Retter unter Strom?


Mit der Zange an den Holm: Könnten Unfallhelfer einen Stromschlag kriegen?

Mit der Zange an den Holm: Könnten Unfallhelfer bei einem E-Auto einen Stromschlag kriegen?

Wie gefährdet sind Unfallhelfer und Insassen, wenn ein Elektro-Auto aufgeschnitten wird? Wir haben es getestet und das Ergebnis war eindeutig: Die Sicherheitsabschaltung des Hochvoltkreises funktioniert einwandfrei. Die Verunglückten können mit der Rettungskarte auch nach einem Unfall mit ihrem Elektro-Auto gefahrlos aus der Karosserie befreit werden. Auch die Rettungskräfte waren nie Gefahren ausgesetzt.

Die vom ADAC entwickelte Rettungskarte, mit deren Informationen die Feuerwehr nach einem Unfall ein Auto schnell und fachgerecht aufschneiden kann, hilft den Rettungskräften auch nach dem Crash eines Elektrofahrzeugs. Beim ADAC-Crashtest des ersten Elektro-Autos aus einer Großserienproduktion, das es in Deutschland zu kaufen gibt, erzielte der Mitsubishi i-MiEV eine gute Sicherheitsbilanz.

Die kostenlose Rettungskarte für sämtliche Fahrzeuge finden Sie hier.

7 Antworten zu “Retter unter Strom?

  1. Letzter Stand der Information „Rettungskarte“ war: befindet sich im Fahrzeug
    Würde mich interessieren, ob die Retter nun eine entsprechende Karte schon zur Hand haben oder schnell über Funk abrufen können, damit sie nicht ungesichert ins Fahrzeug müssen.
    Dann stellt sich mir die Frage, wie das Lebensrettungsmodell des Ersthelfers funktioniert, während man auf den Notdienst wartet.
    Gibt es jetzt ein erkennbares Hinweisschild ohne Worte das besagt „Vorsicht Hochstromanlage am Heck abschalten“.
    Wo ist die Automatikabschaltung oder der Notschalter für unbedarfte Helfer, denn offensichtlich ist die Rettungskarte dieses nicht.

  2. Um Insassen und Retter im Un-Fall zu schützen, nutzen die Hersteller sicher viele konzeptionelle, konstruktive und funktionale Bausteine im Mosaik der Sicherheitsmaßnahmen.
    Zum Schutz von Meschenleben kann aber nie genug getan werden. Ein weiteres Mosaiksteinchen ist die Rettungskarte, des ADAC.
    Ein weiteres Steinchen könnte, gerade bei Fahrzeugen die nicht ausschließlich eletrifiziert angeboten werden, wie Prius oder i-Miev, ein Bauteil darstellen, dass erst im Un-Fall sichtbar wird: der Airbag.
    Um den Rettern einen sehr schnellen und sicheren Hinweis darauf zu geben, dass es an einem verunfallten Fahrzeug eine besondere Gefährdung zu beachten gilt könnten die Airbags von elektrifizierten(oder auch gasbetriebenen) Fahrzeugen schlicht und einfach eingefärbt werden.
    Orange für Autos mit Hochvolt-, grün für Gas- und blau für Wasserstoff-Technik wäre mein Vorschlag.
    So haben die Retter schon auf den ersten Blick eine Information über das Gefahrenpotential des Unfallfahrzeug.

  3. „Die vom ADAC entwickelte Rettungskarte, mit deren Informationen die Feuerwehr nach einem Unfall ein Auto schnell und fachgerecht aufschneiden kann, hilft den Rettungskräften auch nach dem Crash eines Elektrofahrzeugs. “
    „Die kostenlose Rettungskarte für sämtliche Fahrzeuge finden Sie hier.“

    Das sind sehr gefährliche Aussagen und dazu noch unrichtig.
    Auf den Seiten von Citroen findet man den SAXO nicht, geschweige denn den Elektro-Saxo ( oder den E-Berlingo, was ist mit dem E-AX) .
    Auf den Seiten von Peugeot findet man den Peugeot 106 nicht, geschweige denn den Elektro Peugeot – 106.
    Auf den Seiten von Renault findet man zwar den -Partner, aber nicht den
    Partner mit E-Antrieb – Verwechslungsgefahr !

    Bei allen französischen E-Fahrzeugen ist der Fahrstromkreis mit mehreren Sicherungen abgesichert. Diese lassen zwar 200A Fahrstrom problemlos durch, aber schalten erst bei einer Kurzzeitbelastung von mehr als 200A ab.
    Zur Erinnerung mit dieser Spannung und 200A könnte man problemlos schweißen – Stichwort Lichtbogen und dann noch Benzin in der Standheizung !
    Hier sollte genau geschult werden, denn wenn sich das oben Gesagte bei der Feuerwehr durchsetzt und die Kenntnis (einfach aus dem Fehlen der o.g.
    Rettungskarten) daß es bei den Franzosen keine E-Fahrzeuge gibt – ist bei
    Unfällen Ungemach vorprogrammiert. Ich hatte im Dezember einen Unfall mit meiner E-Karre – selbst die, den Unfall aufnehmende Polizeistreife
    wußte absolut nichts von Elektrofahrzeugen.

    Trifft der ADAC solche Pauschalaussagen weiterhin (… Die vom ADAC entwickelte Rettungskarte… und … Die kostenlose Rettungskarte für sämtliche Fahrzeuge finden Sie hier… ), diese dann auch noch ofiziell nach außen vertritt, ist viel, einfach gesagt, Ärger zu erwarten.
    Das gilt nicht nicht nur für die Franzosen, sondern auch für VW (ich habe den GOLF CITYSTROMER einfach nicht gefunden). Von den anderen Fahrzeugen der bunten E-Szene ganz zu schweigen.

    Da ist noch viel Arbeit zu vollbringen … und nicht zu vergessen, es gibt die
    E-Fahrzeuge nicht nur seit I-Miev, E-Smart, E-Mini, die ersten E-Fahrzeuge
    erreichen bald den Youngtimerstatus !

    • Sehr geehrter Herr Lutz,

      Die Informationen auf den Rettungskarten zu den vorhandenen Techniken in den Elektroautos hilft den Rettern die Schneid- und Spreizaktionen nach einem Unfall sicher und schnell durchzuführen. Dies ist von führenden Experten der Feuerwehr- und Rettungsorganisationen anerkannt und ist Bestandteil der Ausbildung der Rettungskräfte.

      Derzeit bieten alle Hersteller Rettungskarten an, auch für Elektrofahrzeuge. In den 90er-Jahren (bis ca. 2005) wurden mehrere Klein- und Kleinstserien von Fahrzeugen mit Elektro-, Wasserstoff- und sogar Brennstoffzellenantrieb getestet bzw. auf die Straßen gebracht. Da in dieser Zeit noch keine standardisierten Arten der Informationsbereitstellung (Rettungskarten) vorlagen, liegen für diese wenigen Fahrzeuge bisher keine Rettungskarten vor.

      Die Feuerwehren sind auf Spannungen bis 1000 Volt vorbereitet. Sie sind grundsätzlich geschult, mit diesen Fahrzeugen ohne Rettungsinformationen umzugehen.

      Dennoch besteht die Gefahr, dass Retter im Einsatz Risiken ausgesetzt sind, welche mit vorliegenden Rettungskarten weiter reduziert werden. Da derzeit die Zahl der E-Modelle und der verkauften Fahrzeuge zunehmen, werden die Rettungskarten unerlässlich. Jeder Hersteller ist angehalten, Rettungskarten nach den Vorschlägen des ADAC / VDA zu erstellen, um den Ablauf der Rettung zu optimieren. Viele Hersteller erstellen nun auch für ältere Modelle Rettungskarten.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ihr ADAC-Testteam

      • Sehr geehrte adacmotorwelt,
        danke für die Antwort, zweifelsohne ist die Rettungskarte eine sehr wertvolle Hilfe bei Unfällen wenn es denn eine gibt.
        Machen Sie einfach die Probe, folgen Sie Ihrem Link und sie werden feststellen – da gibt es Lücken, da kann verwechselt werden – die Aussage „… sämtliche Fahrzeuge …“ stimmt einfach nicht (Verbrenner eingeschlossen).
        „Sie (die Feuerwehren) sind grundsätzlich geschult, mit diesen Fahrzeugen (E-Fahrzeuge) ohne Rettungsinformationen umzugehen.“
        Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht – die von mir gefragten Feuerwehrleute wußten wenig von den Gefahren verunfallter E-Fahrzeuge, vorausgesetzt sie kannten einige, sie wußten wohl über Spannungen und Ströme Bescheid.
        Aber das aus den Akkus Kalilauge, das Umweltgift Cadmium und noch andere unfeine Stoffe austreten können, war ihnen nicht bewußt.
        Das zeigt auch ein Unfall mit Li – Akkus (Stichwort Rekordfahrt) in einem Gabelstapler, vor kurzem ging er durch die Presse, wo Ratlosigkeit herrschte.
        Die allgemeine Grundaussage mag stimmen – im Detail aber ???
        Ich bin nach wie vor der Meinung, Begriffe wie „…sämtliche Fahrzeuge…“, „…grundsätzlich geschult…“ sollten vorsichtig gewählt werden.
        Wie geschrieben, die Rettungskarte ist ein prima Hilfsmittel, auch bei E-Fahrzeugen, aber vorausgesetzt, sie ist verwechslungssicher, aktuell und vor allem sie liegt vor…

  4. Ein bischen abschalten währ ja wie ein bischen gesund sein. Entweder an oder aus.

    Wenn man bedenkt wieviele „Notabschaltungen“ so ein Fahrzeug hat muß ja immer irgendetwas funktionieren. Aber es gibt ja auch immer wieder Fehlfunktionen. Auch bei einem “ Abgeschalteten“ Fahrzeug darf der „Retter“ trotzdem nicht überall mit der Schere ansetzten. Die ADAC Karte hilft hier. Aber auch eine Schulung der Retter muß es geben. Und davon sind wir leider noch viel zu weit entfernt.

  5. „Wir haben es getestet und das Ergebnis war eindeutig: Die Sicherheitsabschaltung des Hochvoltkreises funktioniert einwandfrei.“

    … ja und ???

    Wieso sollte es nicht funktionieren ?
    Haetten die Fahrzeuge sonst eine Zulassung bekommen …
    „Ergebnis eindeutig“ … geht ja wohl auch nicht anders …
    ein BISSCHEN abschalten waere doch laecherlich😉 !!!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s