Drei Engel für die Brennstoffzelle


Der Brennstoffzelle attestieren die Autobauer derzeit das größte Potenzial für emissionsfreies Fahren. Um die Technologie nun endlich marktfähig zu machen, und die bisherigen Schwächen auszumerzen, haben sich jetzt Daimler, Renault-Nissan und Ford zu einer Forschungsallianz zusammengeschlossen.

Die Automobilindustrie legt viel Hoffnung in die Brennstoffzelle, weil sie eine lange Reichweite verspricht. Derzeit ist sie für den Massenmarkt aber zu teuer.

Die Automobilindustrie legt viel Hoffnung in die Brennstoffzelle, weil sie eine lange Reichweite verspricht. Derzeit ist sie für den Massenmarkt aber zu teuer.

Immer mehr Automobilhersteller schwören dem elektrischen Antrieb mit Akku als Speicher ab und setzen nun auf den Brennstoffzellenantrieb. Besonders attraktiv ist dabei die deutlich größere Reichweite im Vergleich zu Akku-getriebenen Fahrzeugen. An den Kosten und der Umsetzung scheiterte es aber bislang. Diesen Problemzonen will die „Brennstoffzellenkooperation“ nun auf den Leib rücken. Wie Daimler bekannt gab, soll gemeinsam mit Renault-Nissan und Ford an der Brennstoffzelle geforscht und letztendlich ein Antriebsstrang entwickelt werden, der mit den Fahrzeugen aller beteiligter Hersteller kompatibel ist. Die Markteinführung für das erste Fahrzeug der Forschungsallianz ist für 2017 geplant.

Hauptziel der Kooperation ist es, den Preisaufschlag im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennern möglichst niedrig zu halten. Realistisch ist eine Relation wie etwa bei Diesel-Hybrid-Antrieben zu  konventionellen Dieseln – etwa 5000 Euro. Um diesen Preisrahmen garantieren zu können, sind höhere Stückzahlen geplant, was durch den Zusammenschluss ermöglicht wird. Dass sich damit Daimlers Pläne, bis 2015 das erste Brennstoffzellenauto zu realisieren, geändert haben, erklärt Daimler Forschungsvorstand Thomas Weber folgendermaßen: „Wir überspringen die Kleinserie und gehen direkt zur Großserie.

Bleibt nur noch das Problem mit der Infrastruktur von Wasserstofftankstellen. Derzeit gibt es deutschlandweit nur eine Handvoll Möglichkeiten, Brennstoffzellenautos mit Wasserstoff aufzutanken. Daher sollen weitere potenzielle Investoren gefunden werden, die den Ausbau des Tankstellennetzes vorantreiben können.

Die Idee einer Kooperation ist nicht neu: 2012 hatten schon BMW und Toyota publik gemacht, im Rahmen einer Entwicklungsallianz ein Auto mit Wasserstoffantrieb bauen zu wollen.

16 Antworten zu “Drei Engel für die Brennstoffzelle

  1. Sehr gut und treffend geschrieben von allen, großes Lob.
    Aber warum fragt den keiner was mit dem NECAR gemacht wurde, der hatte eine Brennstoffzelle mit Aklkoholreformer, damit ist Daimler schon 2001 von San Francisco nach Washington gefahren.
    Damals wurde gemeldet:
    „Das im November 2000 vorgestellte NECAR 5 setzte wieder Methanol als Wasserstoffträger ein. Diesmal konnte das komplette Antriebssystem inklusive Methanol-Reformer in den Unterboden des Fahrzeuges eingebaut werden. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei über 150 km/h. Das optimierte NECAR 5.2 fuhr 2001 in den USA von der Westküste zur Ostküste ohne größere Probleme“.
    Zusätzlich wäre zu berichten: Reinen Alkohol gibt es an jeder gut geführten Tankstelle in Kanada und im Norden der USA umsonst, als Windshieldwiperfluid.
    Macht euch aber keine Sorgen, der Tesla S fährt mittlerweile auch von San Francisco nach Washington umsonst, mit Sonnenstrom.
    Wenn der Elon Musk demnächst mit dem Tesla S nach Europa kommt und kostenfreies Aufladen von Gibraltar bis Wladiwostok garantiert, dann könnt ihr eure Politiker, alle Kommissionen, Gremien, Lobbyisten und sonstigen leistungslosen Geldabschöpfer auf den Mond schießen.
    Den Weltraumgleiter dazu hat der Elon Musk auch schon parat, kostet allerdings 10.000 $ pro €-Schnüffel, aber so günstig werdet ihr das Gesockse nicht mehr los.
    Siehe http://www.golem.de/news/elektromobilitaet-tesla-motors-stellt-schnellladesaeulen-auf-1209-94749.html

  2. TYPISCH!
    Kaum heisst es: „EU bekennt sich zum Elektroauto“ (letzter Artikel hier vor 4 Tagen!) muss „unsere“ Öl-/AutoMafia halt irgendwas bringen, um nicht versehentlich doch noch ein vernünftiges eAuto bauen zu müssen…

    Und das beste (für die) ist ja, dass die da forschen und entwickeln können was sie wollen (und dabei wahrscheinlich wieder jede Menge Subventionen abgreifen können), die wissen ganz genau, dass es NIE Wasserstoff-Tankstellen in ausreichender Zahl geben wird.
    Leute: wir leben in einem Land, in dem wegen jedem HandySendeMasten prozessiert wird!
    Und dann so ne Bombe in der Nachbarschaft? Wie heissts so schön:
    LOL!

    Aber egal, der Qoros kommt ja bald…! 😉

  3. Hallo, also das sich 3 Firmen zusammenschließen finde ich vom Prinzip her gut, dass sie allerdings einer Seifenblasse hinterher jagen, nun das spricht für sich. Grüße Gunnar

  4. Irgendwie fühle ich mich an das Prinzip Tintenstrahldrucker erinnert. Die Geräte wurden/werden extrem günstig verschleudert. Im Vorfeld – und da wird’s interessant – ist aber bereits einkalkuliert, daß über den Verkauf der Ersatztinte das eigentliche Geschäft gemacht wird.

    Im Falle elektr. Energie aus Akkus läuft das etwas anders. Nichtsdestotrotz: Strom in Akkus drücken kann jeder und beinahe überall. Das muß für Lobbies und Großgeldmacher doch ein Graus sein. Viel schöner ist doch da das bisherige Modell des wir-kontrollieren-die-Versorgung-mit-Treibstoff. Evtl. weit hergeholt. Andererseits ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    Und schlußendlich:
    Nr. 1: Wer braucht wirklich so viel mehr Reichweite? Und falls ja – nichts, was durch effiziente, modulare Range-Extender – oder das nicht unübliche Zweitfahrzeug – nicht machbar wäre.
    Nr. 2: siehe B.L. – das alte Lied. Blabla. Wenn’s nüscht mehr zu erzählen gibt, gibt’s Brennstoffzelle…

  5. Ja klar. Attraktiv sollte angeblich die Reichweite von 200-400 km mit 4 kg H2 sein, mit 33-66kWh/100km Verbrauch (ab H2!), bzw. 55-110kWh/100km ab Strom sein. Und natürlich die nicht vorhandenen und irrsinnig teueren H2-Tankstellen. Und ja, möglichst kompliziert muss die Technik auch noch sein, damit da was auch kaputt gehen kann😀

    Also, liebe Redaktion, die H2-Vision war schon immer ein Feind der Elektromobilität (für die, die auch hinter die Kulissen schauen). Weil diese uneffektive und teuere „Zukunftvision“ nur verblendete, statt was viel besseres bereits heute zu bieten. Die Filme „Who killed the electric car“ oder „Die leise Revolution“ sollten eigentlich bekannt sein.

    • vielen Dank Andi für die tollen Filmhinweise,
      hab gestern Abend mir noch den Film, “Who killed the electric car” angeschaut.
      Sehr gute Schilderung!
      Bei Youtube ist er sogar auf deutsch zu sehen -diese Einblicke waren mir neu.
      Es ist zu traurig zu erfahren, wie die USA 2003, 100 000 $ Autos für Geschäftswagen, abschreiben zu lassen, klar das sparsame Autos da kaum Zukunft haben, etc. etc. .
      Jeder der das nicht gesehen hat, sollte das tun.
      Ehrlich gehört das in den Schulunterricht zudem, einfach nur TOP, die nächste Generation würde noch mehr an sauberen Autos nachfragen.

      Brennstoffzelle gehört die Zukunft?
      Ehrlich, NEIN.
      Wenn man die Stromleitungen ausbaut, wozu braucht man da noch ein Wasserstoffnetz.

      In ein paar Jahren geht ein europäisches Forschungsprojekt an den Start, Fusionsernergie in Frankreich.
      Erwartungen: Anfang 2020, vllt, 2025 der Durchbruch?
      Klappt das, wovon wir ausgehen können, ist keine Frage mehr daran, das wir unendlich viel Strom in Zukunft haben werden, sicheren Strom, bezahlbaren Strom.

      Wir brauchen ein Brennstoffzellenauto, es muss kompliziert sein, da muss einiges kaputt gehen können, was die Autowerkstatt nur wechseln kann, weil sich da keiner mehr drandrauen wird.
      Die Zulieferer brauchen das, wir brauchen Öl, anstatt das Wertvolle Öl in der Medizin umzusetzen in Kunststoffe wo es recycelt werden kann.
      Damit Tankstellennetze (eher die Mineralkonzerne) weiter hohen Profit haben.
      Schönstes Zitat, „Wir müssen die Junkies an der Nadel halten indem wir den Ölpreis unten halten“

      • Billigen Atomstrom (Kernfusion) aus Frankreich für die umweltfreundlichen „Stromer“ in Deutschland.

        Eine Horrorvorstellung die die „Stromer“ genau in die falsche Position plaziert.

        Schade um die „Stromer“ Idee mit dem sauberen Strom.

      • Kernfusion ist sogar noch ein besseres Beispiel für die „Nebelkerze“, auf die die Lobbyisten (also die Herrscher der alten Strukturen) setzen…

        Viel viel Geld wird dorthin investiert, was man weiß ist, das man nichteinmal weiß, OB diese „3c-Technologie“ jemals funktionieren wird. Sonst weiß man, dass es sicher NICHT in den nächsten Jahrzehnten (vor 2030-2050) für den Masseneinsatz funktionieren wird (sprich wenn man´s nicht mehr braucht).
        Damit man eben die einser-Lösungen übersieht bzw. nicht einsetzt, und sich auf die (eigentlich viel schlechtere) Vision in der weiten weiten Zukunft konzentriert…

        Sehr viel besser geht´s mit der bereits bekannten und seit Milliarden von Jahren gut erprobten „Kernfusion“ – die Sonneneinstrahlung und die Produkte von dieser (Wind, Wasserkraft, Biomasse, Produkte der Biomasse) – diese Energiequelle ist für >99,9% der Energie auf der Erde verantwortlich. Und was der Mensch auf der Erde nutzt, ist weniger als 0,1 Promille dieser Energie…
        Diese „Kernfusion“ (Sonnenenergie und erneuerbare Produkte von dieser) kann man auch „lobbyfrei“ betreiben, sprich dezentral und ohne Kosten für die Brennstoffe… anders eben als die Kernfusion aus den Großkraftwerken, die vielleicht ab 2050-2100 möglich sein werden oder auch nicht…

  6. Haben die Maerchenonkel mal wieder eine neue Geschichte auf Lager;-)

    Es bringt weder Energieeinsparung – noch guenstigere Treibstoffkosten … einziger Vorteil fuer die Premium-„Leitmarktfuehrer“ – es kann alles so bleiben wie bisher – DICKE BLECHMONSTER die man mit >180km/h ueber die BAB pruegeln kann in <10Min. volltankt
    und weiter heizt (alles Andere waere ein Anzeichen fuer "Verzicht" und das geht bei PREMIUM nun garnicht) …

  7. Unter „Archiv“ (siehe rechts) kann man im Juni 2011 folgendes finden:
    https://adacemobility.wordpress.com/2011/06/03/brennstoffzellenfahrzeuge-ab-2014-in-grosserie/
    Das war eine 3-Jahres-Vorhersage; jetzt sind es 4 Jahre.
    Man könnte jetzt extrapolieren zu zukünftigen Aussagen…
    Ich hoffe ja noch, dass da irgend einer Konkurrenz nur Sand in die Augen gestreut werden soll – oder was soll dieser Blödsinn sonst??

    • Was soll die Frage?

      Man muss gleichzeitig Wasserstoffautos und Tankstellennetze bauen.

      Und das dauert bekanntlich länger als nur ein paar Jahre.

      • Glauben Sie im Ernst, dass in einem Land, in dem wegen jedem HandyFunkmast prozessiert wird, jemals ein WasserstoffTankstellennetz entstehen wird?
        Wollen etwa Sie tatsächlich neben einer WasserstoffTankstelle wohnen?

      • Diese Nebelkerzen sind halt teuer und uneffektiv.

  8. Wie B.L. schon bemerkt, darf man’s erst glauben, wenn es soweit ist. Im Prinzip geht es natürlich schon lange (siehe Weltumrundung der F-Cell-B-Klasse im Juni 2011). Die Wasserstoff-Wirtschaft an sich wurde auch schon im letzten Jahrtausend als zukunftsfähig proklamiert (L. Bölkow), aber kaum jemand hat reagiert.
    Bis das nun endlich so weit sein wird, steht mein Zeitwagen in der Garage und nuckelt an der Steckdose. Das ist Gegenwart. Und das geht für den Nahbereich sehr sparsam und trotzdem gleichzeitig sportlich (Smart ed).
    Für das übernächste Jahrzehnt mag der Wasserstoff ja ganz nett sein, aber zunächst sollten die Elektroautos mit range extender die Langstrecken-Norm werden.

  9. Alle Jahre wieder: „In 5 Jahren sind wir soweit! Ehrlich! Diesmal ganz in Echt!“
    Ich glaubs erst, wenn es soweit ist. Seit 20 Jahren hören wir doch immer wieder die gleiche Leier. Und dass der Wasserstoff, wie Benzin/Diesel auch, per LKW an alle Tankstellen verteilt werden muss, stört niemanden. Der Antrieb ist schön komplex, damit überleben dann auch wieder die Zulieferer. Hauptsache es ändert sich nichts.

    Also ich werde mir schon aus Prinzip kein BZ-Auto kaufen. Das Nächste lädt bei mir zuhause in der Garage.

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