Ein Allrad-Hybrid aus China


Deutsches Design, hoher Qualitätsanspruch: Qoros mit europäischen Automarken konkurrieren.

Deutsches Design, hoher Qualitätsanspruch: Qoros möchte mit europäischen Automarken konkurrieren.

Der neue chinesische Autohersteller Qoros hat einen hohen Qualitätsanspruch und möchte sich mit international anerkannten Konkurrenten messen. Eines ihrer Fahrzeuge beim Genfer Autosalon wird das neue Hybrid-Konzept GQ3 Hybrid-Crossover sein, dessen Elektro-Antrieb nur die Hinterachse bedient. Die Vorderachse soll von einem herkömmlichen Verbrennungsmotor angetrieben werden.

Nachdem China seinen Markt auch für europäische Produkte geöffnet hatte, sorgten sich viele Hersteller wegen der nicht ganz unbegründeten Gefahr der Produktpiraterie. Und chinesische Produkte, die es nach Europa schafften, waren nicht selten von minderer Qualität. Doch diese Zeiten scheinen bald der Vergangenheit anzugehören. Ein Indiz dafür sind neue Unternehmen wie Qoros, eine komplett neue Automarke, die auch in Europa Fuß fassen möchte.

Qoros wurde 2007 gegründet und stellte Ende 2011 den ersten Prototypen vor.  Dieses Jahr will man nun das erste Modell in Serie produzieren: Den GQ3. Auf dem Autosalon Genf vom 7. bis 17. März soll das Auto vorgestellt werden. Ebenfalls auf der Plattform des GQ3 basieren die Qoros-Ausstellungsstücke Hybrid-Crossover und der GQ3 Kombi.

Vor allem der Hybrid-Crossover verfügt über ein interessantes Antriebskonzept. Die Hinterräder werden von einem Elektromotor angetrieben, die Vorderräder bewegt ein herkömmlicher Benzinmotor. Der Clou: Das Fahrzeug kann wahlweise rein elektrisch, nur mit Benzin oder in Kombination der beiden Antriebe gefahren werden.

Um sich mit deutschen Design-Ansprüchen messen zu können, engagierte der chinesische Autohersteller einen deutschen Chef-Designer: Gert Volker Hildebrand, der bei BMW einst den ersten Mini zeichnete.

Aber nicht nur im Design verspricht Qoros deutsche Maßstäbe. Auch technisch sollen die Fahrzeuge auf dem aktuellen Stand sein. Zukunftsträchtige Antriebstechnologien scheinen genauso wichtig wie moderne Sicherheitsstandards, Assistenzsysteme und innovative Infotainment-Anlagen. Letztere wurden eigens für den GQ3 entwickelt.

Geplant ist, den Qoros GQ3 im ostchinesischen Changsu zu produzieren. Zunächst sollen hier etwa 150.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Fließband rollen. In der zweiten Jahreshälfte 2013 wird die Markteinführung in China erwartet. In Europa soll der GQ3 frühestens 2014 ankommen.

Und auch Unternehmen außerhalb Chinas sollen von der neuen Marke profitieren: Bosch, Continental, Magna Steyr und Microsoft sind wichtige Zulieferer.

Ein Zeitraffer-Video vom Aufbau der Qoros-Produktionsanlage in Changsu:

3 Antworten zu “Ein Allrad-Hybrid aus China

  1. Hähä, sehe ich da die leicht umgezeichnete Front eines Audi R8 im Video-Standbild?

    Ich hatte das neulich hier schonmal sachte anklingen lassen und führe es nochmal kurz an als ein mögliches Szenario: Die Chinesen haben – basierend auf einer vollständig anderen als der westlichen Mentalität/Kultur – unheimlich schnell gelernt. Aggressiv. Nach unseren Maßstäben fragwürdig. Und extrem erfolgreich.

    Im Gegensatz zu den um ihren Profit aus althergebrachtem fürchtenden Automobilkonzernen der westlichen Industriestaaten wird sich in China vermutlich niemand scheuen, mit Macht und notfalls absolutem Dumping die westlichen Märkte zu überfluten. An sich nicht tragisch.

    Wir als westliche Verbraucher werden uns wahrscheinlich – getreu dem Motto „Geiz ist geil“ – in breiter Masse am Preis orientieren. Und über kurz oder lang werden die ehemaligen Branchenführer ihre Positionen – evtl. viel schneller als ihnen lieb ist – als abgenommen vorfinden.

    Und wie sagte damals schon der alte Ford: Meine Angestellten müssen meine Fahrzeuge kaufen und fahren können.

    Nur ein mögliches Szenario. Sollte es aber eintreten, dann kann sich Westeuropa warm anziehen. Sehr warm…

    Unabhängig davon ist jede sinnvolle Vorwärtsentwicklung der Elektromobilität in meinen Augen höchst begrüßenswert. Egal, wer sie antreibt.

  2. Da bin i abo ma sehr ge´spannt was für Preise die verlangen werden.
    Wird sicher eine Kampfansage für deutsche Autobauer, bzw. europäische Autobauer.
    …bestimmt gibts bald sehr starke EU Zölle darauf, damit der Preisunterschied net allzu groß sein wird.
    Lassen wir uns überraschen🙂

  3. Cooles Video!
    In der Zeit, die „unsere“ brauchen, um eine „Studie“ auf den Markt zu bringen, bauen die 3 Werke und haben schon ein paar HT Fahrzeuge gebaut und verkauft…

    Aber VOR ALLEM (und jetzt FESTHALTEN):
    „In Branchenkreisen wird jedoch über eine Preisspanne von 12.000 bis 14.000 Euro für die Limousine spekuliert.“
    http://www.auto-motor-und-sport.de/news/qoros-gq3-auf-dem-genfer-autosalon-kompakte-china-limousine-6360771.html
    !!!

    Das wäre ja der (LÄNGST ÜBERFÄLLIGE!) HAMMER! Also, wenn das keine Ente oder Druckfehler ist, dann gute Nacht Audi/BMW/MB/VW etc.!

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