ist unschlagbar, Elektroautos brauchen nur 1/3 der Energie im Vergleich zu Verbrennern. Wir führen seit Jahren Statistik mit unseren E-Saxo`s und konnten unsere Energiekosten (Kraftstroff/Strom) um mehr als ein Drittel senken, auch wegen des billigeren Nachtstroms.
    Dann das übliche, keinen Auspuff, keine Zündkerzen, kein Ölwechsel, weniger Bremsenverschleiß wegen Nutzbremsung, die (12V-) Batterie stirbt
    nicht so oft, weil keine Starterbelastung sie im Winter tötet, usw. usw.
    Versicherung und Steuer sind ein extra Thema, aber auch für Fahranfänger
    deutlich billiger als die kleinsten Verbrenner.
    Angst, stehen zu bleiben sollte man nicht haben. In den drei elektrischen Jahren sind wir nur einmal stehengeblieben. Man muß sich vor Auge führen, daß es für E-Autos unendlich viele „Tankstellen“ (Steckdosen) gibt, mehr als für Verbrenner.
    Und wenn wirklich mal der Akku richtig leer ist, dann geht man eben z. Bsp. einen Kaffee trinken und bittet den Wirt, eine Steckdose zu leihen. Das hat bis jetzt immer geklappt, die Zeit, die das Auto zum Laden braucht, wird mit Kaffee und Kuchen (oder was anderes) überbrückt und die Stromkosten liegen in der Höhe des Trinkgeldes.
    Wir sind gespannt, ob wir als „Überzeugungstäter“ auch einen ADAC E-SMART zum Ausprobieren bekommen, es wäre interessant, wie sich die Technik so in 16 Jahren weiterentwickelt hat …

  6. Sehrguter Bericht, alltagsnah und verständlich geschrieben. Ich bin immer wieder überrascht was so an Vorschlägen kommt, die noch nicht genannt wurden. Tolle Idee mit dem 100er Aufkleber. Kostet nicht viel und wirkt wunder. Mal sehen ob der nächste Testfahrer diesen Aufkleber schon vorfindet.
    Erstaunlich, dass jetzt zum erstenmal die Reichweite auf 120 km gestiegen ist.
    Würde mich doch nachträglich noch interessieren ob es am Windschatten bei den anderen Fahrzeugen lag, das Streckenprofil nicht mehr so hügelig war oder einfach mehr “ gesegelt“ wurde, um Energie zu sparen. Siehe Bericht zur Toyota E- Ralley.
    Was die Kopplung der Ladestationen, eine auf Arbeit und eine zu Hause, angeht, so entspricht es auch meinen Vorstellungen.
    Dabei würde mich noch interessieren ob es denn für dieses Testfahrzeug einen Energiezähler gibt, der zwischen Steckdose und Autoanschlusskabel gesteckt werden kann. Wie mir bekannt, gibt es solche Messgeräte für haushaltselektrische Geräte schon lange für die Messung von Standbyverbrauch.
    Sollte man sich den bei Conrad vorher kaufen?
    Wenn ich an unseren Stromzähler denke, kann ich kaum den Verbrauch tatsächlich ermitteln, wenn ein Auto aufgeladen werden würde. Dazu fehlen mir die Vergleichswerte vor diesem Vorgang aus den letzten Monaten.
    Durchschnittlich könnte ich aus der Stromabrechnung eines vergangenen Jahres den Mittelwert bestimmen, aber genau wäre das nicht.
    Ich nehme mal an, dass es wirklich eine Kostenersparnis ist, ob ich Sprit oder Strom nutze. Doch wie gravierend die Ersparnis wäre könnte ich nie sagen. meine Frau meint bisher sehr skeptisch, dass es wohl nicht so viel sein wird. Klar, sie will ja ihren heißgeliebten Brenner- Smart nicht hergeben, wenn es denn soweit wäre.
    Wie soll ich also meine Liebste überzeugen oder andere Interessierte, wenn ich nichts vorweisen kann.

    Ein anderes Problem ist diese Zweiladestation. Mein Arbeitgeber hat mir mitgeteilt, dass ich durchaus einen E- Smart in der Firma laden kann, aber mein Vermieter schweigt hartnäckig.
    Nun habe ich eine Lösung gefunden und werde ab Mittwoch auch in unserer Tiefgarage Strom laden können, weil ich einen alten vorhandenen Stromanschluss nutzen kann und nur reaktivieren muss. Der ist nämlich schon seit Jahren an unserem Wohnungsanschluss vorhandenm nur habe ich das nicht gewusst und durch Zufall entdeckt, weil ich den Energieanbieter wechseln will.

    Doch wie machen es dann die anderen? Wie ich schon geschildert hatte, gibt es da so diverse Schwierigkeiten durch die Vermieter. Und die Preise für einen Neuanschluss sind auch nicht ohne.

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