EU bekennt sich zum Elektroauto


Smart_ed_Stecker_960x640Die Europäische Kommission fordert, europaweit ein Netz von öffentlichen Ladesäulen zu installieren ¬ und einen einheitlichen Ladestecker zu verwenden

Die Europäische Kommission will der Idee des Elektroautos den nötigen Schub geben und hat ihre Pläne zur Förderung der Elektromobilität konkretisiert. Sie schlägt vor, europaweit insgesamt 795000 öffentliche Ladesäulen zu installieren. In Deutschland stehen zur Zeit knapp 2000 öffentliche Säulen unterschiedlicher Stromanbieter zur Verfügung. Nach den vorliegenden Plänen der EU sind bis zum Jahr 2020 für Deutschland 150000 Ladestationen vorgesehen, für Italien 125000, für Großbritannien 122000, für Frankreich 97000 und für Spanien 82000. Das sind die Länder mit den ambitioniertesten Zielen beim Verkauf von Elektroautos. Während Deutschland bekanntermaßen bis 2020 1 Million E-Autos auf die Straße gebracht haben will, sehen die Franzosen 2 Millionen vor, die Spanier sogar 2,5 Millionen Elektrofahrzeuge.
Ob die Ladesäulen-Strategie der EU tatsächlich zur Erreichung der Ziele führt, bleibt indes ungewiss. Denn die größten Hemmnisse beim Kauf sind nach wie vor die hohen Anschaffungskosten und die eingeschränkten Reichweiten von Elektroautos. Zur Vereinheitlichung der Ladestecker heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission: „Um die auf dem Markt herrschende Unsicherheit zu beenden, hat die Kommission die Verwendung des Steckers vom Typ 2 zur gemeinsamen Norm für Europa erklärt.“
Die neuen EU-Vorschläge wurden im Rahmen einer Gesamtstrategie formuliert, in dem auch die Förderung von Erdgas, Flüssiggas, Wasserstoff und Biokraftstoffen behandelt wird. Insofern bekennt sich die EU nicht einseitig zum Elektroauto, sondern zu allen Formen von alternativen Antriebsquellen. „Ein strategisches Konzept in der Union muss auf einem umfassenden Mix alternativer Kraftstoffe beruhen,“ heißt es in dem Papier. Es gelte, die Technologieneutralität zu wahren.

3 Antworten zu “EU bekennt sich zum Elektroauto

  1. Ich hab täglich nachgeschaut, wann sich die „EV Plug Alliance“ äußern wird. Heute kam endlich das passende Interview mit Claude Ricaud, Leiter der Entwicklungsabteilung für Niederspannungstechnik bei Schneider Electric

    http://www.usinenouvelle.com/article/il-s-agit-moins-d-une-bataille-de-prises-que-d-une-question-de-securite-selon-claude-ricaud.N190642

    Wirklich aufgegeben hat er noch nicht – die Umsetzung der Entscheidung der EU Kommission ist im FAQ schon so terminiert, dass es bis Dezember 2015 dauern darf, und Ricaud weist eben auch darauf hin, dass die weiteren Konsultationen mindestens 12-18 Monate dauern werden.

    Obwohl der Artikel wohlwollend ist, scheint jedoch auch durch: Mennekes hat mit der Vorstellung der Shutter für den Typ 2 gute Arbeit geleistet, sodass Ricaud es nicht mehr als Alleinstelllungsmerkmal verkaufen kann (er fordert stattdessen, dass in den weiteren Konsultationen der Zugriffsschutz zur Pflicht gemacht wird). Und auf Nachfrage erkennt er an, dass weitere Ladestationen wohl nicht mehr allein mit Typ 3 bestellt werden – mithin, wenn überhaupt, dann nur mit Umrüstoption (auch wenn das im Artikel nicht so steht, ist es implizit klar).

    Nun war es aber gerade die Lobbyarbeit, die darauf verwies, dass man doch mal davon wegkommen muss, Ladestionen immer mit Umrüstoption anzubieten, sondern sich doch einfach mal festzulegen und damit Kosten zu sparen. Aber für eine erste Stellungnahme, kann man einem Firmenchef wohl auch kaum mehr abverlangen, als die Möglichkeiten aufzuzeigen und sich etwas Zeit zu verschaffen…

  2. Also ich habe im Moment leider nur die Information gefunden, dass dies in diesem Jahr getestet werden soll:
    http://www.goingelectric.de/2012/12/17/news/toyota-laden-induktion-schnurlos/
    Jede neuere Information wüde mich sehr interessieren – auch wenn ich bei dieser Technik die Leute jammern höre, die schon bei 50 m Abstand zur Hochspannungsleitung eine gewisse Scheu verspüren, der erwähnte Verlust gegenüber dem direkten Ladekabel muss ja irgend woher kommen (bzw. irgendwohin gehen!).
    Wer zuhause laden kann, braucht sich darüber keine Gedanken zu machen.
    Dass ein Stecker normiert wird, ist aber normal! Dadurch wird doch die Entwicklung einer neueren, besseren Technik nicht verboten.

  3. Noch so ein Irrweg.
    Der Öttinger oder wer da sonst in der abgehobenen hohen Kommission über einer gemeinsamen Stecker-Norm brütet, kennt doch sicherlich auch die Elektro-Zahnbürste.
    Für das Elektroauto kann sie in Form eines Kuhfladens (da kennt sich die EU aus) neben jeder Laterne oder sonstigem Stromleiter, diebstahl- und randalesicher eingebuddelt werden. Die Gegenspule im Elektroauto kann automatisch abgesenkt oder von Hand darauf gelegt werden, wie eine Pizza mit Handgriff. Toyota hat schon fertig.
    Man stelle sich vor, bei den Chaostagen in Berlin stehen hunderte Stromzapfsäulen mit Steckeranschluss gemäß EU-Norm rum.
    Na ja, die Chaostage wären dann wenigstens durch das Wesen der Elektrizität schlagartig beendet oder electrocuted.

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