Opel erprobt Elektro-Meriva


Der E-Meriva wird leider nur als Prototyp auf Straßen und Teststrecken surren.

Opel zeigt mit dem Prototypen Meriva Elektro, wie weit die Technik des reinen Elektro-Antriebes momentan ist. Interessant: Das Fahrzeug braucht keine Gangschaltung.  Aber der Meriva wird so erst mal nicht zu kaufen sein. Er ist Teil eines Projekts. Die Technik jedoch soll bei Opel bald in einem anderen Modell zum Einsatz kommen. Der ADAC hat sich den Prototypen Meriva Elektro genauer angeschaut und findet ihn durchaus ansprechend.

Leise surrend setzt sich das Fahrzeug in Bewegung. Der Elektromotor beschleunigt kräftig und gleichmäßig wie von einem Gummiband gezogen. So angenehm sich der Meriva fährt: Er ist leider unverkäuflich. Die drei Prototypen, die derzeit unterwegs sind, gehören zum Projekt „MeRegio“, an dem unter anderem auch der Energieversorger EnBW oder die Computerspezialisten IBM und SAP beteiligt sind. Dabei wird getestet, ob Elektroautos künftig Teil eines intelligenten Stromnetzes (sogenannte Smart Grids) sein können. Mithilfe einer Steuerelektronik lädt sich das Fahrzeug zum Beispiel bevorzugt dann auf, wenn der Strom gerade aus erneuerbaren Energiequellen (etwa Sonne und Wind) kommt.

Das ist nicht nur aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern soll auch ein weiteres Problem lösen: Wird an einem sehr windigen oder sonnenreichen Tag viel regenerative Energie produziert, lässt sich der zeitweilige Stromüberschuss in den Batterien von Elektroautos speichern. Auch umgekehrt funktioniert die Technik. Herrscht großer Strombedarf, kann das E-Auto die gespeicherte Energie ins Netz zurückführen. Auch wenn dieser Meriva nicht in den Handel geht, ist seine Technik Ende 2011 zu haben: Der Opel Ampera hat die gleichen Batterien und kommt damit 80 Kilometer weit. Danach springt bei ihm ein Benziner an, der die E-Motoren mit Strom versorgt. Reichweite: gut 500 Kilometer. Ein reiner Elektro-Kleinwagen von Opel soll 2013 in Eisenach vom Band rollen.

Technische Daten (gemäß Herstellerangaben)

  • Motor: Elektromotor, 60 kW/82 PS
  • Batteriekapazität: 16 kWh (Lithium-Ionen)
  • Getriebe: 1 Fahrstufe
  • Antrieb: Front
  • max. Drehmoment: 215 Nm ab 1 U/min
  • 0–100 km/h: 11,0 s
  • Vmax: 130 km/h
  • Ladedauer (230 V): 3,5 Stunden
  • Reichweite: 64 km
  • Länge/Breite/Höhe: 4,29/1,81/1,62 m
  • Kofferraumvolumen: 400 l
  • Leergewicht: 1590 kg

Weitere Infos zu dem Projekt unter meregio.de

Text: Jochen Wieler

12 Antworten zu “Opel erprobt Elektro-Meriva

  1. Ja, super. Wenn die Fahrzeuge und die Technik die schon existieren sooo toll sind, warum haben sie sich noch nicht gegen die herkömmliche Verbrennertechnik durchgesetzt?
    Weil sie noch nicht ausgereift ist. Und die gescholtenen deutschen Autobauer ihre Qualitäts-, Sicherheits- und Zuverlässigkeitsansprüche nicht ausser acht lassen.
    Toyota hat beim Prius I reihenweise Batterien tauschen müssen, weil der nutzbare SOC (state of charge) zu gross war.

    Das auf den ersten Blick logisch erscheinende Konzept, Fahrzeugbatterien als Zwischenspeicher zu nutzen löst sich in Wohlgefallen auf, wenn man bedenkt, dass die Batterien nur eine bestimmte Anzahl von Lade/Entladezyklen verkraften. Wird die Batterie zusätzlich zur täglichen Ladung zur Fortbewegung einmal zur Energiezwischenspeicherung genutzt, halbiert sich die Lebensdauer der Batterie!
    (Teilladungen innerhalb des nutzbaren SOCs sind nicht unbedingt weniger schädlich)

    Die Batterien unterliegen nuneinmal den Gesetzen der Chemie & Physik und diese zu „überlisten“ kostet Zeit.
    Eine übereilte Serienproduktion von unsausgereiften Batterien ist eine Verschwendung von Resourcen!!!

  2. Pingback: electrive.net » Toyota Prius, VDMA, Roland Berger, Delta Motorsport.

  3. Ausser tausender Alibi-„Prototypen“ bringen die deutschen Autohersteller nichts gebacken…
    Dann machen´s halt die Russen:
    http://de.rian.ru/technology/20110211/258321888.html

  4. Ich nehme es mit diesem Bericht mal nicht so ernst und weise auf einen eFb bericht über den Opel Ampera hin. Die Chefin der Entwicklungsabteilung erklärte, dass der Ampera nur 60 km mit Strom fährt und dann nur noch bis zu 500 km Reichweite mit Sprit gefahren wird. Widerspruch zu diesem Bericht!
    Von einer Stromerzeugung während der Fahrt mittels Verbrennungsmotor war ebenfalls nicht die Rede der Chefin, denn man sah zu hohe Wndlungsverlsute! Ob der Meriva mit Strom fährt oder nicht ist völlig belanglos, weil er zu schwer ist und nur über einen E- Motor die Achse antreibt. Somit wieterhin unnötige Bauteile mit sich schleppt. Die Reichweite ist ebenfalls absolut daneben, weil der Standard in 2011, seit 1998 bewiesen, mindestens 100 km nur mit Blei- Gel Akkus ist. Der Test der Vernetzung ist das einzig ansprechende Program und verschleiert dennoch, dass die Vernetzung nicht stattfinden kann, weil es keine Ladestationen auf den Straßen gibt. Man ist nicht einmal bereit die Vernetzung durch die Stromanbieter, wie eben EnBW, voranzutreiben und konsequent auszubauen. Hier wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Zum Test der Vernetzung reichen andere, leichtere, effektivere Fahrzeuge, die es heute bereits zu kaufen gibt, völlig aus.
    Ich bin nicht von der Arbeit bei Opel überzeugt, weil sie den Grundlagen der Physik entgegen laufen.
    Im übrigen wird an Universitäten auf der ganzen Welt bereits getestet, wie man die Vernetzung und Speicherung bei E- Fahrzeugen umsetzen kann und macht schon lange Feldversuche.
    Hier sieht es mehr nach Beschäftigungstherapie aus, als nach tatsächlicher Forschung und Entwicklung. Aber solange man Fördermittel einstreichen kann und die Geber- Politiker sowieso keine Ahnung haben, ist es Opel und anderen Firmen sicherlich egal was dabei heraus kommt. Zum Schluß ist das Geld eben sinnlos verballert und Pech für alle.
    Ich möchte die Redaktion der adacmotorwelt und des eFb eindringlich bitten jetzt mal etwas genauer hinzusehen. Ich muss diesem bericht wieder ein sehrgut geben, weil zum zweiten mal aufgedeckt wird, wie unsinnig manche Konzerne in der Autoindustrie ihre/ unsere Mittel aus Fördertöpfen verprassen ohne ein ernsthaftes Interesse an einem Erfolg der E- Mobilität zu zeigen.
    Danke dafür, aber jetzt mal ein wenig mehr Aufklärung was wirklich machbar ist und erschwinglich. Eure Autoliste, wenn auch unvollständig, war schon ein guter Anfang!
    Wie wäre es mal mit einem Bericht über E- Motoren. Da gibt es die Luftgekühlten, die Flüssigkeitsgekühlten, die Gleichstrommotoren ohne Bürsten, Drehstrommotoren für die Achse und Radnabenmotoren usw. Das wäre doch mal ein Punkt zur Verständnisbewältigung für uns zukünftigen Nutzer.
    Oder das Thema Akku. Es ist ja noch nicht erschöpfend berichet worden, wo denn die Reise hingehen kann, wenn man diesen oder jenen Akku im Fahrzeug hat.
    Und da ich am Samstag zum Hafengeburtstag wieder einen Smart ED gesehen habe würde mich interessieren, wie der Stand des laufenden Tests denn ist. Die Dame sagte mir, dass sie bei dem ADAC/ Daimler- Test mitmacht.
    Ich bin immer davon ausgegangen, dass der Smart ED auf der Hinterachse Radnabenmotoren hat. Jetzt komme ich doch etwas ins schleudern, weil ich mir da nicht mehr so sicher bin. Konnte ja nicht ins innere des Fahrzeugs gucken. Und weil der Boom zum 2 Rad mit E- Motor immer weiter steigt, gehören auch mal die Erfahrungsberichte von diesen Nutzern hier her. Was macht der markt bei elektrische unterstützten Fahrrädern?
    Welche Akkus werden dort überwiegend verwendet? Und, und, und!!!!
    Von Berichten der deutschen Autohersteller, die allesamt noch im Tiefschlaf liegen, habe ich vorerst wirklich genug. Die Testen nur, was schon lange vorhanden ist und behaupten dann irgendwann, es wäre ihre Idee.
    Bitte, Bitte hört mit diesen unausgegorenen Experimentiergeistern auf und wenn ihr Berichte schreibt, lest euch eure eigenen von vorher nochmal durch. Danke für euer Verständnis.

    • Hi „Bratenbengel “😉
      Du sprichst mir aus der Seele!
      Hab ich auch grad passend gepostet bei
      https://adacemobility.wordpress.com/2011/05/06/energiewende-die-stromer-kommen/

      Weniger „Prototypen“ (haha, s.o.), mehr Realität!

    • Hallo!

      Ich fahre seit Nov. 2010 einen smart ed. Er hat KEINE Radnabenmotoren und verwendet die Akkutechnik von Tesla, d.h. LiCo-Zellen. Die Reichweite im Winter inkl. Heizung beträgt 80 km, im Sommer locker 160 km.

      Ich kann dir aber nur zustimmen, dass die ewigen „Feldversuche“ langsam zur Qual werden und irgendwie alle das gleiche testen. Die Vernetzung wird ja u.a. auch in Dänemark auf der Ostseeinsel Bornholm getestet, dort heißt das Projekt „Edison“. Schade um die Millionen für Dinge, die sowieso jeder weiß…

      – Vernetzung ist an sich kein Problem mit der heute verfügbaren Kommunikationstechnik
      – Stromtankstellen braucht kein Mensch
      – Elektroautos sind geil

      Gruß
      Julian

  5. Ob der Umbau der individuellen Mobilität in Richtung Elektromobilität wirtschaftlich sinnvoll erscheint oder nicht hängt doch stark vom Blickwinkel ab. Wenn ein Endverbraucher für sich vor der Wahl steht ein neues Auto anzuschaffen, dann ist der Anschaffungspreis wichtig und welchen Einsatzzweck das Fahrzeug hat. Die wenigsten werden sich die voraussichtlichen Gesamtkosten für die geplante Nutzungsdauer ausrechnen inklusive Kosten für Treibstoff, Wartung, Wertverlust usw. Ganz zu schweigen von den nicht sichtbaren Kosten die durch die Sicherung der Versorgung mit Erdöl entstehen und den Kosten aufgrund der Luftverschmutzung die ein Verbrennungsmotor hervorruft.
    Wenn man alle diese Faktoren einbezieht, dann ist es gesamtwirtschaftlich betrachtet total interessant auf elektrische Antriebe umzusteigen.
    – Wir können den dafür benötigten Strom selbst im Land erzeugen. Bei Erdöl (und auch Bio-Diesel, Bio-Ethanol) nicht ganz so einfach.
    – Die Anfälligkeit für wirtschaftliche Folgen aufgrund von Störungen oder Preisschwankungen bei der Ölversorgung wird verringert.
    Da ein Staat die Aufgabe hat, die Verhaltensweisen der Bürgerinnen und Bürger in eine Richtung zu lenken, die für alle positiv ist (Wirtschaft und Endverbraucher) dann kann sogar eine Anschubfinanzierung durch den Staat in Form von Prämien oder Steuererleichterungen sinnvoll sein. Die Abwrackprämie hat uns ja auch (gesamtwirtschaftlich gesehen) nicht wirklich geschadet – oder ?

    • hallo networker. Im Prinzip richtig dein Kommentar. Habe da aber einen kleinen Einwand. Wenn wir schon um die Anschubfinanzierung nicht herum kommen sollten, dann bitte für den Endverbraucher. Nicht für die Hersteller. Wie ich bereits in einem anderen Beitrag des eFb anführte, würden Subventionen für die Hersteller nur den Aktionären in die Tasche spielen. Der Kunde hat am Ende nichts davon.
      Steuererleichterungen haben die Unternehmen schon dadurch, dass sie ihre Investitionen ja abschreiben können oder durch Rückstellungen in der Bilanz auf Jahre verschieben dürfen. Der Steuerzahler übernimmt diese Kosten ohne Murren, weil er muss.
      Und weil wir bei Geld sind, ist es eben nicht nachvollziehbar, dass eine schon lange funktionierende Technologie in anderen Bereichen seit über 100 Jahren, plötzlich beim PKW so teuer sein soll.
      Ich lasse mich nicht mehr für blöd verkaufen, wenn mir ein Autohaus ein Fahrzeug im Preis anbietet das es woanders mit gleicher Technik um 10tausende Euro günstiger gibt. Von vielen Ungereimtheiten der deutschen Hersteller mal ganz abgesehen.
      Wir würden mit Subventionen für die Hersteller nur „das Erfinden des Fahrrades“ finanzieren, das es schon lange gibt.
      Außer Nissan, sehe ich keinen Autohersteller, der mit dem reinen E- Auto auch noch eine Kette von Akkuwechsel/ -ladestationen plant. Hier liegt das eigentliche Potential um Geld zu verdienen. Nicht im Preis des E- PKW ansich.

    • So richtig Sinn machen E-Autos erst dann, wenn man den dafür benötigten Strom aus regenerativen Quellen erzeugt. Dann sind wir unabhängig von den Scheichs, den Ölmultis und deren Zapfsäulenpreisfestivals. Tankstellen braucht dann auch keiner mehr. Bei aber ca. 15000 Stück dürften so immerhin 45000 Jobs wegfallen. Die können dann aber zu Softwareentwicklern umgeschult werden und die weitere Vernetzung vorantreiben.

      Die Abwrackprämie hat den Staat erst mal nix gekostet. das was er ausreichte, kam durch ein Mehr an Steueraufkommen wieder rein. Einigen Autohäusern und Reparaturwerkstätten dürfte aber ev. die Luft ausgegangen sein. Denn Neuverkäufe waren in 2010+2011 gegenüber 2009 rückläufig. Und die zu reparierenden Autos sind verschrottet. Was da teilweise regelrecht weggeschmissen wurde, grenzt eigentlich schon an Kapitalvernichtung. Aber die ist ein Autokauf ja immer. Grundsätzlich ist, wie gesagt, gegen E-Autos nix einzuwenden. Nur eine Reichweite von mindestens 300 km muss gewährleistet sein. Lustig finde ich in dem Opelbericht die Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h. Da war doch mal was?
      Man stelle sich die Bundeskanzlerin im gepanzerten Auto mit ca. 100 km/h auf der Autobahn vor. Wie im Trabi zu DDR-Zeiten. Oder die Daimler-BMW-Opel-VW-Bosse mit 130 zu ihren Geschäftsterminen gleitend. Dann wär das mal ne gerecht Welt.

  6. Er ist nicht nur unverkäuflich, er wäre auch unbezahlbar. Bei wirtschaftlicher Betrachtung (ohne evtl. Subventionierung) sind Elektroautos auch weiterhin völlig uninteressant, von Nischenbereichen abgesehen. Leider.

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