Der Push für die E-Branche


Noch haben sie eher Seltenheitswert auf Deutschlands Straßen: Elektroautos. Um die schleppende Nachfrage nach den Stromern anzukurbeln, setzt die E-Branche nun auf Dienstwagen und fordert einen steuerlichen Ausgleich.

Der hohe Anschaffungspreis bei Elektroautos hängt vor allem mit der teuren Batterie zusammen.

Der hohe Anschaffungspreis bei Elektroautos hängt vor allem mit der teuren Batterie zusammen.

Damit das Elektroauto nicht länger eine Kuriosität im Straßenverkehr darstellt, sondern ernsthafte Alternative zum Verbrenner wird, fokussiert sich die Automobilindustrie ab nächstem Jahr auf Dienstwagen. „Wir glauben, dass der Markthochlauf 2013 und 2014 am ehesten bei Firmenwagen geschehen kann, da erwarten wir einen ersten Anstieg der Nachfrage“, erklärte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Er erhofft sich, dass der Verkauf von mehreren Zehntausend E-Dienstwagen in den nächsten zwei Jahren auch Privatleute animiert, auf einen alternativen Antrieb umzusteigen. „Wir hätten dann eine ganz andere Durchdringung der Stadtbilder mit Elektrofahrzeugen.“

Allerdings müssten mehr staatliche Anreize geschaffen werden, damit die Geschäftsleute tatsächlich die Vorreiterrolle für den Privatmann übernehmen und sich für einen E-Dientswagen entscheiden. Derzeit sind Arbeitnehmer, die ihren Firmenwagen auch privat nutzen, dazu verpflichtet, ein Prozent des Listenpreises zu versteuern. In Zukunft soll diese „Ein-Prozent-Regel“ auch für Dienstwagen mit elektrischem Antrieb gelten.

Das wäre allerdings kein kluger Schachzug: Bedingt durch die höheren Listenpreise der Stromer gegenüber den herkömmlichen Autos, muss der Halter auch einen höheren geldwerten Vorteil versteuern – die Preisdifferenz zwischen den Antrieben liegt bei etwa 8.000 bis 10.000 Euro. Das macht einen E-Dienstwagen finanziell sehr unattraktiv. Nach Ansicht von Wissmann könnte diese „Ungerechtigkeit“ mit einem Nachteilsausgleich behoben werden: Dabei werden E-Fahrzeuge mit einem vergleichbaren Preis von Verbrennern versteuert.

8 Antworten zu “Der Push für die E-Branche

  1. Wir haben einen Handlungsbedarf der Politik zur Förderung der emobility, der nicht allein mit Bordmitteln wie Steuervorteilen und Regeln für Dienstwagen zu schaffen ist.
    Warum nutzen wir nicht das Prinzip des Erfolgsmodells EEG, das uns zum Weltmeister der Erneuerbaren Energien gemacht hat? Ein einfaches Prinzip: nicht der Steuerzahler, sondern die Nutzer bezahlen den unvermeidbar teuren Anlauf der neuen Technologien. Für den Anlauf der Elektroautos kann z.B. eine einmalig beim Kauf fällige „Dynamische Elektroauto Umlage“ helfen, wie ich sie im Blog http://elektroautomanifest.blogspot.de/ beschrieben habe. Zu etwas dieser Art muss die Politik gebracht werden.

  2. Grundsätzlich finde ich es aber gut, dass Elektroautos langsam aber sicher in der Gesellschaft ankommen. Dass natürlich die Autokonzerne alles versuchen werden, um ihre Profite zu maximieren – auch klar. Aber irgendwie müssen sie ja die Leute mitehmen, sonst kann das bald keiner mehr bezahlen.

  3. „Der hohe Anschaffungspreis bei Elektroautos hängt vor allem mit der teuren Batterie zusammen.“
    Soso.
    LOL!
    Drum kostet der eSmart ja auch ohne Batterien das Doppelte des VerbrennerSmarts… ;-(

    Es gibt KEINEN wirklichen Grund für die extremen Preise der eAutos. Ein EMotor ist WESENTLICH günstiger herzustellen als ein Verbrenner (mit Getriebe!). Er hält blos leider um ein VIELFACHES länger. Und genau das ist der Grund für die Hersteller, ALLES zu tun, um möglichst wenige herstellen zu müssen…

    Es wird leider noch ein paar Jahre dauern, aber die Endschädigungszahlungen wegen Preisabsprache etc. werden die 1,47 Mrd. der TV-Hersteller:

    (http://diepresse.com/home/techscience/hightech/1320884/Preisabsprache_Milliardenstrafe-fuer-TVHersteller)

    sowas von lächerlich aussehen lassen😉
    Das wissen die zwar, aber wen interessierts heutzutage, wenns nicht im nächsten Jahr passiert. Hauptsache, die Aktien bleiben noch ein bischen oben…

    • Ich befürchte, das Argument eMotoren würden länger halten gilt nicht viel. Das Stichwort heißt „geplante Obsoleszens“. Jeder Industriedesigner muß dieses Thema durchlaufen. Die in unserem System verkauften Konsumgüter MÜSSEN nach einer gewissen Frist kaputtgehen, damit man das stetige Wachstum aufrechterhalten kann.

      Insofern wird man definitiv auch Mittel und Wege finden, um eMotoren pünktlich sterben zu lassen. Problematisch hier eher: Verbrenner-Fahrzeuge benötigen einen wesentlich komplexeren Aufbau als einfache eFahrzeuge. Da kann man viel mehr durch die mehr oder minder aufgezwungene Wartung verdienen. Oder glaubt jemand, unsere heutigen Fahrzeuge wären nur schöner, toller, bunter, schneller, sicherer geworden ohne zeitgleich entsprechende – weniger auffällige – Nachteile einzufahren? Wer kann denn sein modernes Fahrzeug ohne Service-Computer noch selbst reparieren?

  4. Der Opel Ampera soll für 30.000 € verkauft werden, die anderen E-Autos ebenfalls mit ein Drttel Preisnachlass, der darauf einsetzende Verkaufsboom wird die Hersteller bald in die Gewinnzone bringen.
    Dazu für den Garagenschrauber die Akku-Preise um die Hälfte gesenkt und den Spritpreis auf 3 € pro Liter erhöht.
    Niemand produziert dann noch Verbrennungsmotore, die bestehenden werden ausgebaut und eingeschmolzen.
    Die Finanzbeamten kann man dann auch auf andere Steuereintreibungen ansetzen.

    • Prinzipiell stimme ich dem zu. Momentan fahre ich zwar noch einen Benziner, aber das war (leider) eine rein wirtschaftliche Entscheidung.
      Ich bin auch dafür dass die Mineralöl-Steuer angehoben wird. Dann können wir uns die PKW-Maut schenken (die nicht wirklich viel bringt, da die Verwaltungskosten zu hoch sind). Allerdings sollte das nur in kleinen Schritten geschehen. Ich wäre für 5cent pro Jahr. Damit würden die Autofahrer nicht überfordert und könnten sich langsam auf den Umstieg einstellen.
      Herr Ramsauer sollte diese Einnahmen zu 100% erhalten um das bestehende marode Straßennetz instand zu setzen.

      Noch ein Wort zu den Akkupreisen. Tesla benutzt Standard-Laptop-Akkus. Die werden massenhaft hergestellt und sind deshalb günstig zu haben. Alle anderen Hersteller verwenden irgendwelche Spezial-Akkus die nur in kleinen Margen hergestellt werden und dadurch überproportional teuer sind.

    • Vorneweg empfinde ich es als eine ausgemachte Frechheit, daß riesige Konzerne, die hohe Mrd.-Beträge jährlich an Gewinn einfahren, beim Steuerzahler anklopfen und um Mio.-Subventionen für Entwicklungskosten die Hand aufhalten. Dann in Schritt zwei stehen eben jene Mrd-Gewinn-Einfahrer wieder da und fordern weitere Subventionen für ihre sehr teuer verkauften Fahrzeuge. Das ist eine Frechheit, die zum Himmel schreit!

      Würden selbige Konzerne bei Einführung eben jener zu subventionierenden Techniken einen extremen eigenen Profit-Vorteil sehen, sie würden die Fahrzeuge verschenken, sie würden Marketing- und PR-Kampagnen fahren bis zum Umfallen. Erinner sich jemand mal an die Anfangszeit der Mobilfunkwelle – wurden den Kunden dort die Geräte nicht kostenlos bei Vertragsabschluß nachgeworfen?

      Wenn man einen solchen Punkt sich hat auf der Zunge zergehen lassen, dann sollte man nochmal über den moralischen Aspekt obigen Subventions-Geheisches als auch des Subventions-Anbietens nachdenken.

      Zwang halte ich weiterhin grundsätzlich für ein schlechtes pädagogisches Mittel so es sich vermeiden läßt. Die Spritpreise sind speziell in ländlichen, schlecht erschlossenen Regionen mittlerweile schmerzhaft hoch. Jemand, der mit 800-1.000 EUR pro Monat abgespeist wird und davon allein 150-200 EUR für Sprit einplanen muß, wird in keinstem Falle applaudieren, wenn a) Spritpreise weiter steigen b) ein neues Fahrzeug angeschafft werden muß. Und sollte jemand in seinem persönlichen Umfeld solche Fälle nicht kennen, so möchte ich ihr/ihm gratulieren und wünschen, es möge so bleiben. Ich könnte unzählige Beispiele aus meiner Heimatregion bringen – tendenziell jede dritte Haustür dürfte mehr oder minder in dieses Schema passen.

  5. Da istvder Redakteur leider nicht ganz auf der Höhe der Zeit, denn

    1.sind E-Autos als Dienstwagen heute schon mit der 1 Prozent Regelung zu versteuern.
    Und 2. sieht das Jahresteuergesetz vor, dass dafür ein Ausgleich geschaffen wird.

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