Schweizer Versuch: Wasserstoffbusse im Linienverkehr


Wasserstoffbus im Testeinsatz

Wasserstoffbus im Testeinsatz

Als erstes Schweizer Unternehmen im öffentlichen Verkehr setzt PostAuto auf Hightech-Busse mit Brennstoffzellen-Antrieb. Jetzt wurde der fünfte Bus in Betrieb genommen.

Die fünf baugleichen Busse des Typs Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybrid fahren auf PostAuto-Linien in und um Brugg im Schweizer Kanton Aargau und werden ausschließlich mit Wasserstoff betankt. In den Brennstoffzellen, die sich auf dem Dach des Busses befinden, wird der Wasserstoff in elektrische Antriebsenergie für zwei Radnabenmotoren umgewandelt.

Das dichte Post­Auto-Liniennetz rund um Brugg eignet sich wegen seiner Topo-grafie und Linienführung – Stadtverkehr, Landstraßen, Dorfpassagen – gut für den Test. Betrieben werden die Linien vom PostAuto-Unternehmen Voegtlin-Meyer AG. An dessen Standort werden die fünf Brennstoffzellenpostautos gewartet und getankt. Der Kanton Aargau unterstützt als Partner das Projekt Brennstoffzellenbusse mit insgesamt 1,5 Millionen Franken aus dem Swisslos Fond.

In und um Brugg unterwegs: der Wasserstoffbus von PostBusGegenüber den Brennstoffzellen-Omnibussen, die ab dem Jahr 2003 im Rahmen einiger Projekte in der Erprobung waren, hat der aktuelle Citaro wesent­liche Neuerungen aufzubieten: zum Beispiel die Hybridi­sierung mit Energierück­gewinnung beim Bremsen und die Speicherung der so gewonnenen Energie in Lithium-Ionen-Batterien, leistungsstarke Elektromotoren mit 120 kW Dauerleistung in den Radnaben, elektrifizierte Nebenaggregate und weiterentwickelte Brennstoffzellen.

Mit dem beim Bremsen gewonnenen Strom kann der neue Citaro mehrere Kilometer allein batteriebe­trie­ben fahren. Dank der verbesserten Brennstoffzellenkomponenten spart der neue Citaro im Vergleich zur Vorgängergeneration zudem 50 Prozent Wasserstoff. Deshalb konnte die Anzahl der Tanks ge­gen­über den früher erprobten Brennstoffzellenbussen von neun auf sieben Behälter reduziert werden, die zusammen 35 kg Wasserstoff fassen. Die Reichweite des Brennstoffzellenbusses beträgt über 250 Kilometer.

PostAuto rechnet damit, dass während der fünfjährigen Versuchsphase im regulären Überlandbetrieb mindestens 2000 Tonnen CO2 eingespart werden können.

9 Antworten zu “Schweizer Versuch: Wasserstoffbusse im Linienverkehr

  1. Ich habe da nur den Dauerbetrieb bei Stadtbussen im Kopf und würde gerne wissen wie lange denn so ein Brennstoffzellensystem hält. Letzte Informationen besagen, dass bei einer Lebensdauer von ca. 20 Jahren für einen Bus die Zelle mindestens 3 mal getauscht werden muss. 5 bis 7 Jahre und bei den Preisen finde ich doch etwas sehr kurz.
    Gibt es da ganz aktuelle Infos zu?

  2. Pingback: electrive.net » BYD-Unfall, Saab, Delphi, BMW, Prieto, Derby Cycle.

  3. Aus Strom Wasserstoff und aus dem Wasserstoff wieder Strom „machen“ hat energetisch gesehen natürlich keinen Sinn. Das will kein einziger, seriöser Ingenieur bzw. Wissenschaftler in dieser Welt.

    Es gibt aber mindestens 20 verschiedene Möglichkeiten Wasserstoff herzustellen. Davon bieten mindestens 7 die Möglichkeite H2, CO2 – frei herzustellen.

    Wer zum Beispiel bei der Herstellung von „solarem Wasserstoff“ von einem miesen Wirkungsgrad spricht, vergißt dabei, dass der Primärenergieträger (die Sonne) kostenlos und „unbegrenzt“ zur Verfügung steht und zur Herstellung (Umwandlung) des Sekundärenergieträgers (solarer – Wasserstoff) benutzt werden kann.

    Weiterhin bleibt festzustellen, dass Wasserstoff in jedem Eigenheim hergestellt werden kann und nicht nur für die Mobilität der Menschen genutzt werden kann, sondern auch zum Beispiel für die Beheizung/Klimatisierung der Häuser und alle in Frage kommenden Einrichtungen.

    Zum Thema Mobilität fallen mir noch die Berliner Verkehrsbetriebe ein, welche seit vielen Jahren Ihre öffentlichen Busse teilweise mit Wasserstoffverbrennungsmotoren betreiben und dies mit sehr guten Erfahrungen.

  4. Da sind die Schweizer zwar nicht die ersten, die solche Versuche unternehmen, trotzdem ist es natürlich begrüßenswert, dass nach Alternativen zum klassischen Antrieb gesucht wird.

  5. Mann kann da gespaltener Meinung sein … denn eigentlich ist ELEKTROLYSE ENERGIEVERSCHWENDUNG (mieser Wirkungsgrad) …
    und nur auf Windstrom-Ueberschuss zu hoffen ist AUGEMWISCHERREI !

    Wobei es im SCHWERLASTVERKEHR dennoch Sinn machen kann mit
    Wasserstoff zu fahren – spaetestens dann wenn der Diesel zu teuer wird …

    • Wasserstoff ist kein Zaubermittel sondern nur ein Sekundärenergieträger mit dessen Hilfe man ERNEUERBARE ENERGIEN von A nach B transportieren kann.

      So kann man ENERGIEERZEUGUNG und ENERGIENUTZUNG zeitlich entkoppen.

  6. Sehr gut. Wenn der Wasserstoff auch mit regenerativer Energie hergestellt wird, sollten die Busse doch CO²-neutral unterwegs sein.
    Ich hoffe, dass in naher Zukunft viel mehr solcher Busse unterwegs sind.

    • Wo war denn da bitte der „Daumen nach unten“ berechtigt?
      Chris hat doch vollkommen Recht!

      Anscheinend ist die Benzin- oder Atom-Lobby mal wieder aktiv gewesen…
      GTH!
      Und bleibt gefälligst dort unten!!!

    • -SOLARER WASSERSTOFF- ist Wasserstoff, welcher aus 100% regenerativer Primärenergieträger (Sonnenstrahlen) umgewandelt wurde.
      Der Primärenergieträger steht kostenlos und nach menschlichem Ermessen unbegrenzt zur Verfügung.

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