Der elektrische Bürgermeister


Bürgermeister Peter Felbermeier fuhr eine Woche lang Elektro-Smart

Bürgermeister Peter Felbermeier fuhr eine Woche lang Elektro-Smart

Auch Peter Felbermeier testete eine Woche lang einen Smart electric drive. Als Bürgermeister von Haimhausen in Bayern ist er viel unterwegs. Hier lesen Sie seine Erfahrungen mit dem elektrischen Zweisitzer.

Für mich waren es die ersten Fahrversuche sowohl mit einem Elektroauto als auch mit einem Smart. Die Umstellung von meinem eigentlichen Fahrzeug zu dem E- Smart war keine große Herausforderung, ganz im Gegenteil, ich hatte sofort große Freude am Fahren.

Ich hätte nicht gedacht, dass der kleine Smart so flott unterwegs ist. Auch auf Überlandfahrten konnte ich mit den anderen Verkehrsteilnehmern recht gut mithalten. Die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ist hier ausreichend. Ich war auch mal kurz auf der Autobahn bin aber gleich wieder auf die Landstraße. Ich fühlte mich doch ziemlich unsicher. Hier sind 100 km/h einfach zu langsam, 120 km/h wären ideal.

Als erster Bürgermeister bin ich eigentlich ständig unterwegs, auch nachts. Es hat sich hier gezeigt, dass die Reichweite doch noch zu kurz ist. Wenn man abends noch Zusatztermine hat blickt man doch häufig auf die Batterieanzeige, die schon mal zehn Prozent und weniger anzeigt. Eine gewisse Nervosität kommt da schon mal auf. Reichweiten von bis zu 250 Kilometer würden eher ausreichen, um beruhigt auch längere Strecken in Angriff zu nehmen.

Der kleine Smart ist innen erstaunlich geräumig. Ich fühlte mich zu keiner Zeit eingeengt und ich hatte eigentlich nie das Gefühl im einem „Kleinstwagen“ unterwegs zu sein. Besonders beeindruckend war die Geräuschlosigkeit, mit der man unterwegs ist. Hier erzeugt man durchaus Aufsehen (falls man gesehen und gehört wird).

Erstaunt hat mich die Tatsache, wie wenig über Elektrofahrzeuge bekannt ist. Für Freunde und Bekannte war es neu, dass E-Fahrzeuge an der ganz normalen Steckdose aufgetankt werden können. Insgesamt muss ich aber sagen, dass mir (auch als Familienvater) der Smart zu klein ist. Persönlich würde ich aber sehr gerne ein Elektroauto als Dienstfahrzeug nutzten wenn das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung wäre. Hier sind die Automobilkonzerne noch gefragt etwas zu unternehmen. Noch sind E-Fahrzeuge einfach zu teuer.

Kurze Strecken, geräuschlos, gute Möglichkeiten auf einen Parkplatz, der E-Smart ist sicherlich als „Stadtauto“ gut geeignet. Auf dem Land und als Familienauto ist er dann doch zu klein. Als Bürgermeister einer Gemeinde, die selbst zwei große Photovoltaikanlagen (Leistung 3,65 MW) betreibt, wäre es mein Wunsch, E-Tankstellen direkt am solchen Photovoltaikanlagen zu installieren. Ohne die Umwelt zu belasten wäre man dann mit gutem Gewissen unterwegs. Wie gesagt, mein Traum. Leider musste ich den E-Smart nach einer Woche wieder zurückgeben. Es ist schön ein Auto gefahren zu haben, dass mit der Technik von Morgen ausgestattet war.

Einen Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ über Peter Felbermeiers Testfahrt lesen Sie hier.

3 Antworten zu “Der elektrische Bürgermeister

  1. Aber bei Daimler bewegt sich nun was. Das habe ich gerade gefunden auf der Internetseite der Zeitung USA Today. Der Autovermieter Hertz wird in USA Elektrosmart anbieten. In New York ab 15. Dezember, in Washington innerhalb des ersten Quartals 2011 und in San Francisco im zweiten Quartal.
    Link: http://content.usatoday.com/communities/driveon/post/2010/12/electric-smart-car-hertz-rental-/1

  2. Nee Julian, keene Fragen mehr.
    Da gibt es eine Voltaikanlage und keine Steckdosen. Mit etwas mehr als 4800 Einwohnern könnte man sich doch die Steckdosen leisten, die der Ort benötigt.
    Dort kennt doch jeder Jeden und mit einer kleinen Sammlung von 10 E pro Person, hätte man doch eine kleine Summe zusammen, um diese technische Ausstattung im Ort aufzubauen.
    Das mit den Akkus wäre wohl unbedingt bei Smart abzuklären und sollte schnellstens für die Reichweite ausgebaut bzw. geändert werden.
    Dass diese Technik auch in vier und fünf Personen PKW untergebracht werden kann ist ebenfalls offensichtlich.
    Im Grunde landen wir immer wieder bei den Herstellern, die sich im Preis und in der vom Kunden gewünschten Technik verkalkulieren.
    das wird uns noch sehr lange auf den Fuß fallen und immer wieder hier Thema sein.
    DER HERSTELLER mit seiner beschränkten Sichtweise!

  3. Für die Reichweite sind doch zwei Dinge zusätzlich entscheidend:
    1. Nutze ich Möglichkeiten, zwischenzuladen, z.B. bei Terminen
    2. die Geschwindigkeit des Ladevorganes.

    Der SMART ed läd derzeit mit 2,8kW, an einer normalen Dose wäre noch 3,5 kW möglich, an Drehstrom deutlich mehr. Sicher baut Daimler in die Serienfahrzeuge ein stärkeres Ladegerät ein, wenn dies nicht auf die Lebensdauer des Akkus geht, bzw. auf Kundenwunsch. Dann könnte man in knapp 60 Minuten für knapp 80km laden. Noch Fragen?

    Gruß
    Julian

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s