Liaison zwischen Siemens und Volvo: Piep, piep, piep, wir haben uns lieb


Volvo stattet den C30 electric mit neuen Elektrokomponenten von Siemens aus. Das allein wäre noch keine große Nachricht. Die Hintergründe aber, die dabei fast beiläufig zum Vorschein kamen, waren äußerst interessant.

In Wirtschaft und Industrie wird gemeinhin mit harten Bandagen gekämpft. Schließlich geht es immer auch um Macht, um Marktpotenzial und am Ende um sehr viel Geld. Der Eindruck der heutigen Pressekonferenz kann täuschen – doch es wirkte, als sei die gefundene Liasion zwischen Siemens und Volvo eine wirkliche Herzensangelegenheit, erwidert von beiden Seiten gleichermaßen.

Der riesige Elektrokonzern aus Deutschland und der kleine, aber feine Automobilhersteller aus Schweden befinden sich in einer Entwicklungspartnerschaft. Es geht um Elektromotoren, Spannungsumrichter und Ladegeräte für Elektroautos. In einer Entwicklungspartnerschaft kann man noch vieles ausprobieren, auch einmal neue Wege gehen, und vor allem gegenseitig voneinander lernen. Es regiert noch nicht der spitze Bleistift, es geht noch nicht ums Ganze. Ein Freundschafts- oder Testspiel würde man im Fußball sagen. Man spielt beschwingt auf Angriff und schaut, was man am Ende damit erreicht. Eine Vorgehensweise, die ungemein zu befreien scheint.

Selbstverständlich ist Volvo nicht der einzige Automobilhersteller, mit dem Siemens Gespräche über eine Zusammenarbeit führt im Bereich Elektromobilität. Denn diesen Bereich will der Elektrokonzern in den nächsten Jahren konsequent aufbauen. Und selbstverständlich führt Volvo Gespräche mit Zulieferern der Automobilbranche. Denn vielleicht sind ja auch von Bosch oder Continental vergleichbare oder gar bessere oder billigere Komponenten und Systeme zu bekommen. Beide Parteien wissen das. Und das ist auch gut so.

Volvo schätzt Siemens als Entwicklungspartner, weil der Konzern im Bereich Elektrotechnik weltweit eine Spitzenposition einnimmt. Und Elektromotoren zu bauen ist quasi die Spezialität von Siemens. Es besteht nicht nur das Know-how, es gibt auch Fertigungsstandorte und erfahrenes Personal. Prof. Russwurm, Vorstandsmitglied bei Siemens: „Unser Job ist es, die herstellerspezifischen Anforderungen der Antriebskomponenten zur Verfügung zu stellen. Wir sind und werden kein Automobilbauer. Wir sind Partner der Automobilhersteller.“

Siemens schätzt Volvo, weil die Schweden schnell sind in ihren Entscheidungen. Weil sie ein engagierter und etablierter Autobauer sind. Weil sie mit der Firma Geely als Eigentümer Geld im Hintergrund und gute Beziehungen nach China haben. China ist schließlich einer der Schlüsselmärkte für Automobile – und für grüne Technologien allgemein. Es wäre dumm von den Siemens-Strategen, diese Trumpfkarte nicht zu ziehen.

Bei Volvo als alleinigem Partner von Siemens wird es nicht bleiben. „Wir haben noch viele Pfeile im Köcher, und es werden bestimmt einige ihr Ziel finden. Aber wir werden nur selten darüber reden,“ so Michael Valentine-Urbschat, der den Geschäftsbereich Drive Technologies bei Siemens führt.

Text und Foto: Wolfgang Rudschies

5 Antworten zu “Liaison zwischen Siemens und Volvo: Piep, piep, piep, wir haben uns lieb

  1. Warum werden nicht an allen vier Raedern Scheiben Motoren eingebaut,die koennen doch mit der heutigen Technik so sensiebel gesteuert werden.

  2. Besser eine Kooperation mit Siemens statt mit (R)ichtig (W)enig (E)rneuerbaren!

  3. Siemens hat bereits vor 20 Jahren fuer alle GROSSEN Autobauer E-Antriebe geliefert … (wenn auch nicht lange – es gab ja offizell NIX)
    VW Golf-CityStromer / Opel Astra-Impuls / Ford EV Pickup/ Think / Audi DUO /Daimler A-Klasse/ usw. um nur mal ein paar zu nennen …

    bei METRICMIND kann man sich mal die div. Fahrzeuge mit Siemens Technik (Motor/Steuerung) ansehen …
    http://www.metricmind.com/photo.htm

    Hier: http://www.mavin.com/pictures/ford_ev_motor_1_6.jpg
    sieht man einen E-Motor der in Ford Pickup EV’s eingebaut wurde
    (Serienfertigung von 1996-1998 in USA).

    Waere die A-Klasse so wie GEPLANT als E-Auto in USA auf den
    Markt gekommen – so waere auch diese mit SIEMENS-TECHNIK
    gebaut worden (man kennt ja die Geschichte … das Gesetz in USA
    wurde gekippt – die E-Auto-Plaene kamen in den Giftschrank und
    die A-Klasse wurde in -D- mit VERBRENNER eingefuehrt – und
    kippte beim Testen um (weil der SCHWERPUNKT => AKKU im
    SANDWITCHBODEN fehlte) ) …
    http://www.umweltbrief.de/pdf/Mercedes_A-class_electric_zebra.pdf

  4. Na bitte! Es bewegt sich was.
    Tesla- Toyota, Siemens- Volvo und wer ist der nächste.
    Natürlich ist bei diesen Vorreitern ein wesentlicher Unterschied. Die Einen haben schon konkrete Lieferverträge und die anderen Testen noch aus.
    Doch es zeigt langsam Wirkung, dass das ewige Doppelgemoppel die Konzerne nicht weiter bringt. Logisch steht VW auch auf der Liste für die Siemens- Strategen. hatten ja schon den Citystromer zusammen produziert und VW steht in China auch nicht schlecht da.
    Mal sehen wann andere begreifen, dass sie viel geld sparen können wenn sie sich mit anderen Profis zusammen schmeißen.

  5. Spät, aber doch… es werden doch wohl nicht endlich die deutschen „Grossen“ aufwachen?
    Jedenfalls klingt´s zumindest wie der erste (zaghafte) Schritt in die richtige Richtung. Die Frage bleibt: warum hat´s so lange gedauert und warum werden z.B fast alle eBikes bzw. die Komponenten in China hergestellt?

    Obwohl, die Frage bleibt: wieviel % lässt wohl Siemens in China produzieren?

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