Elektroauto zum halben Preis: Neuer Karabag 500 E


Sirri Karabag, findiger Unternehmer aus Hamburg, startet die zweite Generation des zum Elektroauto umgebauten Fiat 500. Die Sensation: Die monatlichen Gesamtkosten für den neuen Karabag 500E sollen sogar geringer ausfallen als die für einen Fiat 500 mit Benzinmotor von der Stange. Was steckt dahinter?

Elektroautos sind teuer, sehr teuer. Der zum Elektroauto umgebaute 500er des Hamburger Fiat-Nutzfahrzeug-Händlers Sirri Karabag machte da bislang keine Ausnahme. Im Gegenteil – bei einem Anschaffungspreis von rund 60.000 Euro bzw. einer Leasingrate von 1300 Euro pro Monat. Nun aber bringt Sirri Karabag einen „echten Burner“, wie er es ausdrückt: den Karabag New 500E für eine Leasingrate von 299 Euro pro Monat, inklusive vierjährige Garantie, kostenlose Wartung und verschleißbedingte Reparaturen.

Da fragt sich der geneigte Leser, wie er das nur hinkriegt. Antwort Sirri Karabag: Mit einigen für das Kostenniveau gravierenden technischen Änderungen. Und dank Fördergeld, das ihm die Bundesregierung zur Verfügung gestellt hat.

Dabei handelt es sich nicht um eine Prämie, die dem Käufer angerechnet wird. Eine solche Kaufprämie hat die Bundesregierung bisher kategorisch ausgeschlossen. Nein, das Hamburger Modell funktioniert anders. Karabag bekommt von der Bundesregierung Geld, um das Elektroauto weiterzuentwickeln. Der steckt das Geld aber nur zum Teil in die Entwicklung und die Firma selbst, einen Teil davon gibt er in Form von einem Preisnachlass an die Kunden weiter. Kehrseite der Medaille: Für mehr als 200 auf diese Art und Weise subventionierte Fahrzeuge reicht das Fördergeld nicht.

Trotzdem macht der „New 500“ Hoffnung. Denn Karabag beteuert, aufgrund von technischen Änderungen und weniger aufwendigen Herstellungsprozessen, den Wagen auch ohne Födergeld relativ günstig anbieten zu können. Die Rede ist von rund 25.000 Euro plus Mehrwertsteuer. Im Vergleich zu den 60.000 Euro, die der alte 500E kostet, wie ihn die ADAC Motorwelt fährt, wäre das in der Tat ein Riesenschritt.

Verantwortlich für die positive Kostenentwicklung ist weniger die Tatsache, dass die Karabag GmbH bis heute rund 300 E-Fahrzeuge (auf Basis Fiat 500 und Fiat Fiorino) verkauft hat. Das sind Stückzahlen, die keine Kostendegression verursachen. Entscheidend ist vielmehr das gewonnene Know-how. Der „New 500 E“ bekommt einen effizienteren Elektromotor der Firma Linde eingepflanzt, ein deutlich verbessertes Batteriemanagament sowie eine verkleinerte Batterie. Die Batterie im neuen Auto wird nur noch 11 statt 22 kWh Kapazität haben, das heißt die Batteriekosten werden halbiert. Der Montageprozess für den Neuen werde in Zukunft sogar rund 20.000 Euro billiger, so Karabag.

Aufgrund der halbierten Batterie werde das Auto aber eben nicht nur halb so weit und halb so schnell fahren. Die Höchstgeschwindigkeit liege bei 105 km/h, damit wäre der neue genauso schnell wie der alte 500E. Die Reichweite soll immerhin 100 statt 140 Kilometer betragen.

Wer ein Auto zum subventionierten Leasingpreis bekommt, zahlt 299 Euro im Monat. Die monatlichen Gesamtkosten für das Fahrzeug belaufen sich nach Karabags Rechnung damit auf 360,40 Euro. Im direkten Vergleich koste der Fiat 500 als Benziner 412,00 Euro. Das hieße, der 500 E wäre über 50 Euro im Monat günstiger. Rechnen wir einfach mal nur die Leasingraten für vier Jahre zusammen, ergibt sich eine Summe von 14.352 Euro. Der Restwert wird von Karabag auf 7999 Euro taxiert.

Text: Wolfgang Rudschies

5 Antworten zu “Elektroauto zum halben Preis: Neuer Karabag 500 E

  1. Ein Twizy ist mit dem n500E nicht zu vergleichen. Oder doch?
    n500E hat vier Sitze aber ist eigentlich für Stadtfahrer gedacht. mmhhmm
    Würde also bedeuten, dass wieder nur eine Person hin und her fährt. Ganz selten mal zwei oder vier.
    Der Twizy ist generell für zwei Personen ausgelegt aber ebenso als Stadtauto gedacht und hat fast die gleichen Kenndaten.
    8000 Euronisen für den Twizy gegen 22.000 nach 4 Jahren, das ist ein gewaltiger Unterschied.
    Aber ungeachtet des nicht unbedingt vergleichbaren Gleichen hat mich diese „Milchmädchenrechnung“ mittels Subbies stutzig gemacht.
    22.000 gegen 60.000 macht meines Wissens 2/3 weniger. Die Produktionskosten und andere Details wurden hälftig reduziert.
    Dann würde ohne Subbies der Wagen 30.000 kosten.
    Mir stellt sich ernsthaft die Frage ob der Preis von 60.000 nicht schon absolut zu hoch war und ist. So extrem sind die Preisunterschiede der Bauteile nämlich nicht. Gerade der Akku wird m.E. viel zu hoch im Wert angesetzt und das ist auch der Spielball am Markt.
    Man vergleiche bitte die Preisunterschiede bei Tesla mit 3 Varianten der Akkuantriebstechnik. Die Sprünge sind nicht so gravierend auffällig im Preis.
    Was will man uns hier wirklich auftischen?

    Und nochmal zum ganz langsam mitschreiben für die Hersteller oder Umbauer von Kurzstreckenautos.
    Radnabenmotoren auf alle vier Räder. PUNKT
    n500E demnach mit 4 x 7 kWh Radnabenantrieb. Basta
    Akkus von den besten Anbietern.PUNKT
    Und wie Herbi schon schrieb: die Teile auf den Markt zum freien Verkauf und wir sind schneller elektrisiert als sich manche Konzerne vorstellen können.

  2. Die Bundsregierung soll den Bürgern das geben, wofür die Steuerzahler mit Fördergeldern bezahlt haben.
    Den Kolibri-Akku der DBM Energy, den Radnabenmotor entwickelt vom Fraunhofer Institut.
    Wenn der Bürger diese wichtigen Bauteile für die Umrüstung von Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb kaufen kann, wird es 2020 zehn Millionen Elektroautos geben. Erarbeitet vom Handwerker, Heimwerker und Garagenschrauber.

  3. http://www.heise.de/autos/artikel/Karabag-Elektroauto-fuer-299-Euro-im-Monat-1333499.html

    Der NEW-500e ist wohl kein MICROVETT-Fahrzeug – sondern wird hier in -D- mit Gabelstaplertechnik von LINDE ausgeruestet …

    Erschwingliches EV- Leasing-Angebot „um 350Euro“ (+ ein paar Euros fuer’n Strom)

    Beim DURCHLESEN kommen mir da ein paar Fragen …

    Der Anbieter Karabag macht nun ein Angebot für ein Elektroauto, das nach seinen Angaben preisgünstiger sein soll als für einen vergleichbaren Benziner. Es handelt sich dabei um einen umgebauten Fiat 500, der zwar auch bisher schon feil geboten wurden, allerdings für den stolzen Preis von 59.000 Euro. Dank aktualisierter Technik und staatlicher Förderung kann der „Karabag new 500E“ nun für 299 Euro im Monat geleast werden – freilich plus Mehrwertsteuer. Die übrigen Rahmendaten: keine Anzahlung, vier Jahre Leasingdauer, vier Jahre Garantie, keinerlei Kilometerbegrenzung. Am Ende kann der Käufer den Wagen für 7999 Euro übernehmen – wiederum plus Mehrwertsteuer. Dafür gibt es einen schicken Elektro-500er mit vollständiger Ausstattung bis hin zu einer modernen Bioethanol-Heizung.
    Und wo liegt der Haken? Karabag macht keinen Hehl daraus, dass das Elektroautochen mit seinen 28 kW oberhalb des in der Stadt erlaubten Tempos nur noch sehr zäh beschleunigt. Der new 500E richtet sich an Bewohner von Großstädten, außerhalb davon wird er kein rechtes Vergnügen bereiten.

    Den Preisvorteil im Leasing im Vergleich zu einem Vergleichst-500er mit Verbrennungsmotor erklärt Karabag so: Die angenommene Leasingrate liegt mit 299 Euro zwar um 99 Euro pro Monat höher; doch dafür wird die Versicherung zum halben Preis angeboten (35 statt 70 Euro pro Monat), die monatlichen Energiekosten sinken von 104,30 auf 26,40 Euro und es fallen keinerlei Wartungskosten an. So ergeben sich monatliche Kosten von 360,40 Euro für das Elektroauto, beim Benziner kommt Karabag auf 412 Euro. Eine kleine Schlitzohrigkeit gibt es aber doch: Bei beiden Fahrzeugen setzte man den Restwert mit rund 20 Prozent an, was bei einem preisgünstigen Benziner natürlich zu einem weit geringeren Restwert führt. (35Euro fuer die VERSICHERUNG ist recht viel Geld – das geht auch guenstiger …)

    200 Glückspilze

    Der fleißige Kritiker rechnet jetzt nach und stellt dabei fest, dass die Gesamtleasingkosten bei knapp über 22.300 Euro liegen, wenn man den Wagen am Ende übernimmt. Eine Summe, die irritierend deutlich unter dem oben genannten Kaufpreis liegt. Jetzt wissen wir auch, wo die Förderung des Verkehrsministeriums landet, nämlich bei den ersten 200 Kunden, die sich für den Karabag new 500E entscheiden. Dann sind die Fördermittel aus Berlin aufgebraucht und die Preise müssen angehoben werden. Ergo: Für 200 Kunden gibt es eine günstige und praktisch risikolose Möglichkeit, vier Jahre lang einen elektrischen Fiat 500 zu fahren. Danach herrscht wieder grauer Preisgestaltungsalltag, denn fast 37.000 Euro zahlt kein normaler Kunde für ein Auto, das mit Verbrennungsmotor und deutlich höherem Nutzwert für rund 13.000 Euro zu haben ist.

    … hmm fast 15000Euro Foerdergeld pro Fahrzeug ??? x200 Stueck => 3Mio. Euro … kann man fast nicht glauben …

    … ach und laut Telefonauskunft bei KARABAG gibt es VERGABEKRITERIEN => es wird nur an KUNDEN IM RAUM HANBURG ein LEASING ANGEBOT GEMACHT !!!

    … riecht etwas nach „Feldtest“ mit realen KUNDEN – die vom Staat mit Foerdergeld gekoedert werden ?!?

    … wie auch immer – solange es hilft das BENZINVERBRENNEN aus den Koepfen der Allgemeinheit zu bekommen …

  4. Im Vergleich zum 500 Benziner kann man ja doch über 50 EUR monatlich sparen:
    http://www.elektroautomobile.org/2011/08/29/kostenvorteile-mit-elektroauto/

    In Bezug auf die Reichweite natürlich eher für die Stadt und die kurzen Wege lohnenswert.

  5. Eine sehr findige Lösung, es ist auf jeden Fall ein weiterer Schritt in Richtung fallende Preise für Elektroautos und jeder der sich jetzt oder zukünftig ein Elektroauto kaufen möchte sieht dies mit Freude.

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