Tesla Model S: Erstes Elektroauto mit über 400 Kilometer Reichweite


Tesla Model S: Deutsche Kunden fiebern der Auslieferung entgegen (Foto: Tesla)

Tesla Model S: Deutsche Kunden fiebern der Auslieferung entgegen (Foto: Tesla)

Der Tesla Model S wird das erste Elektroauto, das ohne nachzuladen über 400 Kilometer weit fährt. Das haben die Tesla-Macher um Firmengründer Elon Musk jetzt mit Tests untermauert.

Der Wagen ist so groß wie ein 5er BMW, beschleunigt in weniger als sechs Sekunden auf 100 km/h und schafft – wenn es denn sein muss – sogar über 200 km/h Spitzengeschwindigkeit. Bei einem Fahrzeuggewicht von annähernd zwei Tonnen. Klar, denn das Model S von der Firma Tesla aus Kalifornien ist ein Elektroauto. Der gesamte Unterboden besteht quasi aus Batteriezellen. Die sind schwer und treiben das Fahrzeuggewicht unweigerlich nach oben. Wäre die Karosserie des Tesla Model S nicht komplett aus Aluminium, das Gewicht wäre noch einige Hundert Kilo höher.

Die Batterie füllt den gesamten Unterboden der Alu-Karosserie aus (Foto: Rudschies)

Die Batterie füllt den gesamten Unterboden der Alu-Karosserie aus (Foto: Rudschies)

Keine Frage, das Modell S ist eine kleine Sensation – so wie es der schnelle und wendige Tesla Roadster auch war.

Das Urteil gilt zumindest für die eingeschworene Gemeinde der Elektroauto-Enthusiasten.

Vielleicht aber auch bald für den objektiven Betrachter. Spätestens in einem Jahr sollen die ersten Testwagen von Tesla in Deutschland zur Verfügung stehen. Kunden, die den Wagen bestellt haben, erwarten die Auslieferung sehnlichst und hoffen auf jeden Tag, den es früher passiert. Viele von ihnen haben das Model S übrigens “blind” bestellt, also ohne den Wagen je live gesehen zu haben, geschweige denn vorher eine Probefahrt gemacht zu haben. So oder so: Die Stunde der Wahrheit rückt näher.

Der leistungsstarke E-Motor treibt die Hinterräder an (Foto: Rudschies)

Der leistungsstarke E-Motor treibt die Hinterräder an (Foto: Rudschies)

Angst vor der Bewertung ihrer Autos durch Fachleute haben die Tesla-Macher nicht. Und das müssen sie auch nicht. Das zeigt der Erfolg des Tesla Roadster sowie die Tatsache, dass Toyota auf den Elektroantrieb von Tesla vertraut und diese Technik wie berichtet im elektrifizierten RAV 4 anbietet.

Um möglichen Enttäuschungen hinsichtlich der Reichweite vorzubeugen, haben die Verantwortlichen jetzt neue Messwerte veröffentlicht. Die sind nämlich immer nur so gut (oder so schlecht) wie gemessen wird. Soll heißen: Die Fahrweise ist ganz entscheidend.

Tesla gibt jetzt an, dass das Model S (mit dem größten der drei erhältlichen Akkus/85 kWh) 426 Kilometer weit kommt. Das sind zwar nicht die ursprünglich angegebenen 480 Kilometer, ist aber trotzdem ein bisher noch von keinem anderen Elektroauto erreichter Wert. Für die Seriösität der neuen Angabe spricht, dass die Testzyklen auch eine Winterfahrt mit eingeschalteter Heizung, Distanzen mit eingeschalteter Klimaanlage und Distanzen mit vielen Beschleunigungsphasen enthält, wie der Gründer und Mehrheitseigner von Tesla, Elon Musk, schreibt.

Elon Musk, Gründer und Mehrheitseigner der Firma Tesla, arbeitet auch mit Mercedes zusammen (Foto: Rudschies)

Elon Musk, Gründer der Firma Tesla, arbeitet auch mit Mercedes zusammen (Foto: Rudschies)

Bei Messfahrten mit konstanten Tempi habe sich außerdem herausgestellt,  dass eine um 30 km/h höhere Geschwindigkeit einen Reichweitenverlust von 160 Kilometer bedeuten könne. Das deckt sich (hochgerechnet) mit den Erfahrungen des ADAC. Obwohl wir bisher bei Elektrofahrzeugen von Reichweiten zwischen 80 und 120 Kilometer reden. Nicht als Differenz, sondern absolut.

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8 Antworten zu “Tesla Model S: Erstes Elektroauto mit über 400 Kilometer Reichweite

  1. Bravo! Klasse Auto. Ich warte dann auch den Tesla S Light der vielleicht in 2 Jahren für 40000 Euro kommt.

    • In der Realität (z.B. im Winter auf deutschen Autobahnen) schätze ich die Reichweite des Model S auf knapp 200 KM.
      Und dafür ist der Aufwand an benötigten Rohstoffen nicht zu verantworten!!!

  2. Tesla macht mit diesem Auto alles richtig. Innovationen in der Automobilwelt haben sich bisher immer über das Premium-Segment durchgesetzt (Airbag, ABS, ESP, etc.). Da spielt es eben keine Rolle, ob das Auto 70.000€ oder 80.000€ kostet.
    Beim E-Antrieb hat man (bisher vergeblich) versucht das umgekehrt zu machen. Mit fatalen Folgen. Die (Batterie-)Technik ist zu teuer, die Autos verkaufen sich nicht.

    Mit dem Model S geht Tesla den einzig richtigen Weg. Es werden Käuferschichten angesprochen, die sich niemals einen Kleinwagen kaufen würden, egal wie innovativ der sein mag. Und mal ehrlich, beim Model S bekommt man einiges geboten fürs Geld. Vergleicht man das jetzt noch mit einem ähnlichen Fahrzeug (ich nehme jetzt mal den Audi A7 Sportback, der ist gleich groß und sieht auch ähnlich aus), so muss man feststellen, dass auch der Preis nicht weit auseinander liegt.

    @Theo Pötter: “ohne jeglichen ekonomischen Realitätsbezug zu einem “normalen Elektroauto” für “Otto Normalverbraucher”.”
    Das Model S hat deutlich mehr ökonomischen Realitätsbezug als ein Audi Q7, Mercedes GL oder BMW X6. Ich kann mir keines der 4 genannten Autos leisten, aber ich bin froh, dass sich endlich mal was tut in der Richtung. Denn jetzt kommen die Premiumhersteller in Zugzwang!

  3. Na bitte, jetzt gehts los. Tesla ist und bleibt das Führungsunternehmen und daran sollten sich jetzt alle messen lassen. Wer da mithalten will muss auf unnötige Kosten bei vermeindlichen Eigenentwicklungen verzichten.
    “Das Fahrrad ist nun unwiderruflich erfunden!”

    Frage an die Redaktion: Beabsichtigt Tesla auch Auszubilden und auf Lizenz an anderen Standorten produziern zu lassen? Denn Fachleute werden wohl ab jetzt auf der ganzen Welt gesucht.

    • “Das Fahrrad ist nun unwideruflich erfunden!”

      “Welches Fahrrad”?

      — viel zu schwer auf Kosten von begrenzten Lithiumreserven – weltweit.

      — ohne jeglichen ekonomischen Realitätsbezug zu einem “normalen Elektroauto” für “Otto Normalverbraucher”.

      — 426 Km Reichweite für 150.000 € ???

    • wolfgangrudschies

      Eine Produktion von Tesla außerhalb der USA ist unserer Kenntnis nach nicht geplant. Und wir halten das auch in absehbarer Zukunft für sehr unwahrscheinlich.

  4. Opel Ampera Forum

    426 km mit 85 kWh sind eine vollkommen seriöse Angabe für eine Winterfahrt mit Heizung. Mit dem Ampera (10 kWh) komme ich im Winter
    50 km weit.