„Wir werden eine Münze werfen müssen.“


Vincent Posteuka: Projektleiter und Auszubildender

Im RWE Ausbildungszentrum Rauschermühle bauen die Lehrlinge derzeit aus einem Oldtimer ein Elektroauto. Vincent Posteuka hat als Projektleiter die Entwicklung des Heinkel E-Kabinenrollers angetrieben. Am 12. Januar hat der 19-jährige Auszubildende seine Prüfung zum Elektroniker für Betriebstechnik zu bestehen. Wir haben ihn in seiner Vorbereitungsphase erwischt und noch ein paar Fragen zu dem Projekt gestellt:

Herr Posteuka, wie viel Zeit hat der kleine Kabinenroller Sie und Ihre Kollegen schon gekostet? Das kann ich in Stunden kaum zählen. Da ausschließlich Auszubildende an dem Projekt beteiligt sind und immer wieder unterschiedliche Fachbereich an Teilstücken arbeiten, ist es etwas unübersichtlich. Aber es waren schon eine ganze Menge. In der heißen Phase haben sechs Auszubildende gleichzeitig an dem Auto gearbeitet. Bis wir eine finale Hinterachse hatten, brauchten wir beispielsweise vier Anläufe.

Also war der Antrieb die größte Herausforderung bei dem Umbau? Es war zumindest ein großer Teil. Aber wir mussten uns ja auch um sämtliche Komponenten kümmern. Woher stammen die Akkus, und wie bekommen wir einen geeigneten Elektromotormotor? Und was ist eigentlich der geeignete Motor für unseren Einsatzbereich?

Wie viel Budget stand für dieses Projekt zur Verfügung? Insgesamt haben wir 15.000 Euro zur Verfügung. Allein die Anschaffung des Kabinenrollers schlug schon mit 3.000 Euro zu Buche.

Kommen Sie mit dem Geld aus? Immerhin soll der Roller eine Straßenzulassung bekommen und kein Flickwerk sein. Wir kommen mit dem Geld ziemlich gut hin. Der Motor läuft nun, und das Gröbste haben wir bereits geschafft. Es fehlt noch die die Innenausstattung, die richtige Programmierung des Steuergeräts und die Lackierung. Er soll wieder blau werden, der original Farbton.

Was bedeutet dieses Projekt für Ihre berufliche Zukunft? Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Die mache ich mir, wenn der Wagen fährt und ich die Prüfung bestanden habe.

Welche Lebensweisheit verbinden Sie mit diesem Projekt? Dass Dinge häufig einen anderen Verlauf nehmen als geplant. Dann kommt es darauf an, flexibel zu sein.

Wer darf die erste Runde mit dem E-Auto drehen, wenn es fertig ist? Da werden wir wohl eine Münze werfen müssen. Alle haben so viel Zeit und Herzblut in das Projekt gesteckt, dass eigentlich jeder das Recht der ersten Fahrt hat.

Aus dem Heinkel Kabinenroller soll ein modernes Elektroauto werden

4 Antworten zu “„Wir werden eine Münze werfen müssen.“

  1. Schön, dass sich hier unterschiedliche Menschen mit einer Vision treffen. Gefällt mir.

  2. Hallo Helmut !

    Es gibt doch JEDE MENGE LIEFERANTEN fuer ELEKTRISCHE ANTRIEBSKOMPONENTEN (nur meist in UK oder USA).
    In Europa (speziell in -D-) nur seeeehr wenig!

    JEDE MENGE UMBAUTEN GIBT’S bei http://www.evalbum.com
    (meist in USA … aber auch weinige aus -D-).

    Es gibt eine speziellen Oldie-E-Umbauer (www.elektroporsche.de/)
    die sogn. Classic-E-Cars bauen (fuer EXTREM viel Geld) jeden OLDIE
    zum EV um. Ebenso gibt es mittlerweile einige Anbieter die Smart’s auf
    E-Antrieb umruesten ! (die Firma Lorrey in Offenbach/Frankfurt oder LE-Automobiele (die haben den A2 fuer Lekker/DBM gebaut) – oder auch Kraftvollleicht in Bayern … bauen ebenso Autos um).

    Als Anbieter von E-Komponenten (Hersteller Mes-Dea) ist z.B. in Italien
    http://www.electro-vehicles.eu oder e3 in Polen gekannt … ansonsten direkt in USA …

    Ein paar LINKS … (so aus dem Kopf … in zufaelliger Reihenfolge)

    Die WICHTIGSTEN EV-HERSTELLER/ZULIEFERER (FUER DIE AUTO-INDUSTRIE)
    http://www.modeczev.com/
    /www.zytekgroup.co.uk/
    http://www.smithelectricvehicles.com BAUT FORD-MODELLE FUER UK
    http://www.acpropulsion.com TESLA + BMW-MINI ZULIEFERER

    http://www.evpermanent.com/en/pricelist.php einer von vielen EV-UMBAU Anbietern ANSEHEN
    http://www.electricvehiclesusa.com/

    https://www.junglemotors.com/ amerikanischer Prius Umbauer … gibt’s auch in -GB- und -NL-

    http://www.hybridtechnologies.com/products

    http://www.elektroauto-umrüstung.de/
    http://www.kraftvollleicht.de/
    http://www.le-mobile.de

    http://www.elweb.info/dokuwiki/doku.php?id=mes-dea_smart_pure_elettrica&DokuWiki=

    … eigentl. ist in -D- der TUEV eines der groessten Haemmnisse😉.

    Gruss von einem der wenigen (langjaehrigen) EV-Fahrer in -D-
    http://www.youtube.com/watch?v=XAiM3Vm3C6k

  3. auf der Suche nach „Woher stammen die Akkus, und wie bekommen wir einen geeigneten Elektromotormotor?“ bin ich schon seit über 10 Jahren…

    Kurzzeitig bin ich sogar auch gelegentlich fündig geworden…
    (da gab´s mal den Lotus Super Solaris… z.B. …).
    Bis meine Quellen dann wieder spurlos verschwunden waren (meiner Meinung nach gezielt geschluckt worden sind.)…

    Wie auch immer: früher oder später wird mein Merzedes 208 Oldtimer wieder rollen… elektrisch!

    Kommentare und vor allem Tipps sind herzlichst willkommen!

  4. Die Prüfung wird sicherlich gut. Mit soviel Erfahrung beim Umsetzen eines Projektes und den damit verbundenen Schwirigkeiten, hat jeder Azubi die besten Voraussetzungen mit Erfolg abzuschließen. Ich wümsche allen Lehrlingen viel Glück und nicht nur für die Prüfung.

    Bei der Straßenzulassung stelle ich mir die Frage, wie eigentlich so ein Umbau dem TÜV zur Freigabe unterbreitet wird. Muss jedes Teil einzeln in einer Liste erscheinen, dann die Baugruppen nochmal. um dann das gesamte Auto zur Prüfung zugelassen zu bekommen? Stelle mir gerade vor, wie dick die Akten sein müssen.
    Ist jeder einzelne Ablauf des Umbaus zu dokumentieren?

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