E-Autos für Uganda


Heiße Pläne in einem heißen Land: Studenten in Uganda bauen das erste afrikanische E-Auto. An der Staatsuniversität Makerere in der Hauptstadt Kampala tüfteln derzeit angehende Ingenieure an einem E-Zweisitzer. Im Herbst soll die erste Testfahrt stattfinden.

So wird es einmal aussehen: Ein Screenshot zeigt das erste afrikanische E-Auto. (Foto: Simone Schlindwein)

So wird es einmal aussehen: Ein Screenshot zeigt das erste afrikanische E-Auto. (Foto: Simone Schlindwein)

Beim Umsetzen ihrer Pläne haben es die Studenten nicht einfach. Denn die Bauteile, die sie für ihr Auto brauchen, sind schwer zu beschaffen. Viele davon konnten sie schließlich bei einer ugandischen Firma bestellen, die Dachkonstruktionen aus Metall herstellt. Auch die Reifen stammen aus dem eigenen Land. Aber die Spezialteile wie etwa die Elektrobatterie oder den Motor mussten sie aus den USA einschiffen lassen. Und das dauerte. Aber mittlerweile ist alles eingetroffen.

Dabei fingen die Studenten schon 2009 an, das Auto am Computer zu entwerfen. Die Elektronik und die Software, die das Auto steuert, haben sie selbst entwickelt, ebenso das Design. Der Wagen wird in etwa so aussehen wie ein Smart oder wie das deutsche Elektroauto „Benni“, das auf 2009 auf der IAA vorgestellt wurde.

Die ugandischen Studenten in ihrer Werkstatt (Foto: Simone Schlindwein)

Die ugandischen Studenten in ihrer Werkstatt (Foto: Simone Schlindwein)

Das besondere am afrikanischen E-Auto aber ist, dass es an afrikanische Straßenverhältnisse angepasst wird. Denn mit mehr als 20 Zentimetern hat es eine höhere Bodenfreiheit als gewöhnliche Autos und kann so auf schlechten Straßen mit großen Schlaglöchern fahren. Es soll bis zu 60 km/h schnell sein und mit einer Ladung 50 bis 60 Kilometer weit kommen. „Kiira“ soll das Auto dann einmal heißen – so, wie der Wasserfall an der Quelle, an der der Nil aus dem Victoriasee abfließt.

4 Antworten zu “E-Autos für Uganda

  1. Das erste afrikanische EV ist es nicht. Optimal Energy ist eine Firma die in Südafrika ein EV baut und die sind auch schon weiter als die Studenten in Uganda…
    http://www.optimalenergy.com/

    • Ups, das war ja ein geiler Hinweis. Südafrika ist auch Afrika, stimmt. Ich hau ja auch manchmal Bolzen raus, wie die Zusammenlegung von BMW mit Nissan und Renault. Aber das kann ich gut ab. Schätze mal, dass unsere Redakteure der adacmotorwelt und des eFb auch über ihren Fehler schmunzeln werden.
      In den letzten Tagen sind somit noch zwei weitere E- Mobile aufgetaucht, die am Markt mitmischen werden. Find den Benni und den Joule nicht schlecht.
      Übrigens erinnert mich das fast gleiche Design der Fahrzeuge sehr an ein Einheitsmodell. Das kommt eben dabei heraus, wenn man sich wirklich mit Energieeffiziens beschäftigt. Es bleiben nur noch kleine Eigenheiten an den Fahrzeugen, die den Unterschied äußerlich erkennbar machen. Ansonsten sind sie alle klein, wendig, Material sparend, leicht und schnell.
      Wahnsinn was da so weltweit abgeht. Einfach nur Klasse!

  2. Das ist doch mal eine Nachricht, die Hoffnung macht. Warum immer die „Industriestaaten“. Ja, es ist was besonderes, wenn man ein Fahrzeug auf die Gegebenheiten anpasst. Ich denke, der afrikanische Kontinet ist als Markt so groß und auch in anderen Regionen der Welt kann man ein Fahrzeug gebrauchen, das unwegsames Gelände besser bewältigt.
    Gute Idee und bestätigt meine Annahme, dass in der Automobilindustrie weit mehr anders gedacht werden muss als bisher.
    Hatte ja schon hier darauf hingewiesen, dass die Fahrzeuge im Kurzstreckenbereich von 100- 150 km Reichweite (die meisten bisher angebotenen E-PKW), die Geographie der Regionen eine Rolle spielt.
    Z.B. wird man im Gebirge Achsantrieb mit Getriebe benötigen, während im Flachland der selbe Fahrzeugtyp mit Radnabenantrieb auskommt. Hier ist die Industrie gefordert und steht vor großen Herausforderungen in der Flexibilität.
    Mal sehen ob Uganda sein Fahrzeug auf einer der nächsten IAA’s vorstellt.

  3. Na, dann wird wohl das perfekte (und v.a. bezahlbare) eAuto für die Stadt wohl aus Afrika kommen.
    Wenn die Russen mit dem ё-AVTO nicht schneller sind…

    Bei uns sind sie ja mit ihren „Prototypen“ und Luxushybriden beschäftigt…

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