Der Wolfsburger Elektro-Angriff


Die letzten Testfahrten laufen, die letzten Vorbereitungen werden getroffen: Gegen Ende 2013 plant VW, die Modelle Golf und up! als rein elektrisch betriebene Fahrzeuge zu verkaufen. Mit dem Elektro-up! ist noch dieses Jahr zu rechnen, mit dem Elektro-Golf eher Anfang 2014, auch wenn ihn der VW-Konzern gerne noch 2013 bei den VW-Händlern sehen würde.

VW

 

VW startet 2013 eine Offensive der alternativen Antriebe. Erst seit Kurzem gibt es den VW up! mit Erdgas-Motor zu kaufen. Der Dreizylinder-Motor hat erst vergangene Woche den ADAC Preis „Gelber Engel“ in der Kategorie „Innovation und Umwelt“ gewonnen. Ab kommendem Jahr im VW-Programm: Ein Golf Plug-in-Hybrid. Und im Optimalfall möchte man noch dieses Jahr einen rein elektrisch betriebenen up! und Golf anbieten.

VW_e_up_900x480Dabei sollen die beiden VW Modelle unterschiedlich motorisiert sein. Der E-up! soll etwas schwächer geraten (82 PS) und weniger Reichweite haben (130 Kilometer) als der E-Golf. Wenn der E-Golf (115 PS) etwas mehr als die angegebenen 150 bis 175 Kilometer Reichweite hätte, könnte man fast von unterschiedlichen Fahrzeug-Konzepten sprechen: den E-Golf eher als Auto für mittellange Überlandstrecken sehen und den E-up! für kurze Strecken in der Stadt. Dem ist aber nicht so. Nicht nur der Golf scheitert an der Reichweiten-Hürde, die viele potenzielle Kunden abschreckt, sondern eigentlich alle Hersteller.

VW_Golf_900x480Laut Medienberichten sind die beiden E-Autos ein wenig teurer als die Konkurrenz. Der E-Golf soll etwa 35.000 Euro kosten, der E-up! 28.000 Euro. Da hat die französische und deutsche Konkurrenz einen Preisvorteil: Der elektrisch betriebene Renault Zoe beispielsweise wird in Deutschland laut Hersteller etwa 20.600 Euro kosten, der E-Smart in der Grundversion etwa 19.000 Euro. Beide Preisangaben beinhalten noch nicht die Kosten der Batterie.

Interessante Info am Rande: Unser E-Blog-Leser „DR“ hat uns in seinem Kommentar darauf hingewiesen, dass der E-up! und der E-Golf nicht die ersten rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge von VW sind. Bereits ab 1992 gab es eine Kleinserie eines rein elektrisch betriebenen Golf, der den Namen „Citystromer“ trug. Etwa 120 Stück wurden gebaut.

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Der elektrisch angetriebene Golf „Citystromer“: Ein Zukunftsauto aus der Vergangenheit, hier in der Hülle eines Golf III.

Der E-Golf von damals, erst in der Hülle eines Golf II, danach als Golf III, funktionierte mit 16 Blei-Gel-Batterien (6V, 160 AHC5), wog etwa 1500 Kilogramm, leistete 17,5 kW (23,8 PS) über einen Drehstrom-Synchronmotor, fuhr 100 Kilometer pro Stunde, hatte je nach Witterung zwischen 40 und 80 Kilometer Reichweite und konnte schon damals beim Bremsen Energie für die Batterien zurückgewinnen. Um aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen, brauchte das Auto 13 Sekunden.

Keine schlechten Werte für ein Zukunftsauto aus der Vergangenheit.

5 Antworten zu “Der Wolfsburger Elektro-Angriff

  1. Die ersten eGolf’s wurden bereits ANFANG der 80er gebaut … (initiert damals vom RWE … spaeter dann von VW „uebernommen“ ) …

    Ich lasse Ihnen da mal was zukommen …

  2. VW plant…. Warten wir mal ab was davon wirklich im Laden ankommt.

  3. 🙂 naja … der Autor hat sich verlesen, 0-50km/h in 13 Sekunden – das ist schon was anderes als aktuelle Fahrzeuge … das war damals ein dirty hack, noch mit Getriebe drin etc … und ein Preis ist auch nicht überliefert, also weit weg von Serie ….

    • Getriebe haben sie doch leider jetzt auch fast alle noch obwohl sie anders könnten…😉

      Man könnte neben dem Citystromer auch eine Menge anderer älterer Fahrzeuge anführen – all die electriques aus Frankenland oder z.B. den EV-1. Letzterer von 1996 mit 0-100km/h <9 Sek, knapp 130km/h max, knapp 225 km Reichweite, aufladbar in 3h min.

      Erfahrungen dürfte es massig geben. Nur kommen sie leider per angezogener Handbremse in den Markt.

  4. 😉

    Man sieht also, daß unsere großen Konzerne durchaus auf ausreichende Erfahrungen zurückblicken können sollten. Ferner sieht man, daß der techn. Fortschritt – zumindest an den reinen obigen Daten gemessen – so revolutionär in keinster Weise ausfällt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

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