Audi geht an die Steckdose


Beim Genfer Autosalon werden die Ingolstädter im März ihr erstes Modell mit Plug-in-Hybridantrieb vorstellen: den A3 Sportback.

A3 Sportback

Der Audi A3 Sportback: bald auch als Plug-in-Hybrid

Es tut sich einiges auf dem Markt der Automobile mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Toyota verkauft bereits seit November 2012 den Prius als Plug-in. Volvo macht den V60 zum Plug-in-fähigen Diesel-Hybrid, und Mitsubishi bringt die Neuauflage des SUVs Outlander in einer Plug-in-Variante auf den Markt.  Zwar ist der Opel Ampera mit dem Antrieb des GM-Konzernbruders Chevrolet Volt genau genommen auch ein Plug-in-Hybrid, doch Opel bewirbt den Ampera weiter als „Deutschlands meistverkaufte Elektrolimousine“.

Daher wird Audi mit der Präsentation des A3 Sportback auf dem Genfer Autosalon im März der erste deutsche Hersteller mit eigenem Plug-in-Hybrid-Modell sein – vor dem Konkurrenten BMW und auch vor dem Mutterkonzern VW, der den aktuellen Golf 7 als Plug-in-Hybrid-Variante erst im Herbst auf der IAA vorstellen wird.

Mit seiner acht Kilowattstunden großen Lithium-Ionen-Batterie soll der A3 Sportback laut „Auto Bild“ 50 Kilometer weit rein elektrisch fahren, mit gut zwei Liter Benzin 100 Kilometer weit kommen und sogar bezahlbar sein: Der Preis wird auf rund 35.000 Euro geschätzt – 8000 Euro mehr als ein A3 ohne E-Unterstützung.

Als Antrieb ist ein neuer Zweiliter-Turbobenziner mit 210 PS vorgesehen, der mit einem 27-PS-Elektromotor kombiniert wird. Audi nutzt dabei Technik, die VW für den modularen Querbaukasten entwickelt hat, auf dem außer dem Golf, Seat Leon und Skoda Octavia auch der A3 basiert. Der Akku wird über Nacht an der Steckdose komplett oder während der Fahrt über einen Generator aufgeladen. Acht Kilowattstunden entsprechen etwa der halben Kapazität eines kleinen rein elektrisch angetriebenen Autos wie dem Mitsubishi I-MiEV. Audis Hybridtechnologie heißt „Dual Mode“: eine Mischung aus parallelem und seriellem Hybridantrieb mit Plug-in-Fähigkeit. Beide Motoren können den Wagen getrennt voneinander oder gemeinsam antreiben.

8 Antworten zu “Audi geht an die Steckdose

  1. Das mag 1985 eine interessante Sache gewesen sein. Aber 2013 zieht man mit 27 PS keine Schuhsohle vom Asphalt. Sorry! Vorsprung durch … was ?

  2. Eigenartiges Fahrzeug – Bitte liebe Automobilindustrie – wenn ihr glaubhaft sein wollt und nicht nur greenwashing betreiben wollt – dann bietet mal einen parallel hybrid ohne Mehrgewicht für die kleinste und im Unterhalt kostengünstigste Motorisierung an und addiert die Leistungen, um die Kunden zu beeindrucken.

  3. Für die Stadt sind die 27 PS doch voll ok, für die Landstraße auch, rein rechnerisch würde diese Leistung für über 110 km/h bei der Karosserie reichen. Die Frage ist eher, wozu man dabei den Riesen-210 PS-Stinker immer mitschleppen muss.

    Aber gut, wir kritisieren gerade einen der fortschrittlichsten und innovativsten Audis aller Zeiten (d.h. die anderen Audis sind noch schlechter), was solls…

  4. AUDI GIN ERSTMALS 1989 AN DIE STECKDOSE – 1996 DAN IN SERIE …

    HEUTE acht Kilowattstunden LI-Akku … und DAMALS … acht Kilowattstunden NiCa ….

    http://www.auto-motor-und-sport.de/eco/audi-100-avant-duo-von-1989-youngtimer-als-pionier-der-hybridtechnik-1016386.html

    Ob Elektro- oder Hybridantrieb: Ist doch alles schon mal dagewesen.

    So präsentierte Audi bereits auf der IAA 1989 einen Pionier der Hybridtechnik, den Duo. Ein Wiedersehen mit der Zukunft von gestern.
    Die Zukunft sah auch schon mal futuristischer aus. 1989 jedenfalls gibt es wenig Beifall beim Anblick eines Audi 100 Avant Duo, nur weil der auf dem Dach ein paar Solarzellen und an den Flanken ein paar uninspiriert positionierte Audi-Duo- Schriftzüge trägt. Während mancher Autohersteller schon damals selbstabblendende Schminkspiegel als Weltsensation feiert und dafür extra serienferne Designstudien auf die Räder stellt, steckt die revolutionäre Hybridtechnik dieser Duo genannten Unweltvariante des Audi 100 Avant in einer braven Serienkarosserie.

    Den konventionellen Audi 100 Avant gibt es da schon seit sechs Jahren und der Duo steht dazu – als wolle man das Interesse möglichst gering halten – auf einem Stand, der so attraktiv und allgemeinverständlich ausschaut wie ein Versuchsaufbau im Physikunterricht. Doch das passt zu Audi, einer Marke, die sich damals ernsthaft-ingenieurig gibt – nicht mehr bürgerlich-bieder wie in den Siebzigern oder betont premiumlifestylig wie in der letzten Zeit. Die Entwicklung des Audi Duo fällt auch so pragmatisch aus, weil sie einen ernsten Hintergrund hat: Ende der achtziger Jahre gibt es Überlegungen, Innenstädte für benzingetriebene Autos zu sperren. Die Audi-Ingenieure ergrübeln daraufhin den dualen Antrieb: Innerhalb der Stadt soll der Duo elektrisch fahren, draußen seinen Verbrennungsmotor nutzen.

    Audi Duo Elektropaket wiegt 200 Kilogramm

    Deswegen arbeiten Elektro- und Benzinmotor in der ersten Generation getrennt voneinander und nicht als Team wie in späteren Hybridautos. Das hält auch den konstruktiven Aufwand in Grenzen. Als Basis nutzen die vier Ingenieure, die den Audi Duo konstruieren, einen Audi 100 Avant Quattro. Der bietet mehrere Vorteile: Zum einen den großzügig unterkellerten Laderaum, unter dem sich das über 200 Kilogramm schwere Elektropaket aus 54 in Reihe geschalteten Nickel-Kadmium- Batterien samt Ladegerät verstauen lässt. Zum anderen hat der Quattro an der Hinterachse schon alle Kraftanschlüsse – also Differenzial und Antriebswellen. So richtig kompliziert ist es dann gar nicht mehr: Die Kardanwelle vom Getriebe zur Hinterachse fliegt raus, der Fünfzylinder-Benziner schickt seine 133 PS damit über die Viergangautomatik nur noch an die Vorderräder. Es kostet nur ein bisschen Zeit, bis sich ein passender E-Motor findet.

    Separate Motoren an Vorder-und Hinterachse

    Um größere Umbauarbeiten an der Karosserie zu vermeiden, muss der zylindrisch sein und darf nicht zu dick ausfallen, damit er in die schmale Kardanröhre passt. Die Techniker finden schließlich eine 60 Kilo schwere 9,3 kW-Gleichstrommaschine und flanschen sie direkt an das Hinterachsdifferenzial. Weil immer nur ein Motor arbeitet, braucht es keine aufwendige Steuerelektronik. Also nur noch ein paar Kabel zusammenzwirbeln und an ein paar Schalter schließen, dann ist der Parallelhybrid fertig. Das klappt alles so unkompliziert und schnell, dass Audi in der Pressemappe des Duo verspricht, „bei ausreichender Resonanz den Produktionsstart in relativ kurzer Zeit“ vorzubereiten.

    Audi 100 Duo ist heute ein Youngtimer

    Knapp 20 Jahre später steht einer der drei gebauten Duo etwas graumausig in der Sammlung der Audi Tradition in Ingolstadt – nicht vergessen, aber in den Hintergrund gedrängt zwischen Audi-Heroen wie Ur-Quattro oder RS2. Als einzige Extravaganz schmückt ihn eine hohe Dachreling. Auch innen meidet er jedes Spektakel. Sein Cockpit hat das funktionale Flair einer Achtziger-Jahre-Wohnküche und schaut bis auf den knallroten Not- Aus-Schalter danach aus, was er eben ist – ein fast serienmäßiger, würdevoll zum Youngtimer gealterter Avant. Einer mit der Laufleistung eines Jahreswagens – der Zähler zeigt nur 22.516 Kilometer an. Einige davon legte er auf einer Promo-Tour in den USA zurück.

    Damals hatten seine Batterien gerade mal 8,4 Kilowattstunden Energieinhalt und beschleunigten den 1.800 Kilogramm schweren Duo im reinen Elektrobetrieb mit 110 Newtonmeter aus dem Stand in acht Sekunden auf Tempo 30 sowie maximal bis 52 km/h. Dazu verschafften sie ihm rund 25 Kilometer Reichweite – mitunter noch ein bisschen mehr, wenn der E-Motor die Akkus beim Verzögern als Generator mit zurückgewonnener Energie speist. Mit seinem bordeigenen Ladegerät, das die Batterien an einer 220-Volt-Steckdose wieder auflädt, ist der Duo außerdem schon ein Plug-in-Hybrid, lange bevor es dafür einen passenden Anglizismus gibt. Inzwischen sind die NC-Akkus wohl etwas altersmüde und zu schwach, um den Wagen anzutreiben. Denn wenn man den E-Motor über die Taste in der Mittelkonsole aktivieren möchte, ertönt nur ein leichtes Summen. So muss dann eben der Fünfzylinder übernehmen, dem die Jahre nichts von seiner Kraft oder seinem rauchigen Klang genommen haben.

    Ab 1996 gab es den Audi A4 Avant Duo

    Statt des nicht unbedingt für besondere Ökonomie bekannten 2,3-Liter- Benziners hätte in den Duo ebenso ein Dieselmotor gepasst. Den bekommt erst die dritte Generation auf Basis des Audi A4 Avant, die 1996 erscheint und den 90- PS-TDI mit einem 21-kW-Drehstrom-Elektromotor kombiniert. Auch hier kann zwischen den Antriebsarten gewählt werden – im reinen E-Betrieb schafft der Audi Duo III mit seiner Blei-Vlies- Batterie 80 Kilometer -, doch bei hoher Last oder nachlassender Batteriekapazität übernimmt der Dieselmotor.

    Ab 1996 entstehen rund 100 Exemplare des Hybrid-Kombis. Mit ihnen startet Audi einen Modellversuch und verleast die meisten, aber einige werden auch für 60.000 Mark verkauft. Erst in diesem Herbst, 20 Jahre nach dem Duo, bringt Audi wirklich ein Hybridauto auf den Markt. Doch weil es der übergewichtige und durstige SUV Audi Q7 ist, wird die Zukunft noch weniger futuristisch aussehen als 1989.

    Im Oktober 1997 erschien der Audi duo auf Basis des A4 Avant, der mit einem Hybridantrieb ausgerüstet war und das erste Serienfahrzeug eines deutschen Herstellers mit einem Hybridantrieb ist.[3] Neben dem bekannten TDI-Motor mit 1,9 Liter Hubraum und 66 kW (90 PS) wird ein Elektromotor mit 21 kW (29 PS) eingesetzt.[4] Die Kunden zeigten sich auch aufgrund des Preises von etwa 60.000 DM zurückhaltend. Nicht einmal 100 Fahrzeuge wurden abgesetzt.[5] Im Juni 1998 wurde die Produktion des Fahrzeugs eingestellt.
    (HINW.: den konnte man nich „einfach so“ beim Haendler ordern – und Leasing war damalsfuer viele eher ungewoehnlich)

  5. Ein Humbug. Mit Elektromobilität und PlugIn hat das nichts zu tun. Was will ich mit einem System, das bei jedem Beschleunigungsvorgang den Benziner anwirft und mit dem ich nicht rein elektrisch fahren kann?

    Audi – Rückschritt durch Fossiltechnik

  6. Den ersten Kommentar möchte ich gerne etwas modifzieren, denn gerade für Stadtverkehr ist das nix: 1,5t mit nur 20 KW. Der Smart hat 1t und 55 KW !
    Auf der Landtsraße rollen, das geht mit 20 kW, aber dann nur 50 km weit??
    Irgendwie sind das falsch kombinierte Leistungszahlen …

  7. 27 PS Elektromotor ?? 50 KM rein elektrisch ??, naja wenn mann nur in der ortschaft in ner 30er zohne fährt geht das vieleicht, aber auf landstrasen wird das wohl nix, und überholvorgänge gibts dann auch keine…

    Thema vervehlt, ist zwar ein 1/8 schritt in die richtige richtung, aber auch nicht mehr.

  8. Schade dass Audi dem Plug-In-Hybriden einen so „monströsen“ Benzinmotor zur Seite stellt. Das widerspricht irgendwie dem Umweltgedanken. Warum nicht den 1.4 TFSI? Der hätte vollkommen gereicht! Und das Auto wird vermutlich >1,5t wiegen. Was wollen die da mit dem 20kW Spielzeugmotor erreichen? Für Stadtverkehr ok, aber sonst?
    Irgendwie sieht das wieder nach Bockmist aus. In dieser Form wird das Modell nicht viele Käufer findet. Aber Audi kann dann sagen: „Wir habens euch ja gesagt, das will keiner…“.

    Nene Audi, so geht das nicht.

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