Mitten im Wald


Der ADAC Parcours in Linthe. Eine kleine Rennstrecke mitten im Nichts, südlich von Berlin.

Die zwanzig Fahrzeuge der Eco-Drive-Challenge kommen nicht gemeinsam im ADAC Test-Zentrum Linthe an. Schon jetzt stellt sich heraus: Die einen hatten im Ernstfall doch kleinere Probleme mit dem Challenge-Bibendum-Roadbook. Der ein oder andere fuhr erst mal in die falsche Straße, bevor es wieder auf die richtige Route ging. Stephan Rau, Vizerennkoordinator, sagt: „Ein Teilnehmer ist mitten im Wald gelandet. Wir haben die beiden dann angerufen und wieder rausgelotst.“ Außerdem mussten manche eine Pinkelpause einlegen auf der Schleife von Berlin nach Linthe – immerhin etwa 150 Kilometer bei schwülem, bewölktem Sommerwetter.

Auf die Details kommt es an. Die fahrer besprechen sich und geben sich gegenseitig Tipps.

Eines ist jetzt schon klar: Die Abstände werden am Tagesende in Berlin wieder größer sein, nachdem alle vom ADAC-Parcours losgefahren sind. Alle haben eben ihre eigene Fahrweise. Linus Bundschuh und Daniel Guré zum Beispiel machen das Fenster nie auf, fahren recht langsam und nehmen dadurch Strafpunkte fürs zu spät kommen in Kauf. Dass sie das Fenster nie öffnen, sieht man Daniel deutlich an, als er in Linthe im ADAC Gebäude ankommt. Sein Hemd ist verschwitzt, denn die Klimaanlage blieb bei geschlossenem Fenster selbstverständlich auch ausgeschaltet. Er atmet etwas schwerer greift entschieden nach dem Wasser und trinkt, als ob er noch nie Wasser getrunken hätte – alles für den niedrigen Luftwiderstandswert. Sein Beifahrer Daniel sieht entspannter aus, warum auch immer. Eigentlich saß er im selben Auto.

Rennparcours in Linthe. Die einzige Etappe, bei der es um gute Rundenzeiten geht auf der Eco-Drive-Challenge.

Rennparcours, ADAC Test-Zentrum in Linthe. Die einzige Etappe, bei der es um gute Rundenzeiten geht auf der Eco-Drive-Challenge.

1:46 Minuten ist die Bestzeit in Linthe, „gefahren von einem Porsche“, sagt Cornelius Jahn vom ADAC, der auch Hauptkoordinator der Eco-Drive-Challenge ist. Die Bestzeiten lagen am Testtag Samstag bei etwa 2:15 Minuten. Ganz ordentlich für Amateurfahrer mit den verfügbaren Autos. Und es zeigt: Der Ehrgeiz ist da. Heute schlugen sich die Fahrer ähnlich gut. Die Bestzeit lag wieder bei etwa 2:15 Minuten, gefahren mit einem der wendigen Citroen. Mit dem viel größeren Audi hat man hier kaum Chancen, die Zeit zu unterbieten. Sie fahren die Runde etwa zehn Sekunden langsamer.

Während die einen noch eine Toillettenpause einlegen, fahren die anderen bereits auf dem Parcours. Es ist die erste Fahrt von Zweien.

Wie am Vortag tauschen die beiden Schwestern Legermann die Sitze auf dem Linthe-Parcours. Esther ist die Spritsparerin, Sarah die Rennfahrerin.

Zwischendrin gibt es Mittagspause. Esther und Sarah Legermann wirken recht zuversichtlich. Ihre Reichweitenanzeige sprang heute sogar auf über 1000 Kilometer. Mit der Zeit auf dem Parcours sind sie erst mal zufrieden: 2 Minuten 20 Sekunden. Mit den anderen Fahrern entsteht schnell eine Unterhaltung am Esstisch. Die beiden sind ein wenig entsetzt und schauen recht ungläubig. Es wird gemunkelt, das einige mit 50 Kilometern pro Stunde und Warnblinkanlage gefahren sind.

Team Stößel und Hör am zweiten Tag in Linthe.

Die zweite Runde auf dem Linthe-Parcours steht an. Mit Mittagessen dürfte da die ein oder andere Sekunde herausspringen. Gegen ein Uhr fahren dann alle wieder weiter. Diesmal fahren Johannes Hör und Philipp Stößel auch sicherer, ohne Ausrutscher.

Nächster Checkpoint: Schloss Sanssouci.

Text: Hüseyin Ince

Fotos: Markus Altmann

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s