Die Krux mit der Reichweite


Mit dem BMW active e zum Flughafen: Gebt mir einen Range Extender! Foto: BMW

Mit dem BMW active e zum Flughafen: Gebt mir einen Range-Extender! Foto: BMW

Wer sich mit einem Elektroauto fortbewegt, lernt schnell, wie stark sich die Fahrweise auf die Reichweite auswirkt. Ich durfte das  jüngst erst wieder im BMW active e leibhaftig erfahren.
Morgens bei einer Temperatur um die sechs Grad, Regen, schlechter Sicht und etwas in Eile zum Flughafen raus. Okay, dann mal los. Schnell genug ist der BMW active e. Am Flughafen angekommen hatte sich die Reichweite schwuppdiwupp mehr als halbiert. Von der Haustür bis ins Parkhaus am Flughafen sind es 55 Kilometer. Nun war mir aber klar: Den gleichen Weg zurück mit gleicher zügiger Fahrweise ist nicht zu schaffen.

Am späten Nachmittag waren die Bedingungen deutlich besser. Ich hatte keine Eile. Den Innenraum zu heizen war nicht notwendig. Als Licht reichte das Tagfahrlicht. Und siehe da: Zu Hause zeigte mir das Display eine Restreichweite von 30 Kilometern an. Na also, geht doch.

Und trotzdem: Das Gefühl während der Rückfahrt war unschön. Ständig besorgt auf die Anzeige schauen, bloß nicht zu stark beschleunigen und auch ja nicht viel schneller als 100 km/h auf der Autobahn fahren, das macht einfach keinen Spaß. Ich flehte zum Himmel: Liebe BMWler, gebt uns bitte, bitte einen Range-Extender, wenn Ihr mit dem ersten E-Auto in Serie kommt!

Wie groß die Einflüsse von gefahrenem Tempo und Außentemperatur bei einem Elektroauto sind, haben Kollegen vom ADAC bzw.  ÖAMTC am Beispiel des Mitsubishi i-MiEV in exakten Messreihen festgehalten. Das Ergebnis gibt eine konkrete Vorstellung, auf was sich ein Elektrofahrer einstellen muss (zum Vergrößern des Bildes bitte draufklicken).

Reichweiten des Mitsubishi i-MiEV: bei drei (konstanten) Geschwindigkeiten und drei unterschiedlichen Außentemperaturen. Zum Vergrößern des Bildes bitte anklicken

Reichweiten des Mitsubishi i-MiEV: bei drei (konstanten) Geschwindigkeiten und drei unterschiedlichen Außentemperaturen.

Ähnlich große Einschränkungen der Reichweite ergeben sich übrigens durch Einschalten der Klimaanlage bei sommerlich-heißen Temperaturen. Aber im Sommer kann ich alternativ auch einfach die Fenster öffnen, wenn es mir zu warm wird. Im Winter heißt die Alternative: frieren. Oder mit dickem Mantel, Mütze und Handschuhen hinterm Steuer sitzen. Das war zwar in der Ente vor vierzig Jahren  auch nicht anders. Aber heute? Heute braucht es andere Lösungen!

11 Antworten zu “Die Krux mit der Reichweite

  1. Interessant das alles hier zu lesen. Ich bekomme meinen Ampera nächste Woche und ich bin sehr froh dass er einen Range Extender besitzt obwohl ich hoffentlich überwiegend elektrisch fahren werde und mich wie meinem Auto heute auch schon so fortbewegen werde, dass es ökologisch vertretbar ist. Und geladen wird er mit meinem eigenen Solarstrom, den ich vorher ins Netz eingespeist habe (bis zu max. 140 kWh/Tag). So geht Umwelt und das wird unsere Zukunft werden, davon bin überzeugt.

  2. Hier wurde wieder der große Fehler der Verbrenner-Fahrer gemacht!
    Beim Verbrenner muß man seine Fahrt extra unterbrechen um zu tanken. Das ist beim eFahrzeug einfacher.
    Es gilt die Gleichung
    Parken = Laden
    Hätte der Autor am Flughafen sein Fahrzeug an die Steckdose gehängt als es für Stunden gelangweilt auf dem Parkplatz stand, wäre der Akku für den Rückweg wieder voll gewesen.
    Was glaubt ihr wohl, was meine Karre gerade macht?

  3. Gut das es auch noch Brennstoffzellen gibt.

    Aber warum einfach wenn es auch komplizierter mit einem Range Extender geht ? ? ? . . .

    • Eig. hatte ich den „Daumen hoch“ wegen Ihrem ironischen Kommentar vorschnell gegeben… aber leider musste ich bei genauerem Hinsehn feststellen, dass Sie es anscheinend tatsächlich so meinen!

      Nichts gegen Wasserstoff, der ist definitriv unentbehrlich für die grüne Zukunft.
      Als Puffer etc..
      Aber Sie meinen doch wohl nicht ernsthaft, dass mit Brennstoffzellen das erreicht werden kann, was seit Jahrzehnten LEIDER immer noch erfolgreich bei Elektro sabotiert wird?

      Aber Sie leisten der Erdöl… äh… …Lobby gute Dienste:
      TEILE UND HERRSCHE!
      Und DAS machen Sie LEIDER (zu) gut!

      Schade!

  4. Dieser Bericht zeigt zwei Dinge:
    1. Die Reichweite reicht oft aus. Ist also kein Problem
    2. Ohne Range-Extender macht es keinen Spaß da man die Reichweite nicht ausnutzen kann ohne nervös zu werden

    Fazit: Im Ampera kann man entspannt bis zum letzten Kilometer elektrisch fahren und danach wie in einem Luxushybrid…

    • Eig. vollkommen richtig.
      Bis auf Ihr „Fazit“:
      wer BRAUCHT denn bitte 2 E- und einen VerbrennungsMotor AN EINEM ANTRIEBSSTRANG?
      Das geht auch WESENTLICH kosteneffektiver!
      Alle jammern über die hohen Entwicklungskosten eines e-Fahrzeugs und die mussten unbedingt „das Rad neu erfinden“… ;-(

      • Im Ampera zu fahren macht wirklich Spaß. Lautlos, kraftvoll, ohne Angst liegen zu bleiben. Super!
        Das Rad ist erfunden. Andere Hersteller werden ein Problem bekommen. Mir ist es egal wieviele Motoren verbaut sind, Hauptsache es funktioniert.

    • Da ich ja hier auf die 3. Antwort nichtmehr direkt antworten kann, dann eben so…:

      Schön zu lesen, dass Sie den Ampera so geniessen können.
      Scheint ja auch tatsächlich ein tolles Auto zu sen.
      (Auch wenn mir der Tesla dann doch NOCH ein bischen besser gefallen würde…).

      Aber mir fehlt leider immer noch das alltagsAuto „für´s Volk“!
      Fragen Sie doch mal JEDEN Anwohner in JEDER Stadt…!

  5. O-Ton des „Testers“:
    Wer sich mit einem Elektroauto fortbewegt, lernt schnell, wie stark sich die Fahrweise auf die Reichweite auswirkt.
    Ich durfte das jüngst erst wieder im BMW active e leibhaftig erfahren.
    Und trotzdem: Das Gefühl während der Rückfahrt war unschön. Ständig besorgt auf die Anzeige schauen, bloß nicht zu stark beschleunigen und auch ja nicht viel schneller als 100 km/h auf der Autobahn fahren, das macht einfach keinen Spaß.

    … da ist er wieder … der DEUTSCHE „ich will SPASS – ich geb GAS … Frei Fahrt fuer freie Buerger“ … um uns herum ist das schon lange kein
    Thema mehr … wo in der EU darf man noch schneller als 100km/h (bzw. max 120km/h) fahren …

    FAZIT:
    … DAS IST WOHL DAS GROESSTE PROBLEM BEIM ELEKTROAUTO …
    ES MACHT DEM FAHRER JEDESMAL AUFS NEUE KLAR WIE SCHNELL WIR UNSERE „ENERGIE“ VERBRAUCHEN – DAS THEMA ENERGIESPAREN
    IST ALLGEGENWAERTIG (RASEN WIRD MIT REICHWEITENVERLUST BESTRAFT) … DAS WILL DOCH NIEMAND IM LAND DER FREIEFAHRT-BUERGER…
    DA BEKOMMT MAN BEIM FAHREN EIN SCHLECHTES GEWISSEN (ODER AENDERT SICH – FAEHRT RUHIGER/VORRAUSSCHAUENDER …
    DENN SPAREN KANN AUCH SPASS MACHEN … EINFACH MAL DIE PRIUS-FAHRER FRAGEN (DIE KENNEN DAS AUCH) 😉

  6. Und, warum bauen die da nicht einen kleinen Flautenschieber ein? Dürfte bei dem Preis (ab 35 000€ aufwärts hab ich gelesen…) doch wohl nicht das Problem sein!
    Ein passendes Motörchen gibts doch günstigst von der Stange…

    Oder liegt´s am Platz?
    Was ist da eig. vorne unter der Haube, die wahnsinnshypermega-Regelelektronik, die den ganzen Motorraum einnimmt, die paar Goldbarren, die den Preis rechtfertigen, oder was???

    Da muss echt Absicht dahinter stecken, ein Auto zu verkaufen, bei dem man nie weiss, ob man noch ankommt.
    Aber was tut man nicht alles, um die elektrische Zukunft aufzuhalten, gelle, liebe Hersteller?

  7. Ich denke mal da wird sich in den nächsten Jahren noch einiges tun. Aber eines ist wohl klar, man fährt bewusster, denn wer will schon gerne abseits einer Steckdose liegen bleiben!😉

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