Eines Tages wird er kommen: ein Pick-up von Tesla


So könnte ein Tesla Pick-up auf Basis des Model S aussehen (Entwurf: Motorwelt/Joachim Flügel)

Elektrischer Reiter: So könnte ein Tesla Pick-up auf Basis des Model S aussehen. (Entwurf: Motorwelt/Joachim Flügel)

Einerseits klingt die Idee, na ja, ein wenig verrückt, andererseits ist sie typisch amerikanisch: Everything goes – alles ist möglich. Warum also nicht auch ein Elektro-Pick-up?

Tesla entwickelt sich schon seit Längerem zu einem Komplettanbieter von elektrischen Automobilen: Der sportliche Roadster machte die Marke bekannt, das Model S wird gerade erfolgreich ausgeliefert, und ein SUV namens Model X ist ebenso in der Pipeline wie ein preiswerteres Elektro-Alltagsauto.

Jetzt setzt Teslas Chefdesigner Franz Van Holzhausen dem Ganzen die Krone auf  und spricht davon, dass „eines Tages der Zeitpunkt gekommen sein wird, an dem wir so etwas wie einen Pick-up entwickeln werden“.

Die Leidenschaft der Amerikaner für ihre Pick-up-Trucks ist ja kein Geheimnis – allein von Juni 2011 bis Juni 2012 rollten über 900.000 Modelle von den Höfen der US-Händler. Allerdings kann man sie allesamt nicht gerade als Spritsparwunder bezeichnen – ein rein elektrisch angetriebener Pick-up (oder mit elektrischem Zusatzantrieb) könnte da einiges bewirken.

Zum Baumarkt surren, zum Fischen „segeln“, dem Umzug elektrisch bewerkstelligen: Wer weiß, vielleicht ist es gerade diese Idee, die Tesla in den USA den endgültigen Durchbruch beschert?

Text: Günther Fischer

6 Antworten zu “Eines Tages wird er kommen: ein Pick-up von Tesla

  1. Es mag sein, dass alle Fahrzeugvarianten mit reinem E- Antrieb irgendwann schon einmal da waren und sich die „Großen“ Konzerne mit einem Prototypen auf eine Messe wagten.
    Tatsache ist aber, dass Tesla im Alleingang gegen den Strom schwamm und schwimmt. Dafür mussten sie nun einmal konsequent von Vorne anfangen und sehen ob sich ihr Konzept bewährt. Der Erfolg schlich sich nur langsam an und gibt ihnen heute recht. Eines nach dem anderen. Der einleuchtende und simple Gedanke man könne auf bewehrtem Aufbauen und sich vielleicht einige Wege sparen ist nur für den Laien so zu verfolgen. Grundsätzlich sehe ich aber bei Tesla immer den Weg eines völlig neu konzipierten Fahrzeugs mit speziellen Nutzungseigenschaften.
    Das fängt schon bei der Geschwindigkeit an und setzt sich in Überlegungen der Reichweite fort. Ein Tesla Pick Up benötigt vielleicht keine 120 Km/ h maximale Geschwindigkeit und kommt eventuell mit 90 Km/ h aus. Damit würde sich dann auch die Reichweite mit einem kleineren Motorsystem über „Allrad“, also vier Radnabenmotoren erhöhen. Physikalisch stehen dann ganz andere Fahrgestelltechniken zur Auswahl, weil sich z.B. die ungefederte Masse der Motoren in den Rädern befindet und nicht an der Achse. Und geht man diesen Gedanken weiter, stehen auch Radnabenmotoren zur Auswahl die das Fahrzeug durch ein Magnetfeld in der Gesamtmasse abfedern (z.B. gekrümmte Linearmotoren). Usw., usw.
    Ich traue Tesla mittlerweile sehr viele neue Varianten in der Antriebstechnologie für ihre Fahrzeugprojekte zu und bin sehr gespannt.

  2. Was ist an der Idee so verrückt? Wenn ein Elektrosportwagen gut geht, wieso dann nicht auch ein Pickup. Solche Fahrzeuge sind gerade in der Natur viel im Einsatz (Förster, Jäger, Ranger, Fischer, etc…). Da ist ein leiser Antrieb auch von großem Vorteil und über Photovoltaik auf der Hütte lässt es sich im kanadischen Busch eher ein E-Auto aufladen als über eine Benzin-Tankstelle, die 300 Meilen entfernt ist.

    Weiter so – Tesla! http://www.elektroauto-infos.com
    PS: Von einem Van von Tesla hab ich auch schon mal gelesen.

    • Es ist letztendlich nicht nur der „leise“ Antrieb. Das Argument des Aufladens im Nichts ist ein wichtiges. Als ich vor ein paar Jahren im tiefsten austr. Bush mit meinem alten Troopcarrier aufgrund Motorproblem liegenblieb, bin ich beim Reparieren ins Sinnieren gekommen. Was wäre, wenn dieser Wagen vier e-Radnaben-Motoren hätte? Selbige angetrieben über einen kleiner dimensionierten Diesel an einem Generator. Vorausgesetzt man hätte standfeste, robuste e-Motoren und könnte selbige aus variablen Quellen mit Elektroenergie speisen, dann würden sich verschiedene Vorteile auftun. Folgende zwei am prägnantesten:

      – aufgrund 4-fach-Redundanz theor. hohe Ausfallsicherheit
      – sofort hohes Drehmoment

      Fällt ein Motor aus, hat man noch immer die drei anderen. Und hätte man beispielsweise neben einer Primärenergieversorgung – z.B. über Verbrenner an Generator – noch eine Sekundärversorgung z.B. über Akkus, dann könnte man die Akkus notfalls mit allen möglichen Varianten – genügend Geduld vorausgesetzt – aufladen. Sonne, Wind, Wasser, …

      Das waren natürlich auf den Kontext tiefe Wüste, Dreck, fern der Zivilisation auftretende Gedanken. Aber so schlecht wären abgewandelte Teile dieser Spinnereien auch nicht im regulären Alltag.

  3. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Pickup vom S abgeleitet wird, ist doch eher gering. Ich denke er wird eher auf dem X aufbauen.

  4. „Einerseits klingt die Idee, na ja, ein wenig verrückt, andererseits ist sie typisch amerikanisch: Everything goes – alles ist möglich. Warum also nicht auch ein Elektro-Pick-up?“

    Auch nichts neues, Stichwort: Ford Ranger

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