In Norwegen fahren europaweit die meisten E-Fahrzeuge


1302_Europa_eFahrzeuge_960x6402012 wurden in Norwegen die meisten E-Fahrzeuge zugelassen. Derzeit fahren dort etwa 10.000 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge. So viele wie nirgends sonst in Europa. Gemessen am Bevölkerungsanteil ist das noch erstaunlicher. Denn Norwegen hat weniger als fünf Millionen Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland sind es fast 82 Millionen, und es fahren etwa halb so viele E-Autos. Das hat handfeste Gründe.

Norwegen ist Vorreiter bei der Anzahl der zugelassenen E-Autos. Rund 4350 wurden allein im Jahr 2012 registriert. Etwa 10.000 Fahrzeuge zählt man hier bereits insgesamt auf den Straßen. Das entspricht 0,4 Prozent aller norwegischen Kfz.

In Norwegen geht man davon aus, dass bereits 2016 zwei Prozent aller gemeldeten Fahrzeuge elektrisch betrieben sein werden. Doch was machen die Norweger anders als die Deutschen, die von so einem Anteil nur träumen?

E-Autos werden in Norwegen staatlich subventioniert. Der Käufer zahlt die 25 Prozent Mehrwertsteuer nicht, Zulassungsgebühren entfallen, Import- und Zoll-Abgaben ebenfalls. Zudem müssen norwegische E-Auto-Fahrer bis 2017 keine Maut zahlen. Der Staat baut die Anzahl öffentlicher Steckdosen massiv aus und stellt bereits 3700 Ladeplätze zur Verfügung.

Subventionieren oder nicht subventionieren?

Noch extremer sind die Subventionen in Estland, wo der E-Auto-Verkauf ebenfalls gut läuft: Bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten zahlt der Staat, gedeckelt mit maximal 18.000 Euro. Zudem bezuschusst man die E-Auto-Fahrer mit 1000 Euro zur Installation einer häuslichen Ladestation. Der Anteil der E-Autos liegt bei mittlerweile 0,1 Prozent der Gesamtzulassungen.

Satte Subventionen zahlt auch der französische Staat: Zwischen 4000 und 7000 Euro beträgt der Zuschuss beim Kauf eines Hybrid- oder Elektrofahrzeuges. Deshalb wird der vollelektrische Renault Zoe in Frankreich 7000 Euro weniger (rund 13.000 Euro) kosten als in Deutschland (etwa 20.000 Euro). Neben dem Kaufanreiz  für E-Autos verfolgt die französische Regierung jedoch ein zweites Ziel: Die kriselnde französische Autoindustrie soll im Allgemeinen gestärkt werden.

Während in Frankreich die positive Wirkung der Subventionen noch nicht erfolgreich ist, kann man in Ländern wie Norwegen oder Estland von einem funktionierenden Kaufanreiz durch die massive Subventionierung sprechen. Deutschland geht hier einen anderen Weg. Man verlässt sich auf die Qualität der Fahrzeuge. Sie soll genügend Kaufanreiz bieten, so wie bei jedem herkömmlichen Modell mit Benzin- oder Dieselmotor, ohne staatliche Subventionen.

Ob das reichen wird, um bis 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen fahren zu sehen, wie die Bundesregierung es sich wünscht, ist fraglich. Hochgerechnet müssten in Deutschland pro Jahr deutlich mehr als 100.000 Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb neu zugelassen werden. Bei den derzeitigen Zulassungszahlen ist das eine recht unwahrscheinliche Prognose. 3000 Neuzulassungen zählte man im Jahr 2012. Derzeit fahren rund 4500 E-Autos auf deutschen Straßen (Stand: Januar 2013).

4 Antworten zu “In Norwegen fahren europaweit die meisten E-Fahrzeuge

  1. Der Staat trägt bis zur Hälfte beim Kauf dazu? Keine Importgebühren? Keine Strassengebühren? Gratis parkieren? Strom tanken? Keine Zulassungsgebühren? Kostenlose Lieferung und Installation eines Ladegerätes zu Hause? Meine Fresse, wenn das keine Einladung zur Selbstbedienung aus den Taschen anderer Leute ist! Ich will das auch bei uns! Ich will, dass andere mein neues Auto mitfinanzieren wollen! Jawohl! Wegen dem globalen Klimawandel; müssen den Planeten retten und so!

  2. Solange die deutschen Hersteller keine entsprechenden Fahrzeuge im Angebot haben werden kann man mit Sicherheit sagen, dass es nicht klappen wird mit der Million bis 2020. Bis 2030 wird es allerdings auch ohne deutsche Hersteller klappen, garantiert.

  3. Im letzten Satz ist eine Zahl falsch (vertippt?). 4541 E-Autos gab es bereits zum 01.01.2012. In 2012 kamen 2956 dazu, macht zusammen 7497 Fahrzeuge. (Quellen: Wikipedia/mein-elektroauto)
    Das ist zwar auch nicht wirklich mehr, aber wenn man sich das (magere und völlig überteuerte) Angebot anschaut, trotzdem erstaunlich. Wobei nur ein niedriger einstelliger Prozentwert in privater Hand ist. Der Rest sind Flottenfahrzeuge. Das ist der eigentliche Unterschied zu Norwegen.

    • ADAC Motorwelt Blog-Team

      Guten Tag,

      die Zahl bezieht sich auf Informationen des Kraftfahrtbundesamts. Im Detail: In Deutschland gibt es 8.633 reine E-Fahrzeuge, davon 4.541 reine E-Pkw. Das heißt, die Zahl bezieht sich auf E-Pkw. Stand: Januar 2013.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr ADAC Motorwelt Blog-Team

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