Im grünen Bereich – ein System soll den Fahrer zum Spritsparen zwingen


Belohnung im Display: Wer sparsam fährt, bekommt ein Kleeblatt

Belohnung im Display: Wer sparsam fährt, bekommt ein Kleeblatt

Nehme ich heute den Sportwagen, die komfortable Limousine oder das Sparauto? Auch wer nur ein Fahrzeug besitzt, könnte bald vor dieser Frage stehen. Der Autozulieferer Continental hat einen Versuchswagen auf Basis des VW Passat CC entwickelt, der die Charakteristik aller drei Gattungen in sich vereint. Per Knopfdruck kann der Fahrer selbst entscheiden, wie er sich fortbewegen will: sportlich, komfortabel oder sparsam.

Wer im Sportmodus unterwegs ist, muss mit einem roten Display leben.

Wer im Sportmodus unterwegs ist, muss mit einem roten Display leben.

Das ist an sich nicht neu, denn es gibt bereits Autos, bei denen sich Fahrwerk und Ansprechverhalten des Motors verstellen lassen. Doch Conti geht mit der „Simplify your Drive“ genannten Technik weiter: Sie vernetzt mehr als 30 Steuergeräte und legt die Fahrmodi sehr extrem aus. Ziel ist es, den Autobauern zu zeigen, was machbar ist – und möglichst viele davon zu überzeugen. Auf einer Testfahrt waren wir überrascht, wie stark sich das Wesen eines Fahrzeugs allein durch den elektronischen Kniff verändern kann: Besonders im Eco-Modus ist der Unterschied zu merken. Hier wird die Motorleistung deutlich reduziert, und das Gaspedal lässt sich nicht so weit durchtreten wie etwa beim Sport-Modus. Zudem erzeugt das Pedal einen spürbaren Gegendruck – der Fahrer wird praktisch gezwungen, sich zurückzuhalten. Ein sinnvoller Ansatz, denn selbst wenn die Motoren schon von Haus aus genügsamer werden, trägt der Fahrer immer noch den größten Teil zum Kraftstoff-Sparen bei.

Weil das Sparen im Kopf beginnt, findet der Fahrer grün leuchtenden Instrumente vor sich und wird für ökologisches Fahren mit grünen Kleeblättern belohnt. Und wenn es doch mit ihm durchgeht: Beim Druck auf die Sport-Taste sieht er erst mal rot.

10 Antworten zu “Im grünen Bereich – ein System soll den Fahrer zum Spritsparen zwingen

  1. Versucht es doch mal auf der Autobahn das Auto zu schieben ( natürlich nur auf den Standstreifen,) vieieicht könnt Ihr dann nur noch sparen…….

  2. Neue Motoren und Technik = Spritsparer?

    Ich habe mir vor 2 Jahren einen Ford Mondeo 1.8 16V BJ 1993 „gegönnt“. Ich fahre das Auto im Drittelmix zwischen 6,3 und 6,8 l/100km.

    Nehme ich den neuen BJ2011 Auris als Vergleich so braucht der mit seinem 2L Diesel nur 0,3L weniger auf 100 KM. Wo ist da also der Fortschritt?

    • Michael Balzer

      Na, da verbraucht der neue doch sogar weniger als der alte, zu meinem Auto von 1996 gibt’s nur mehr schluckende Nachfolger.

      http://www.heise.de/autos/artikel/Neuzulassungen-im-April-2011-1242796.html

      „Der deutschen Autokäufer Liebling ist freilich weiterhin das SUV. Fast um 47 Prozent sind die Zulassungen gestiegen und die meisten Anbieter profitieren davon. Weil das schon seit längerem so ist, wollen in diesem Segment natürlich alle mitmischen. Für die deutschen Hersteller, die noch vor 10 oder 15 Jahren mit diesem Fahrzeugtypus wenig am Hut hatten, sind SUVs zu einem verlässlichen Geschäft geworden. “

      Einfachste Marktwirtschaft also: Solange wir hirnlos Autos kaufen bauen Hersteller hirnlos Autos. So bekommt jeder was er will, und alle sind glücklich — einer der Vorteile am Zustand der Hirnlosigkeit.

  3. Mit einem VW Touran 2.0 TDI komme ich bei extrem sparsamer Fahrweise auf einen langfristigen Durchschnittsverbrauch von 5,6 l auf 100 km. Allerdings hält sich dabei der Fahrspaß in Grenzen. Autobahn Tempo ca. 85 km/h, bergab mit Schubabschaltung (Fuß vom Gaspedal), ansonsten mit Tempomat und möglichst im Windschatten von LKW’s. Schwung wird ausgenutzt, auch wenn das für andere Verkehrsteilnehmer manchmal seltsam wirkt. Der Spaß kommt beim Tanken nach weit über 1000 km, wenn mich mein Tankwart kaum noch erkennt…

  4. @ Bratenbengel: Sind zwar „nur“ 2,8 Liter gespart, aber immer hin. Aber wenn das jetzt mal auf eine Tankfüllung umrechnest und auf den Akruelen Benzinpreis…merkt man das schon.

    Bezüglich des Artikels:
    Interessante Technik, in 3 Modi umzuschalten. Aber besonders auf der Autobahn wird das wenig bringen, da WOLLEN die meisten ja schnell fahren, teilweise sogar schneller als erlaubt, weil das Auto das ja kann…
    Wie war das noch gleich, 60 in der A5-Baustelle erlaubt, ich fahre schon knapp unter 70 und werde noch von einem überholt, der NACHTS von hinten im vollen Galopp angeritten kommt und dann gleich außer sichtweite ist…da wünschte ich mir so manches mal nen Blitzer her…aber genau DA wurde in einem Jahr nicht 1x geblitzt…oder auf der B3, da fahre ich auch schon mal 110, nicht richtig, erlaubt sind 100.
    Letzt bin ich, versehentlich (hatte den Tacho falsch abgelesen) knapp über 120 gewesen, und wurde dennoch von einem Raser überholt…der Witz: an einer Baustelle (50 erlaubt) saß der wieder direkt vor mir, weil er vorher nicht mehr überholen konnte, gleich danach überholt er an riskanter stelle und rast weiter…nur ist da nur 80 (Ruhezohne) erlaubt, sprich da stieß er auch auf ein „Hinderniss“…der war wenn es hochkommt eine halbe minute vor mir im Ort…Super gewinn, bei hohem Sritverbrauch…
    Oder bei mir in der Straße, erlaubt 50, Schilder zeigen gewünscht 30, ich fahre meist 30-40, aber selbst bei 50 werde ich an unübersichtlichen stellen überholt…Bei solchen Fahrern wird das umerziehen im Kopf nicht wirklich funktionieren, Vakuum lässt sich nicht erziehen. Solchen Leuten ist es egal, was der Liter kostet, und ob sie andere gefährden.

    Ich hoffe eher auf eine andere Technik, es gibt inzwischen Fahrzeuge, die gegenlenken, wenn man unbeabsichtigt die spur verlässt, die selber einparken, ohne das man steuert, oder jetzt kommt ein Wagen raus, der bremst, wenn er ein Hindernis im Visier hat…vieleicht gibt es ja bald Fahrzeuge, die Schilder „erkennen“ können…dann KANN man garnicht mehr rasen, es sei denn, man deaktiviert das ganze, dann könnte man denen gesetzlich sogar Vorsatz vorwerfen…oder die Strecke ist eh tempomäßig unbegrenzt…

    • alles Blödsinn, kauft Euch doch einen Esel. Da könnt Ihr sparen und auch noch dabei schlafen, wie es schon viele Autofahrer in Bayern tun !!!!

  5. Ob der psychologische Effekt mit dem Kleeblatt etwas bewirkt?😀 Ansonsten auf jeden Fall ein netter Ansatz, aber warum sollte man nicht immer im Sportmodus fahren. Nur weil das Display dann rot ist? Um die Natur scheren sich doch die wenigsten…😦

  6. Meine Kleeblätter habe ich seit dem Smart ED Test schon im Kopf. Jetzt bin ich mit 25 Litern bei 387 km mit dem alten Peugeot 106 und vorher waren es knap 270 km bei immer der gleichen Wegstrecke. Bin selbst erstaunt, was der 5. Gang im Stadtverkehr bei 58 km/h ausmacht und wie sich Bergab die Trennung der Motor- Achsverbindung bemerkbar sparsam auswirkt. Schöner wäre natürlich wenn der Motor nicht für die Servolenkung benötigt würde und er ganz ausgeschaltet werden könnte. Doch der Anfang zum Sparen ist gemacht, auch oohne Elektronik.
    Hab übrigens beim Bus mal versucht ohne Automatik bis zur Haltestelle zu rollen und während der Fahrt den D – Gang raus genommen. Klappt wunderbar, aber man muss sich sicher sein, dass das Rollen bis zur Hatestelle reicht. Im Stand lässt sich der gang dann ja bekanntlich wieder einlegen.

    • Wahnsinnige los gehts?

      „Trennung der Achsverbindung“… Beim Rollen berg ab, geht der normale PKW Motor in den „Schubbetrieb (ca. ab 1400 -1750 U/min), es wird kein Kraftstoff mehr eingespritzt. Der Motor bremst etwas! Wenn man die besagte Verbindung Trennt (Kuppeln nennen es andere) muss der Motor soviel Kraftstoff erhalten, dass der Leerlauf sichergestellt ist. WO SPART MAN DA???

      25 Liter auf 270 KM alt = 9,25 L / 100 km jetzt 387 km mit 25 Liter = 6,45 Liter. Naja hier besteht eindeutig immernoch Verbesserungsbedarf.

    • Zumal man die Servolenkung nicht unbedingt braucht. Ist zwar ein Rückschritt von ein paar Jahrzehnten ohne Servo zu lenken, aber machbar. (Die Sicherheit des Fahrens dürfte trotzdem leiden.)
      Viel wichtiger ist, dass ohne Motor keine Bremskraftverstärkung verfügbar ist. Und daher wäre ein Abschalten während der Fahrt sträflicher Leichtsinn.
      Wie Anonymous auch schon angedeutet hat: Beim Spritverbrauch besteht noch Verbesserungpotenzial. Man kann auch schon bei 50km/h in den fünften Gang schalten. Solange der Motor nicht untertourt (ca. unter Leerlaufdrehzahl) ist das der beste Bereich. Beschleunigungsvorgänge dauern dann natürlich und voll beladen ist auch nochmal ein anderes Blatt, aber je niedriger die Drehzahl, desto weniger Sprit.

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