Bosch plant eigene Batterie-Fabrik


Bosch-Batterie

Innovation gesucht: Bosch investiert in die Batterie-Forschung.

Der Stuttgarter Autozulieferer will einen zweistelligen Milliardenbetrag in die Forschung investieren.

Ein Marktanteil größer als zehn Prozent bei Batteriesystemen sei das Minimum, sagte der für die Kraftfahrzeugtechnik zuständige Geschäftsführer Bernd Bohr. In der Regel erreiche Bosch in gut laufenden Bereichen einen Weltmarktanteil von mehr als 20 Prozent, so Bohr.

Zwar ist die Elektromobiliät noch ein Zuschussgeschäft für das Unternehmen. Bohr erwartet nicht vor Mitte des Jahrzehnts, dass der Bereich profitabel wird. Bis dahin investiert der Zulieferer 400 Millionen Euro jährlich in die Elektromobilität. Aber: „Von 2020 an erwarten wir eine deutliche Zunahme der Elektrifizierung“, sagte Bohr. Das Marktvolumen weltweit betrage dann rund 25 Milliarden Euro.

Ziel von Bosch ist es, die Kosten für die Lithium-Ionen-Batterie um den Faktor 2-3 zu drücken. Dies ist laut Bohr Voraussetzung dafür, dass die Elektromobilität den Durchbruch schafft. In den nächsten zwei Jahren arbeitet Bosch an der technischen und wirtschaftlichen Umsetzung einer großserienfähigen Batterie. „Wenn wir dies erreicht haben und uns für den Einstieg in das Batteriegeschäft entscheiden, dann werden wir um das Jahr 2018 eine Fabrik in Europa bauen“, sagte Bohr.

Das Geschäft mit Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge sowie Plug-in-Hybride und Hybrid-Autos wird sich nach der Einschätzung von Bosch ab 2020 zu einem riesigen Markt entwickeln: Allein das Geschäft mit den Zellen wird mit jährlich rund 25 Milliarden Euro veranschlagt. Können mit der heute installierten Zellenkapazität theoretisch 250.000 reine Elektroautos gebaut werden, so dürfte 2020 die dreifache Kapazität gebraucht werden. Dabei geht der Zulieferer von zwölf Millionen elektrifizierten Fahrzeugen im Jahr 2020 aus. Davon dürften sechs Millionen Hybride, drei Millionen Plug-ins und drei Millionen reine E-Fahrzeuge sein. Zum Vergleich: 2012 sind weltweit etwa 20.000 bis 30.000 Elektroautos gebaut worden.

Für Bohr ist die Technologie eine große Chance für Zulieferer, die ohnehin schon Kompetenzen in der Elektrik und Elektronik von Fahrzeugen haben. Während sie bei einem herkömmlichen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor lediglich auf eine Wertschöpfung von maximal 40 Prozent kämen, seien es bei Elektrofahrzeugen bis zu 75 Prozent. „Das Umsatzvolumen ist dadurch deutlich höher“, sagte Bohr.

Allerdings ist das Geschäft nicht risikofrei: „Wir reden von einer zweistelligen Milliarden-Investition, die notwendig wird, wenn wir auf einen interessanten Marktanteil kommen wollen. Wir müssen uns sehr genau anschauen, welchen technischen Vorsprung wir uns erarbeiten können, so dass wir nachhaltig ein ähnliches Potenzial heben können wie bei anderen Komponenten“, sagte Bohr.

Im März vergangenen Jahres wurde bekannt, dass das Gemeinschaftsunternehmen SB Limotive von Bosch und Samsung zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien vor dem Aus steht. Von Bosch hieß es, es gehe um die grundsätzliche Philosophie. Bosch setze mehr auf ein Gesamtkonzept bei der Batterie, während sich Samsung eher auf die Produktion der Zellen konzentriere.

Im Dezember vereinbarten die Partner dann getrennte Wege: Bosch gründete das hundertprozentige Tochterunternehmen Robert Bosch Battery Systems, in dem alle Batteriesystemprojekte gebündelt werden. Samsung SDI liefert weiter die Zellen. Das erste Batteriepack in Serienfertigung liefert Bosch für den Fiat 500e. Weitere drei Serienfahrzeuge sollen in diesem Jahr folgen, die komplett mit Bosch-Batteriesystemen ausgestattet sind. Die Hersteller wollte Bohr nicht nennen.

Bohr nannte vier Kernthemen, auf die sich Bosch jetzt konzentrieren wolle: Serienfertigung von Batteriepacks, Aufbau eines Zuliefernetzwerkes, Investitionen in Forschung und Entwicklung, um einen „Technologievorsprung zu erreichen“, und schließlich will Bosch die Grundlagenforschung für die Batterietechnik nach der Lithium-Ionen-Ära vorantreiben. Lithium-Luft- oder Lithium-Schwefel-Gemische gelten als vielversprechende Technologien.

Joachim Fetzer, Mitglied des Bereichsvorstandes Gasoline Systems, betonte, dass diese Technologien aber erst im nächsten Jahrzehnt, „wenn überhaupt“, das Licht der Welt erblicken, „vorher gilt es noch, grundlegende Dinge zu lösen.“

3 Antworten zu “Bosch plant eigene Batterie-Fabrik

  1. Wenn ich diesen Artikel lese, kann ich erstmal fast nur nach Luft schnappen! Dann – direkt als Zweites – wünsche ich mir, daß es ein paar kleine Nischenfirmen mit glücklicher Hand geben wird, die nicht so träge mit dem Allerwertesten an der Wand schlafen!

    HAAAALLOOOHOOOO … liebe Industrie … Speicherung von elektrischer Energie sollte seit Jahren – was red ich – seit Dekaden! auf Eurem Programm stehen! Und nicht nur für Elektromobilität. Nein! Für alle möglichen Bereiche.

    Wie arm müssen wir doch dran sein, wenn der Sprecher eines führenden Industrieunternehmens eines (ehemals) mit Top-Ruf versehenen Hochtechnologielandes im Jahre 2013 feststellt, daß es vielleicht langsam Sinn machen könnte, in dieses Feld einzusteigen und ggf. im Jahr – fast – 2020 eine Fabrik stehen zu haben, mit der man entsprechende Speicher produzieren könnte?!? Ja – schlaft Ihr?!?

    China wird’s richten. Mit allen Konsequenzen…

    • Nö, schlafen tun die nicht: das hat Methode!
      Die nutzen nur echt JEDE noch so dämliche Möglichkeit, eAutos zu sabotieren. Und nebenbei natürlich auch wieder die Subventionen („zweistelliger Milliardenbetrag“!!!) für die „Forschung“ abzugreifen!
      Und anschliessend natürlich auch die Entschädigungen, weil die Deppen dann pleite gegangen sind…

  2. Hmmm, irgendwie krieg ich den Eindruck nicht los, dass hier mal wieder das Rad neu erfunden werden soll…

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