Der Stromer aus Uganda


Über 31 Millionen Menschen leben in Uganda. Der Staat hat einen direkten Zugang zum Viktoriasee und die Hauptstadt heißt Kampala. Kann man wissen, muss man aber nicht. Was man sich aber merken sollte: Uganda hat keine Autoindustrie, aber ein selbst entwickeltes Elektroauto.

An der Makerere-Universität, der größten Hochschule in Ost- und Zentralafrika, haben die Studenten in drei Jahren Entwicklungszeit den Kiira EV gebaut. Wir hatten vor einiger Zeit hier über das ambitionierte Projekt berichtet.

Nun hat die Uni erste Probefahrten mit dem Kiira absolviert, und die technischen Daten entsprechen denen von E-Autos großer Automobilhersteller. Geplante Spitzengeschwindigkeit: 150 km/h (in den ersten Tests kam der Kiira EV auf 65 km/h). Reichweite: 80 Kilometer. Da die Studenten fast alle Bauteile eigenhändig hergestellt haben, muss erwähnt werden, dass es sich beim Kiira um einen  ziemlich windigen Prototypen ohne jegliche Sicherheitssysteme oder Komfort-Features handelt.

Mit diesem YouTube-Video von den ersten Testfahrten können Sie sich selbst ein Bild vom afrikanischen Elektroflitzer machen:

8 Antworten zu “Der Stromer aus Uganda

  1. Auch von mir ein: „Weiter so!“ Es ist doch egal wo und von wem die Zukunft gestaltet wird. Wichtig ist nur, dass jedem Einzelnen langsam bewusst wird, dass wir mit Hochgeschwindigkeit und übertriebenem Luxus nicht weiter kommen.
    Ein E- Mobil zu entwickeln, die Infrastruktur vor Ort, die natürlichen Gegebenheiten und auch die Rechtsgrundlagen für eine Zulassung miteinander zu verbinden, unnötige Hürden abzubauen, Widerstände von denen zu brechen die keinen Gewinn im E- Mobil sehen, sind wichtige Bausteine einer effektiven Veränderung. Vielleicht sollten wir mal den Studenten in Uganda mit Spenden helfen, damit sie mit ihrem Studium und ihren Entwürfen auch unsere Zukunft in Europa/ Deutschland mitgestalten können.
    Im Endeffekt ist so eine Hilfe eine gute Selbsthilfe.
    Ich frage mich nur, inwieweit die Regierung in Uganda denn so ein Projekt selbst unterstützt. Werden Unternehmen ins Land gelassen die eine gewisse Zuarbeit fördern? Sind es wieder nur große Konzerne bei der Energieversorgung oder dürfen auch kleine Unternehmen dort tätig werden?
    Ein ausführlicher Bericht zu diesen Punkten wäre bestimmt lesenswert.

  2. Uganda hat sehr gute meterologische Vorraussetzungen als Grundlage für den Betrieb von elektrisch angetriebenen Kraftfahrzeugen.
    „Nachhaltiger“ Solarstrom kann nach menschlichem Ermessen „unbegrenzt“ und kostenlos aus dem Primärenergieträger Sonne
    in den Sekundärenergieträger Wasserstoff umgewandelt werden. Dabei kann nicht von Wirkungsgraden und einer Energieeffizienz gesprochen werden höchstens von einer „Gesamtenergiebilanz“. Durch den Einsatz des vorgenannten Sekundärenergieträgers kann dieser zeit- und raumunabhängig genutzt werden. Da Uganda zur Zeit nicht über ein flächendeckendes Stromnetz verfügt ist die Nutzung des o.g. Sekundärenergieträgers von großem Vorteil. Frankreich zum Beispiel besitzt ein optimal ausgereiftes Stromnetz. Da aber der falsche und menschenverachtende Primärenergieträger benutzt wird, hat Frankreich und auch viele andere Länder auf unserer Erde eine für uns menschen tödlichen Weg in der Stromversorgung eingeschlagen.

  3. „Kennt jemand sinnvolle Anknüpfpunkte für Kontakte und könnte selbige ggf. irgendwie benennen?“

    Es gibt doch diverse EV-Umbauer in -D- … vom Hochkommerziellen Evonik/LiTec SpinOff (eWolf) bis zu diversen KLEINEN (BeaTricks DieselMotorrad oder die Elektroporsches RudofRoadster oder auch
    http://www.elektroauto-forum.de/Kleinanzeigen/index.php?id=106
    oder LeMobile Dresden – CitySax usw. usw. ist alles DA – muss man nur suchen)
    … nur so aus dem Gedaechtnis … auch um uns herum NL/DK/Polen
    Belgien Italien/usw. gibt’s diverse Firmen die UMRUESTEN)
    … ob das finanziell lohnend ist ..muss jeder selbst entscheiden ???

    Wer relativ guenstig elektrisch fahren will besorgt sich die ELECTRIQUES
    aus den 90ern (wurden bis ca. 2005 gebaut) als GEBRAUCHT-EV.

    im http://www.elweb.info/ kann man dazu etwas stoebern …
    div. UMBAUTEN aus aller welt gibt’s im EVALBUM.com zu sehen …

    Elektrische Gruesse
    http://www.youtube.com/watch?v=XAiM3Vm3C6k

  4. Och,…. Umbauten hierzulande sind gar kein Problem! Man kriegt sie sogar durch den TÜV – die Sicherheitsmerkmale der jeweiligen Karosserie gehen da ja nicht verloren. Auch ein Airbag-System bleibt an Bord.

    Ich besitze einen VW Lupo-Umbau auf E-Antrieb, fertig zugelassen und mit TÜV!

    • Cool!
      Hast Du den selbst umgebaut? Was hat´s denn gekostet?
      Ich schätze mal, wenn´s einen Bausatz gibt (mit ABE) könnte das schon gehen, aber ohne ABE wird sowas ein ganz schön teurer Spass…

  5. Leider ist eines der Hauptprobleme hier in D unser überperfektioniertes Zulassungsgezeter, das sich wohl kaum ein Privatmann leisten kann.
    Ansonsten hätten wir mit Sicherheit schon mehr umgebaute Autos wie den Käfer in Kanada (siehe z.B.: http://derstandard.at/1282979481118/Student-durchquerte-Kanada-in-Elektro-VW-Kaefer)…

  6. Leider keine Anknüpfpunkte für Kontakte – sondern nur ein Kommentar:
    „ein paar Enthusiasten mit genug Idealismus und Willen…“ – werden bei uns schnellstens kalt gestellt – durch die Journallie und die Großindustrie! Diese bringt allerdings durch ihren „guten Riecher“ bei den Luxus-Karossen bisher sehr viel Geld ein, und deshalb meint sie seit Jahren, solche Zukunfts-Hirngespinste wie Elektroautos nicht ernst nehmen zu müssen.
    Vor 10 Jahren hätten unsere Fimen ein „1-l-Auto“ (Verbrauch – nicht Hubraum!) mit reduziertem SchnickSchnack für den indischen und oder chinesischen Markt bauen können bzw. müssen, dann sähe die Zukunft unserer Industrie schon anders aus. Aber jetzt werden wir wohl in 10 Jahren chinesische Elektro-Autos kaufen müssen (ich habe gottseidank ein deutsches, aber warum kauft fast keiner eins??)

  7. Ich wünsche diesen Leuten viel Erfolg! Ernsthaft.

    Es wäre eine Wucht, würden sich in unserem mit allem möglichen Luxus gesegneten Land ein paar Enthusiasten mit genug Idealismus und Willen finden, etwas Ähnliches aus dem Boden zu stampfen.

    Ich habe seit 1999 im 5-stelligen Bereich Stunden unbezahlt in für die Allgemeinheit nützliche Webprojekte gesteckt (was sich zugegeben zwangsweise in meinem sparsamen Lebensstandard wiederspiegelt). Bei 80 Mio. Einwohnern allein in Dtl. müßten sich doch 100 Leute mit Enthusiasmus, Willen und Know-How finden lassen, die etwas auf die Beine stellen. Genaugenommen machen wir im weltweiten Maßstab verwöhnten, dekadenten Wohlstandsbürger uns doch eigentlich lächerlich mit unserer Blind- und Zurückgelehntheit.

    Kennt jemand sinnvolle Anknüpfpunkte für Kontakte und könnte selbige ggf. irgendwie benennen? Vielen Dank im Voraus.

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