E-Minis: Feldversuch in München begeistert die Nutzer


Mehr als ein Jahr lang waren sie in München unterwegs: 40 Elektro-Minis im Feldversuch. Wie es den Nutzern dabei ergangen ist, lesen Sie hier.

BMW, Siemens und die Stadtwerke München – ein Konsortium der drei großen Firmen hat einen Teil des Modellprojekts Elektromobilität mit dem E-Mini Feldversuch abgeschlossen. Nun folgt Teil II mit dem BMW 1er activeE.

Mehr als ein Jahr lang sind 40 Minis mit Elektroantrieb von Privatpersonen und im Flottenbetrieb im Münchner Stadtgebiet getestet worden. Letzte Woche wurden die Fahrzeuge zurückgegeben. Auf Seiten der Testkunden überwiegend wohl schweren Herzens. Das jedenfalls war der allgemeine Eindruck, den die interviewten E-Mini-Fahrer hinterlassen haben. Allesamt kamen sie mit dem Aufladen mehr oder weniger ohne Probleme zurecht. Allesamt lobten sie das Fahrgefühl CO2-neutraler Fortbewegung sowie den Fahrspaß, den ihnen der E-Mini das Jahr über beschert hat. Auch mit der eingeschränkten Reichweite haben sich die Fahrer weitgehend arrangieren können (Vergrößerung der Grafik per Mausklick). Eine Überraschung war das nicht mehr. Es bestätigte die Ergebnisse des ersten Feldversuches in Berlin mit den Minis. Und ist somit ein weiteres positives Signal für die Bemühungen, batterieelektrisches Fahren mit dem Auto zu etablieren.

Die vielleicht interessanteste Erkenntnis brachte der Chef der Stadtwerke München (SWM), Dr. Florian Bieberbach, auf den Punkt. Sein Fazit: Eine flächendeckende Ladeinfastrukur sei für den Betrieb von Elektroautos nicht nötig. Es würden relativ wenige öffentliche Ladesäulen ausreichen – wenn sie an geschickt ausgewählten strategischen Punkten platziert werden. Kaum zu glauben, aber wahr: Manche öffentliche Ladestation wurde so gut wie überhaupt nicht genutzt. Deshalb, so Bieberbach, wolle man die Standorte für die nächsten zu errichtenden Ladestationen auch noch sorgfältiger auswählen.

So positiv die Ergebnisse des Feldversuches ausfielen – ein Durchbruch für die Elektromobiliät ist damit noch längst nicht in Sicht. Zum Glück behauptete das auch keiner der Verantwortlichen. Alle sind sich vielmehr darüber im Klaren, dass es noch vieler Anstrengungen dazu bedarf. Stadtrat Joachim Lorenz – als Referent für Gesundheit und Umwelt zuständig für die Modellregion München – äußerte im persönlichen Gespräch sogar starke Zweifel, dass das Ziel der Bundesregierung, eine Million Elektroautos bis 2020 auf der Straße zu haben, erreichbar sei. Den Blick für das große Ganze weitete SWM-Chef Bieberbach durch die Aussage, er sei guten Mutes, dass die Stadt München ihren gesamten Strombedarf bis zum Jahr 2025 aus regenerativer Energie decken werde. Dafür lasse München von Siemens gerade einen riesigen Windpark errichten.


Obwohl der offizielle Flottenversuch mit den E-Minis in München zu Ende ist, werden die Autos nicht aus dem Stadtbild verschwinden, so BMW. Dafür seien sie viel zu schade und technisch viel zu robust. Parallel starten BMW und Siemens nun die Erprobung des kabellosen Ladens. Den dafür gebauten BMW 1er activeE wird man allerdings nicht öffentlich laden sehen – das passiert zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In einem Labor.

Text: Wolfgang Rudschies

4 Antworten zu “E-Minis: Feldversuch in München begeistert die Nutzer

  1. Frage an den ADAC (bzw. BMW)

    Was passiert eigentlich mit den Fahrzeugen nach dem „TEST“ – werden diese
    ebenso „geschrottet“ wie die vielen Test-Fahrzeuge Ende der 90er ???

    Ich vermute mal dass man die NICHT (irgendwannmal) beim Werksverkauf unter den Gebrauchtwagen findet … schade …

    Naja – so scheint es ja ueblich zu sein (bei der Autoindustrie … und in unserer Wegwerfgesellschaft allgemein) …

    Nicht nur die E-Fahrzeuge der 90er wurden GESCHROTTET … prominentes Beispiel aus USA … der EV1 … die verleasten RAV4EV .. die Hondas … die Pickups (Ford und Chevy S10 EV) … und auch bei uns …
    z.B. die ersten 15 Test-Clio-Electrique bei Sixt … nach 3MONATEN zurueck an Renault Bruehl – dann zum Schrott (mit z.T. weniger als 3000km Laufleistung)

    Wer erinnert sich noch an
    FORD Ecostar (u.a. Fernmelde-POST Koeln ode Energieversorger Californien)
    Opel Kadett Impuls I
    Opel Astra Impuls I+II (10 Stueck bei Pharamgrosshandel Aachen)
    BMW E1 http://de.wikipedia.org/wiki/BMW_E1
    Golf City Stromer
    Golf 1 (RWE UMBAU ca. 50 Stueck)
    Die div. Daimler(Hannomag) Busse (RWE hatte eine grosse FLOTTE )

  2. Ein Feldversuch jagt den nächsten. Immer wieder die gleiche Aussage der meisten Testfahrer: „…weitestgehend keine Probleme im Alltag…/ …nicht mal im Winter…“
    Wieviel Geld schmeißt die Politik und die Automobilindustrie noch sinnlos raus? Das ist doch alles schon vor den Tests bekannt gewesen, weil es viele E- Fahrzeuge gibt die im Alltag in anderen Bereichen ohne Probleme seit Jahrzehnten funktionieren.
    Wie wäre es denn, wenn die Automobilfirmen mal von Weiterbildungsmaßnahmen für KFZ Meister berichten, die sie unendgeldlich durchführen.
    Und so wie DerHelmut und Jürgen Hahn schon ausführten. Repräsentativ sind Bewertungen der Industrie bei der Ausnutzung von Ladestationen für 40 E- PKW nun absolut nicht. Da irren wieder mal die Fachleute gewaltig, weil sie nicht mal die elementarsten Jahreszyklen einer Stadt mit ihren Bewohnern und Gästen sehen. Das nur mal als Beispiel. Und weiter fehlt es an einer sehr wichtigen Aussage von BMW, die ja bekanntlich mit Nissan und Renault die Akkuwechselstationen entwickelt haben und diese Technik in der Welt verbreiten wollen. Es geht hier also nicht nur um Ladestationen sondern um eine allgemein verwendbare Station, die es jedem ermöglicht mit seiner Fahrzeugtechnologie überall Laden oder Tauschen zu können.
    Durchbruch wäre, wenn sich endlich mal die Industrie dazu durchringen kann einfach ohne die Politiker ihre Infrastruktur auf-, aus- oder umzubauen.
    Wer hier der erste ist hat auch in Zukunft immer die Nase vorne. Das müssten doch die Fachleute in den Konzernen sicherlich wissen. Es macht mir aber den Eindruck, dass man sich nicht die besten und versiertesten Fachleute leisten kann und mit Dummschwätzen alles vertrödelt.
    Raus mit den Autos auf die Straße und zwar sofort. Der Markt ist so groß, dass getrost während des Vertriebs solcher Fahrzeuge weiter geforscht und entwickelt werden kann, so wie es mit den Verbrennungstechniken schon lange geschieht. Daimler- Schlafmütze, BMW – Übervorsichtig, Opel und VW völlig daneben.
    So wird es tatsächlich nichts mit der Planung von 1 Mio E- PKW bis 2020.
    Und noch etwas für Renault (BMW): Wenn man sich auf den Twizy registrieren will muss man 20,00 €uronen bezahlen. Warum eigentlich? das schreckt doch ab und verhindert, dass dieser Hersteller den wirklichen Markt nie richtig erfassen kann. Ich spare die 20 und melde mich dann, wenn ich ihn kaufen will. Das ich dann auf mein individuell gestaltetes Fahrzeug etwas warten muss ist unwichtig.
    Dann kommt hinzu, dass man zwar den Akku leasen kann aber keine Info darüber abgegeben wird wie man den Stromanschluß beim Kunden unterstützen will. Ich kenne zu viele die zur Miete wohnen, einen Parkplatz in Tiefgarage oder extra Parkflächen angemietet haben, aber enormer Papierkrieg und ggf. Ablehnung bei der Installation entsteht, obwohl man bereit ist die Kosten selbst zu tragen. Ein jederzeit abrufbares Zertifikat für die Unbedenklichkeit in puncto Elektrosmog oder anderen Ablehnungsgründen von Vermietern, währe ein Anfang.
    Fazit: Schluss mit diesen Tests und vorwärts zum Verkauf.

  3. „Manche öffentliche Ladestation wurde so gut wie überhaupt nicht genutzt.“

    Ach, was für eine „representative“ Aussage mal wieder… Bei den paar Autos kann man ja 100% Rückschlüsse ziehen…

    Wie wärs, wenn „man“ sich Gedanken machen würde, ENDLICH vernünftige, bezahlbare und alltagstaugliche eAutos zu bauen statt unzählige „Studien“ anzufertigen? Die Infrastruktur kommt dann sogut wie von alleine!
    Die Grundaussage des Artikels jedenfalls ist doch wohl: Alle waren und sind begeistert!

    Also endlich her mit dem e-Auto fürs Volk!

  4. Was fehlt denn noch für einen „Durchbruch“? Und welche „vielen Anstrengungen“ sind denn noch notwendig?
    Über 2/3 der Teilnehmer mußte ihr Mobilitätsverhalten nicht ändern, trotz der begrenzten Reichweite. Ja, was fehlt denn noch? Ist der Durchbruch erst geschafft, wenn alle Teilnehmer zufrieden sind? Sind denn bei den „normalen“ Autos alle Zeilnehmer zufrieden?

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