Tesla-Rekordfahrt in den USA


In Florida fuhren Vater und Sohn einen einmaligen Rekord mit einem Tesla S: Fast 700 Kilometer am Stück, mit einer einzigen Batterieladung.

Vor dem Start ihres Rekordversuchs hatten David Metcalf und sein Sohn Adam die Reifen stärker als üblich aufgepumpt und eine besonders flache Route geplant. Sie fuhren mit möglichst gleichbleibender Geschwindigkeit. Statt die Klimaanlage einzuschalten öffneten sie die Fenster.

Nach 423,5 Meilen (rund 682 km) war die 85 Kilowattstunden-Batterie komplett leer. Mit dem neuen Rekord in der Tasche mussten sich die beiden Metcalfs abschleppen lassen. Unter den ersten Gratulanten war auch Tesla-Vizepräsident George Blankenship, der über Twitter von der Rekordfahrt erfahren hatte (Twitter-Account von David Metcalf: „dmetcalf“).

Die von der Environmental Protection Agency (EPA) veröffentlichte Maximal-Reichweite des Tesla S beträgt 265 Meilen (etwa 425 Kilometer): Diese haben David und Adam Metcalf um 257 Kilometer, also rund 60 Prozent, überboten.

Der letzte bekannte Reichweitenrekord stammt aus dem Jahr 2009, als zwei Australier mit einem Tesla Roadster 313 Meilen (etwas mehr als 500 Kilometer) kamen.

11 Antworten zu “Tesla-Rekordfahrt in den USA

  1. Hmm, schon ganz nett…
    Aber WEIT weniger interessant, als der Student, der vor 2 Jahren im (mit 25.000 Dollar Sponsorgeldern!!!) selbstumgebauten Elektrokäfer Kanada durchquert hat… immerhin 6400km in 16 Tagen mit Reichweiten bis 500 (!!!)km!
    Siehe z.B.:
    http://derstandard.at/1282979481118/Student-durchquerte-Kanada-in-Elektro-VW-Kaefer

    Übrigens waren schon im Jahre 1900 (ja richtig: vor über 100 Jahren!) Reichweiten von bis zu 350 km möglich!

    So betrachtet verliert der Jubel über den „Rekord“ hier ein wenig an Glanz, oder etwa nicht?

  2. Tolle Nachrichten. Wann sehen wir dieses wunderbare Auto endlich in Deutschland ?

  3. Der Verkauf des Kolibri-Akku wurde verhindert, jetzt beim Tesla sind andere Mächte am Werk.
    Den Tesla kann sich der kleine Garagenschrauber, Heim- und Handwerker aber auch nicht kaufen.
    Den Akku für 200,– € pro kWh zum Verkauf freigeben, den Rest erarbeitet das Volk allein. 2020 gibt es dann 10 Millionen Elektroautos.

  4. Gute Nachricht. Prima. Aber nichts Aufregendes.
    Ich hätte nichts dagegen, wenn sich dieser Tesla S wesentlich besser verkaufen ließe als sein Roadster-Vorgänger. Vielleicht würden dann endlich einige deutsche Manager aufwachen.

    Aber ich habe etwas dagegen, dass der in Deutschland bereits 2010 aufgestellte Weltrekord eines Serienautos (Audi A 2) mit der „Noch-Nicht-Serien-Batterie“ Kolibri so von unserer deutschen Journallie niedergemacht wurde (gehässiger Artikel in der ADAC-Motorwelt im Heft 12/2010) und auch bis jetzt nicht mehr erwähnt wird.
    Damals hat keiner glauben wollen/sollen, dass die Zielfahrt mit 605 km Distanz reell gewesen sein könnte. Und jetzt staunt man, wenn ein Auto in USA (mit nicht angegebener Geschwindigkeit!) beim Völlig-leer-fahren „fast 700 km“ schafft.
    Nachdem bei der A2-Fahrt bei der planmäßigen Ankunft in Berlin noch 10% Restladung vorhanden waren, möchte ich beide Leistungen genau gleich bewerten. Nur dass eben der A 2 diesen Rekord bereits 2010 aufgestellt hat! Der Rekord ist also schon „von gestern“.

    Große Genugtuung – und böse Zungen – gab es dann in der Presse, als dieser Wagen kurze Zeit darauf abgebrannt ist. Hört – hört!
    Aber niemand hat sich danach entschuldigt, als am 2. April 2011 irgendwo gemeldet wurde, dass die BAM in Tests die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Zellen bestätigt hat. Und wenn die Kapazität stimmt, ist die Reichweite ein einfaches Rechenexempel.

    Vielleicht gibt es doch noch eine positive Lernkurve bei Motorjournalisten?

    • Ein paar Infos zur „Kolibri Power System AG“ (ehemals DBM Energy).
      Ich habe mit der Pressestelle telefoniert (Anfrage wegen eines Energiespeichers für eine PV-Anlage) und mir wurde mitgeteilt, dass der Fokus auf stationären Energiespeichern liegt, nicht im Mobilitätssektor.
      Das wundert mich kein bisschen, denn deren Preise sind aus meiner Sicht völlig indiskutabel.
      Vermutlich hat KPS auch derzeit noch garnicht die Kapazitäten um einen OEM ausreichend zu beliefern. Bei den angegebenen Preisen dürft aber auch keiner Interesse haben.

      Ein bisschen erinnert mich das an IBM und den PS/2. Gutes Gerät, innovative Technik, aber völlig überteuert. Kauft keiner.
      Der Markt ist da gnadenlos.

      • Danke für den ausführlichen Hinweis zum Kolibri.
        Der Vergleich mit IBM ist auch gut.
        Aber wer ist „Der Markt“? Der wird doch durch Motor-Jourmalisten gemacht, oder etwa nicht?
        Wenn da immer die Hoffnung auf eine zukünftige Super-Batterie genährt wird, die es aber leider noch nicht gebe, kann der Markt nicht in Schwung kommen. Unsere Laptops haben doch genügend Super in der Batterie (siehe Tesla)!
        Es sollte einfach darauf hingewiesen werden, dass wir uns mit dem Energie-Inhalt eines Liter Öls sehr verwöhnt haben.
        Der Markt = Die Kundschaft für die E-Autos … ist in Deutschland zu finden in der Schnittmenge von Pendlern und Zweitfahrzeug-Besitzern. Das dürften doch einige Millionen sein. Und dass soll immer noch niemand gewusst haben?
        Ganz vereinzelt hört man den E-Fahrern zu, und hört mit Verwunderung, dass das Fahren sogar Spaß macht.
        Ach so, Spaß! Ist vielleicht das das Zauberwort für den Markt? Heute muss ja alles Spaß machen, damit es gekauft wird….

        ps: Mein Smart ed macht mir diebischen Spaß (mit booster) – und er erzieht mich gleichzeitig zur Sparsamkeit. Spaß + Sparsamkeit = eine ideale Kombination!

    • Lieber „von gestern“,
      ich weiß ja nicht, in welcher Beziehung Sie zu den DBM- oder Kolibri-Leuten oder zum Wirtschaftsministerium stehen. Tatsache ist, dass der ADAC gar nicht gehässig, sondern im Gegenteil noch sehr zurückhaltend war. Ein Experimentalauto so aufzurüsten, dass es – mit nur einer Person besetzt, randvoll mit vermutlich sehr teuren Nicht-Serien-Batterien und bei ausgeschalteter Heizung – im Schleichtempo 600 Kilometer schafft, ist wirklich keine Kunst, das ist Handwerk plus Geld. Der Tesla scheint hingegen ein Serienexemplar zu sein.
      Schlecht recherchiert und falsch informiert haben leider nicht die kritischen Journalisten, sondern die Fanboys unter meinen Kollegen. Der Rekordfahrer und Kolibri-Nichterfinder Mirko H. hat vielen Medienleuten viel erzählt und sich dabei immer wieder selbst widersprochen. Er hat den Mund sehr voll genommen, geblieben ist von alledem nichts (soweit es um Elektromobilität geht). Wenn es Sie interessiert, was da alles so behauptet worden ist und wenig dahinter war: Ich habe die Story hier aufgeschrieben:
      http://www.brandeins.de/uploads/tx_brandeinsmagazine/020_b1_05_12_elektromobilitaet.pdf

      • Lieber Herr Froitzheim,
        vielen Dank für Ihren Link mit Ihrer Story. Sie ist sehr aufschlussreich.
        Ich stehe in keinerlei Beziehung zu DBM oder Wirtschaftsministerium. Was da anscheinend abgelaufen ist, kann einen schon sehr verwirren.
        Da Sie aber offensichtlich sehr gute Recherchen machen, würde ich mir wünschen, dass Sie auch einmal die Recherchen in technische Richtungen lenken (was ist grundsätzlich möglich mit dem E-Auto) und/oder auch in Richtung der deutschen Autoindustrie (weshalb wurde Modell XY nicht weiterentwickelt, wurde evtl. der chinesische Kleinwagenmarkt verschlafen? usw.) und dieses in Ihren guten Illustrierten verbreiten.
        Diese Berichte würden die notwendige Nachfrage für Elektroautos in D sehr schnell generieren. Ich hoffe doch nicht, dass „kritische Journalisten“ immer nur Negatives interessant finden. Das Positive, die
        Möglichkeiten, die Energieeinsparung/Umweltschonung usw. sollten durch kritische Journalisten genauso verbreitet werden können.
        Der bezogene ADAC-Bericht wirkte auf den Leser, der den HIntergrund nicht kannte, trotzdem gehässig; da konnte das Hintergrundwissen offenbar nicht ganz unterdrückt werden. Und als treuer ADAC-Leser habe ich bis heute nur einen sehr zögerlichen ganz leichten Schwenk in der Einstellung zum E-Auto bemerkt. Da inzwischen fast ganz Deutschland im ADAC ist, wirkt das natürlich entsprechend.

  5. Ich hoffe, Rainer Brüderle und Hans-Joachim Otto haben das gelesen. Und ein paar andere Köpfe der deutschen Forschungsförderungsbürokratie. Ich sage nur Lekkermobil…

  6. Respekt. Das ist zwar nicht wirklich praxisrelevant, zeigt aber, was theoretisch möglich ist. Wäre noch interessant zu erfahren, wie die Durchschnittsgeschwindigkeit der Rekordfahrt war.
    Bleibt zu hoffen, dass der Akku keinen Schaden genommen hat.

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