Da ist Musik drin: Der Honda Jazz ist da


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Der neue Honda Jazz ist der erste Kleinwagen mit Hybridantrieb in Deutschland. Er wird von einem Verbrennungsmotor mit 64 kW (88 PS) angetrieben, den ein 10 kW (14 PS) Elektromotor unterstützt. Der Preis für das Einstiegsmodell liegt bei 18.900 Euro. Nur 104 g CO2-Ausstoß pro Kilometer verspricht Honda. Der ADAC hat ihn nun getestet. Eines vorweg: Der Jazz ist ein absolutes Stadt-Auto.

Dieses saftige Grün („Fresh Lime Metallic“) – es passt einfach am besten zu Hondas neuem Sparmobil, das alle anderen Fahrzeuge der Kleinwagen­klasse zu grauen Mäusen machen will. Ei­nen Hybridantrieb hat noch kein Konkur­rent zu bieten – warum also nicht den Öko-Anstrich nach außen tragen? Sparsame Diesel finden bei kleinen Autos derzeit wenig Käufer, da sich ein teurer Selbstzünder erst bei hohen Jahres-Fahrleistungen rechnet. Die erreicht ein Kleinwagen nur in Ausnahmefällen – und nicht beim täglichen Einsatz zwischen Kin­dergarten und Supermarkt.

Gerade hier spielt die Hybridtechnik ihre Vorteile aus. Beim Anfahren etwa, im Stop-and-go-Verkehr oder beim Zwischen­spurt in der Stadt, wo gewöhnliche Benziner besonders viel Durst haben. Hier wird der 1,4-Liter-Benziner des Jazz beim Beschleunigen von einem Elektromotor mit rund 10 kW Leistung unterstützt. Der Fahrer kann sich entspannen, dank des stufenlosen Automatikgetriebes (Serie).

Dabei erstaunt, wie wenig Gas der Honda benötigt: Nur ein sanfter Druck auf das rechte Pedal, und der Kleinwagen be­schleunigt leichtfüßig und flink. Das Drehzahlniveau bleibt dabei meist niedrig. Das sorgt innerorts für ein geringes Geräuschniveau und trägt zum Spritsparen bei. An der Ampel schal­tet sich der Benziner automatisch ab. Einen reinen Elektromodus gibt es allerdings nicht. Das elektrische Fahren beschränkt sich beim Jazz auf sehr wenige Situationen, zum Beispiel beim sanften Dahinrollen. Der Benziner klinkt sich nur selten aus. Als „Mild-Hybrid“ ist der Jazz für rein elektrisches Fahren nicht ausgelegt – Batterien und E-Motor sind dafür zu klein.

Das Resultat: In der Stadt begnügt sich der Kleinwagen in unserem Test mit durchschnittlich 4,6 Liter Super. Auf der Autobahn ergibt sich ein an­deres Bild. Weil hier der Elektromotor we­nig zum Vortrieb beitragen kann, schnellt der Verbrauch nach oben. Im ADAC Eco-Test ergeben sich bei Richtgeschwindigkeit 6,4 Liter auf 100 Kilometer, bei 140 oder 150 km/h nimmt der Honda gern auch mehr. Hier bringt das Antriebs-Duo also keinen Vorteil – was übrigens für die meisten Hybridautos gilt. Zudem steigt der Lärmpegel auf der Autobahn dramatisch an: Beim Beschleunigen und bei höherem Tempo lässt das CVT-Getriebe den Motor mit unnötig hohen Drehzahlen aufheulen. Das nervt. Wenn dann noch die lauten Abrollgeräusche dazukommen, geht das Radio endgültig in den Fahrgeräuschen unter. An der Dämmung sollte Honda arbeiten.

Insgesamt kommt der Jazz Hybrid auf einen achtbaren Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter Super. Damit ist der Japaner der sparsamste Kleinwagen mit Benzinmotor, der bisher im ADAC EcoTest gemessen wurde. Warum der Jazz Hybrid dennoch nur vier und nicht die vollen fünf Sterne im EcoTest bekommt, lässt sich erklären: Bei Kleinwagen setzt der ADAC strengere Maßstäbe an als in anderen Klassen. Von Autos dieser Größe kann man schließlich niedrige Verbräuche erwarten. Zum Vergleich: Der zur Golf-Klasse zählende Honda Insight, der über die gleiche Technik verfügt, verbrauchte im Schnitt nur 4,6 Liter – und wurde mit fünf Sternen ausgezeichnet.

Weil Batterien und Steuerelektronik platzsparend unter dem Kofferraumboden untergebracht sind, gibt es keine Einschränkungen beim Nutzwert. Der ist in der Kleinwagenklasse vorbildlich: Schon das Raumgefühl überzeugt, die Variabilität ebenfalls. So ist nur ein Handgriff nötig, und es entsteht eine ebene, riesengroße Ladefläche. Die zweite Klappvariante empfiehlt sich, wenn eine große Ladehöhe gefragt ist, etwa für Fahrräder oder aufrecht stehende Topfpflanzen: Die Sitzfläche der Rückbank lässt sich dafür in Richtung Lehne falten.

Bleiben die Kosten. Lohnt sich der Aufpreis von 1100 Euro zur vergleichbaren konventionellen Version?

Weil sich die Fixkosten bei beiden Versionen kaum unterscheiden, hat der Hybrid nur an der Tankstelle Vorteile. Und erarbeitet sich dadurch mit 485 zu 507 Euro Gesamtkosten pro Monat (inkl. Wertverlust) einen dünnen Vorsprung.

FAZIT: Wer viel in der Stadt unterwegs ist, kann mit dem Honda Jazz Hybrid Benzin sparen. Für die Autobahn eignen sich andere Autos besser.

Text: Jochen Wieler

Weitere aktuelle Autotests finden Sie hier.

Eine Antwort zu “Da ist Musik drin: Der Honda Jazz ist da

  1. Meine Bewertung des Fotberichtes ist hier ein shrgut, weil es wichtig ist zu zeigen, was es alles geben kann und geben wird. Die Zukunft ist nicht das Bivalentauto mit Sprit und Strom, aber es ist ein Weg des Übergangs.
    Vielleicht sollte man eher, zur Reduzierung des Spritverbrauches, nur auf E- Antrieb setzen und eine Motor-Generatoreiheit zur Stromerzeugung verwenden. Immerhin sind solche Kleinfahrzeuge mehr für die Stadt als für Überland gedacht und genutzt. Mal sehen was noch kommt.

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