Opel Ampera: „Ein Drittel der Kunden werden Privatleute sein“


Entwicklungschefin Rita Forst (Foto: Opel)

Entwicklungschefin Rita Forst (Foto: Opel)

Rita Forst, Entwicklungschefin bei Opel, sprach mit dem ADAC über die Marktchancen, den Grundpreis und den Umweltnutzen des Elektroautos Ampera.

Erinnern Sie sich noch an das erste interne Gespräch zum Opel Ampera?
Das ist noch gar nicht so lange her, Ende 2007 oder Anfang 2008. Und bereits in diesem Jahr geht der Ampera in Serienproduktion. Der Ampera ist überhaupt das erste alltags- und reisetaugliche Elektrofahrzeug auf dem Markt. Der Zeitdruck war enorm, aber wir haben es geschafft.

Mit welchen Stückzahlen rechnen Sie?
Wir sind flexibel und wollen uns noch nicht festlegen. Aber wir gehen davon aus, dass die Nachfrage allmählich steigen wird. Zunächst mal in den USA, wo der Wagen technisch baugleich als Chevrolet Volt verkauft und mit Kaufanreizen vom Staat gefördert wird. Dann sukzessiv in europäischen Ländern.

Gibt es denn Vorbestellungen, speziell in Europa?
Verbindliche Vorbestellungen können wir noch nicht entgegen nehmen, aber wir haben europaweit 3300 Reservierungen. Eine Reservierung kostet 150 €.

So wenig? Dann könnte ein Kunde ja auch relativ schadlos wieder abspringen …
Warum sollte er?

Weil er es sich doch anders überlegt, schließlich sind 43000 € eine Menge Geld.
Dafür bekommt der Kunde aber auch ein vollwertiges Auto. Mit Platz für vier Personen plus Gepäck und mit einer Gesamtreichweite von über 500 Kilometer, davon durchschnittlich 60 Kilometer rein elektrisch zu fahren. Anschließend geht es mit dem Range Extender, dem kleinen Verbrennungsmotor, weiter. Und wenn der Sprit zur Neige geht, wird wie bei jedem anderen Auto auch in ein paar Minuten an der Tankstelle Benzin gezapft, bis die Batterie an der Steckdose wieder aufgeladen werden kann. Vor allem ist das Auto für Behörden und Firmen interessant.

Privatleute erwarten Sie als Kunden eher nicht?
Ein Drittel werden nach unserer Einschätzung Privatleute sein.

Erst hieß es, der Range Extender würde nur dazu dienen, die Akkus wieder aufzuladen. Einen Kraftschluss zwischen ihm und den Rädern – wie beim Hybridantrieb – gäbe es nicht. Der Kraftschluss existiert in bestimmten Situationen aber doch. Wieso haben Sie sich von dieser Konstruktion verabschiedet?
Die Wandlungsverluste sind geringer, die Effizienz ist besser. Und darum geht es.

Was ist im Grundpreis alles drin für 43.000 €?
Der Ampera wird, wie andere Opel-Fahrzeuge auch, in einer Basisausstattung angeboten, Klimaanlage und viele andere Ausstattungsmerkmale sind hier bereits inkludiert. Darüber hinaus gibt es die üblichen optionalen Extras. Besonders stolz sind wir darauf, die für Opel übliche Qualität auch beim Ampera gewährleisten zu können. Deswegen gewähren wir für die Batterie eine 8 Jahre/160.000 km Garantie und es gibt selbstverständlich auch für den Ampera die „Lebenslange Garantie“ von Opel. Der Ampera ist insofern ein Mittelklasse-Auto mit besonderen Leistungen, viel Fahrspass, einem sehr hohen Umweltnutzen und mit einem sehr hohen Qualitätsanspruch.

Interview: Wolfgang Rudschies

5 Antworten zu “Opel Ampera: „Ein Drittel der Kunden werden Privatleute sein“

  1. Der Trick von GM ist doch nun wirklich nicht, ein geniales E-Auto zu bauen, Gott bewahre. Die gab es schon, man muss nur wie oben schonmal kurz erwähnt „EV1“ googeln. Dieses E-Fahrzeug aus den USA(!) war schlicht viel zu erfolgreich für GM und Konsorten, deshalb musste es leider wieder abgeschafft werden.
    Überhaupt habe ich eine Frage zum Range Extender: Das Teil wird doch hoffentlich kein OTTO-Motor sein?! Etwas hinterwäldlerischeres als diese Motor-Monster mit 400 beweglichen Teilen gibt es ja wohl nicht. Es ist ja auch nicht so, als ob es sehr nette Motor-Alternativen gäbe, siehe nur Wankelmotor, Stelzer-Motor und so weiter und so fort…… wer mir heute einen ökologisch ganz toll super duper sparsamen Otto-Motor andrehen will, dem kann ich ehrlichgesagt nur einen Vogel zeigen, sorry.

  2. Das soll wohl ein schlechter Witz sein. So viel Geld für diese Knallbüchse?
    Na, da werden noch einigen die Augen aufgehen, die heute den E-Antrieb
    als Retter und Heilsbringer hinstellen. Spätestens beim Geld hört´s auf.
    Die Sackgasse ist geöffnet, schnell hinein. Jeder normale Mensch erkennt,
    daß dies nicht gutgehen kann. Haben die Schreier schon alle bestellt oder
    ist das nur bla, bla? Mit lachenden Grüßen E.K.

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  4. Sehr geehrte Frau Forst. Als Entwicklungschefin hätte ich erwartet, dass Sie über den Tellerrand hinaus schauen und sich auf unangenehme Fragen einstellen. Die blieben bei diesem Interview zum Glück für Sie aus. Leider werden im allgemeinen die Kunden nicht konkret fragen, weil sie selbst keine speziellen Kenntnisse haben. Sie sollten aber darauf gefasst sein, dass es nicht mehr so leicht sein wird die Kunden zu überzeugen, wenn sie die Zusammenhänge vorher woanders erklärt bekommen und nur Ansatzweise auf die Kernfakten zu sprechen kommen. Die erste und wichtigste Frage wird wohl sein: “ Was spare ich gegenüber anderen Modellen ohne E- Motor wirklich?“ und hier sind eben 60 km Reichweite mit Elektroantrieb und sonst das übliche kein überzeugendes Argument bei Kunden, die bereit wären 43.000,- € hinzublättern. Dafür bekomme ich fast 2 Prius (1,5). Und wenn dann noch Kunden mit den unangenehmen Fachfragen kommen, wird ihr Fachverkäufer eher den Kunden vergraulen, als ihn zu gewinnen. Denn auch hier gibt es schon genügend Vergleichsmöglichkeiten auf dem Markt, die um Jahrhunderte ihrem Produkt voraus sind.
    Und bitte Frau Forst. Von einer Chefin in der Entwicklungsabteilung erwarte ich wenigstens, dass sie den Zusammenhang zwischen Effektivität und ihrem Produkt nicht erwähnt, wenn sie nicht in der Lage ist zu akzeptieren, dass alle Technologen der Welt auf der Basis der Physik und mit erheblich vielen Fallbeispielen bewiesen haben, dass Wandlungsverluste nicht unbedingt zu berücksichtigen sind, wenn ich an der gesamten Masse bereits erhebliche Energieverluste verweiden kann, indem ich diese Masse reduziere.
    Ich habe diesem Beitrag ein sehrgut gegeben, weil er doch tatsächlich aufgedeckt hat, wie schlecht Opel und GM am Markt aufgestellt sind. Das Personal spricht Bände.

  5. Das Fahrzeug überzeugt mich nicht. Man war schon mit dem EV1 viel weiter und hatte eine gewisse Akzeptanz erreicht. Hier ist kein Wurf gelungen, der auch nur Ansatzweise überzeugt. Ich hatte bereits den Vergleich zum Prius hier angesprochen und der wiegt schwer gegen den Ampera. Allein 100 km Reichweite mit Strom müssen heute Standard sein. Das bringt die einfachste Technik des Elektroantriebes mit Akkus, siehe Citystromer von VW.
    Und ich verweise auf die Physik. Ich muss für 500 km Reichweite die gesamte Energie an Bord haben. Wenn ich den Kraftschluss mit einem Verbrennungsmotor und der Antriebsachse herstelle, verliere ich viel mehr an Effiziens, weil ich nämlich die alten Bauteile, wie Differential, Gangschaltung usw. benötige. Diese würden jedoch grundsätzlich entfallen, wenn ich mit Strom über den Radnabenmotor fahre. Das Gewicht des Fahrzeugs sinkt und auch so einige Energieverluste durch Abwärme bei Reibung der vorhandenen veralteten Bauteile oder fehlende Rückgewinnung der elektrischen Energie durch die Motor- Achse- Kopplung sprechen gegen den Ampera. Ich hätte doch zugerne gewusst, wie denn der Elektromotor rekuperieren soll, wenn er von der Achse oder den Rädern abgekoppelt ist und dafür ein Verbrennungsmotor läuft. Denn nach diesem Bericht wird erklärt, dass man bis zur nächsten Steckdose eben nur noch mit dem Verbrennungsmotor fahren kann und muss. Wandlungsverluste sind garantiert geringer, als der Energieverlust für unnötige Transport von überschüssigen Bauteilen oder unnötigen Kopplungsmanövern in der Antriebsführung beim Wechseln zwischen E- und Verbrennungsmotor. Ich erkläre als Laie den Entwicklern eine 6 für Physik ins Zeugnis und empfehle dringend einen Crashkurs an der TH Bielefeld. Für die Unternehmer die keine Ahnung haben was das Ding wirklich kosten wird sei empfohlen: Kauft den Ampera nicht er ist völlig veraltet, widerspricht den elementarsten Grundregeln der Physik und ist völlig überteuert. Sparen wird da keine Nutzer.
    Die Entwicklung ist zu schnell vorausgeeilt, als das man hier von einem guten Produkt sprechen kann.

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