Rein elektrisch oder Hybrid?


Die Kosten für herkömmliche Mobilität mit Diesel- und Ottomotoren steigen bereits stark an. Elektroautos können aufgrund der Endlichkeit fossiler Brennstoffe daher eine Alternative sein. Doch bislang ist unklar, wann E-Autos ihre größte Schwäche überwinden, um ein echter Ersatz für herkömmliche Antriebe zu sein: die geringe Reichweite. Die Hersteller beschäftigt in diesem Zusammenhang eine wichtige Frage: Welche Antriebsart wird sich kurz- oder langfristig besser verkaufen, Elektro oder doch Hybrid?

Bei der ersten ADAC eRallye durch Südtirol sollten vier unterschiedliche, serienreife Elektrofahrzeuge beweisen, ob sie mehrere Tausend Höhenmeter und zahlreiche Passhöhen überwinden können – und das bei wechselnden Witterungsbedingungen. Das Ergebnis: Sie konnten. Nissan Leaf, Opel Ampera, Peugeot iOn und Smart fortwo electricdrive haben alle fünf Etappen überstanden, wenn auch mit Zwischenstopps zum Nachladen der Akkus. Der Opel Ampera hat als einziges Fahrzeug einen Benzinmotor an Bord, allerdings dient dieser bis auf ganz wenige Fahrsituationen nur zum Nachladen der Batterien. Die überwiegende Zeit fährt also auch der Ampera rein elektrisch.

Das Fazit der eRallye-Teilnehmer fiel gemischt aus. Einer der Jüngeren war sichtlich beeindruckt: „Bei den Benzinpreisen gibt es nur eine Richtung, nämlich steil nach oben. Für viele Leute könnten die E-Autos schon jetzt eine Alternative sein“, sagte Christian Sommer.

Daumen hoch: Die meisten Teilnehmer der ADAC eRallye waren begeistert von den Elektro-Autos.

Daumen hoch: Die meisten Teilnehmer der ADAC eRallye waren begeistert von den Elektroautos.

Etwas verhaltener war das Fazit von Andrea Stiegler: „Die E-Autos sind ein guter Ansatz“, sagte sie nach der letzten Etappe. Ihre Berliner Mitfahrerin Olivia Bellotti war geringfügig pessimistischer: „Ich halte E-Autos für Überlandfahrten für nicht geeignet. Aber in der Stadt kann ich sie mir inzwischen ganz gut vorstellen.“

Hybridantrieb bei Herstellern im Trend

Ende September überraschte eine Nachricht von Toyota: Man setze weiter vorerst auf Hybridtechnik (Benzinmotor plus Elektromotor) statt auf rein elektrische Antriebe. Eine ähnliche Strategie scheinen auch Mercedes und VW zu verfolgen. Anfang 2014 soll es den neuen Golf VII mit Hybridantrieb geben.

Mercedes verbaut die Technik gar in einem Supersportwagen: Das SLS AMG Coupé leistet so 750 PS, verfügt über 1000 Newtonmeter Drehmoment und beschleunigt in 3,9 Sekunden von null auf 100 km/h – ein Nischenprodukt durch und durch. Trotzdem ist der SLS ein Beweis dafür, wie viel Fahrspaß aus der Kombination Benzin-/Dieselmotor plus Elektroantrieb entstehen kann, neben dem großen Vorteil des geringeren Verbrauchs.

Bereits vor der ADAC eRallye in Südtirol mussten Peugeot und Citroën ihre E-Auto-Fließbänder stoppen. Der Grund: stagnierender Absatz.  Die Käufer scheinen momentan noch nicht bereit zu sein, rein elektrisch angetriebene Autos bei Preisen ab 20.000 Euro aufwärts zu kaufen, die eine maximale Reichweite von etwa 150 Kilometern haben. Die Resonanz der ADAC eRallye-Teilnehmer aber zeigt: Das grundsätzliche Interesse, elektrisch mobil zu sein, existiert bereits heute.

5 Antworten zu “Rein elektrisch oder Hybrid?

  1. Aufgrund der begrenzten Reichweite halte ich Elektroautos mit Range-Extender für die beste Alternative.
    – Keine Angst haben zu müssen liegen zu bleiben.
    – Jede Fahrt jederzeit unternehmen zu können.
    – Ein Großteil der Fahrten rein elektrisch zurücklegen zu können.

    Das sind die Vorteile dieses Konzeptes

  2. Müssten nicht die Hersteller andere Gedankenwege gehen? Ich will E- Autos verkaufen, habe aber keinen Einfluss auf die Energieversorgung. Hat ein Käufer keine Ladestation – für Städter ja unerlässlich und sinnvoll bei geringer reichweite eines E- PKW – kann ich diesen Markt als Anbieter nicht erobern. Was machen denn andere Produktanbieter? Wie vernetzen sie sich um höheren Absatz zu erreichen. Ein Handy bekomme ich heute fast umsonst, aber ich bin an ein Netz gebunden. Ohne Subventionen und frei wählbar. Mein Stromanbieter ermöglicht mir ohne Probleme einen Ladeanschluss und erledigt die behördlichen Hindernisse in der Kommune für mich (Anschlussgenehmigungen etc.) und ich fahre gegen eine kleine monatliche Gebühr ein E- Mobil. Was ist daran so kompliziert?
    Böte mir mein Arbeitgeber ein E- Auto zum Preis meiner monatlichen ÖPNV Fahrkarte an, ich bezahle meine Ladekosten selbst und erhalte einen Anschluss in meiner Garage, dann sähen die Absatzzahlen für die Hersteller ganz anders aus. Es geht nur über große Unternehmen und Unternehmenskomplexe in Zusammenarbeit. Im individuellen Sektor wird das ganze viel zu langsam weiter gehen. Mein Pizzabote nutzt schon den Twizzy und macht mächtig Werbung damit , nicht nur für sich!

    • Sie gehen davon aus, dass der Strompreis nur unerheblich steigen wird.
      Sie gehen davon aus, dass der elektrische Strom ein kostengünstiger
      „Treibstoff“ bleiben wird.

      Bei diesen Betrachtungen haben Sie „die Rechnung ohne den Wirt gemacht“.

      Strompreiserhöhungen bis zu 30% sind im „Gespräch bei den Wirten“.

  3. Weder noch, sondern mit Brennstoffzellen!

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