Renault Zoe: Stromanschluss mit Hindernissen


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Der Renault Zoe erhält viele Vorschusslorbeeren als alltagstaugliches Elektroauto. Doch aktuell verwirrt eine Meldung potenzielle Käufer: Kann man die Batterie des Zoe etwa nicht an einer normalen Steckdose aufladen? Gleich vorab: Man kann schon, aber einfach macht es Renault seinen Kunden nicht.

Der französische Hersteller wird zum Verkaufsstart (in Deutschland voraussichtlich Mitte 2013) keinen Anschluss für einen haushaltsüblichen Schukostecker mitliefern. Frühestens sechs Monate später soll ein entsprechendes Ladekabel erhältlich sein. Von Anfang an gibt es serienmäßig eine Wallbox. Auch deren Installation durch RWE ist im Kaufpreis (ab 21.700 Euro ohne Batteriemiete) enthalten. Aber sie ermöglicht den Zugang zu 220-Volt-Strom ausschließlich über den Typ-II-Stecker für Elektroautos.

Wer mit dem Zoe flexibel sein will, muss sich einen Schuko-Adapter eines anderen Herstellers besorgen. Eigentlich kein großes Problem, doch ein Sicherheitsrisiko gibt es: Schließt man damit das Ladekabel des Zoe an einen alten Hausanschluss ohne Schutzschalter an, kann es zur Überlastung der Leitungen kommen. Das kann im Extremfall zu einem Brand führen.

Die Steuerung der Ladeleistung übernimmt ein von Renault völlig neu entwickeltes, im Auto integriertes Ladegerät, der sogenannte Chameleon Charger. Damit sind Ladungen mit 3,7 kW (Haushaltssteckdose) bis hin zu 43 kW (Schnellladung an der Ladesäule) möglich, immer mit dem gleichen Kabel und dem gleichen Stecker. Eigentlich ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Elektroautos, die ein Kabel für Haushaltsstrom und ein zweites für Starkstrom brauchen.

Doch ob alle potenziellen Interessenten den Zwang zur Wallbox akzeptieren? Immerhin verschafft er Renault die Möglichkeit, den Hausanschluss seiner Kunden zu kontrollieren. Der Hersteller könnte zum Beispiel Käufern, die mit den Raten für das Batterie-Leasing im Rückstand sind, den Saft an der heimischen Steckdose abdrehen.

Hier lesen Sie mehr zum Thema Stecker für Elektroautos.

12 Antworten zu “Renault Zoe: Stromanschluss mit Hindernissen

  1. Was genau benötigt die Wallbox denn für einen Stromanschluss, damit mit 22 KW geladen werden kann? Wer hat schon Drehstrom in der Garage?

  2. Wie kann man denn bitte ein eAuto verkaufen, das man „frühestens sechs Monate später“ an JEDER normalen Steckdose laden kann???
    Es ist ABSOLUT nicht nachvollziehbar, warum es ein HALBES JAHR dauern soll, ein KABEL auf den Markt zu bringen!

    Schon etwas mehr als merkwürdig, dass „Denen“ immer etwas Neues einfällt, um auch die (zumindest halbwegs) interessanten eAutos lächerlich zu machen…

    • Renault hat einen neuen Lader für den Zoe entwickelt, der Ladeleistungen von 3 bis 43 kW erlaubt. Ein Ladekabel für den Anschluss an Schukosteckdosen war immer vorgesehen und wird auch kommen. Es sind wohl bei den letzten Testphasen gewisse Probleme aufgetreten, die dafür gesorgt haben, dass Renault nachbessern muss. Das Auto wird europaweit verkauft und muss allen Normen erfüllen. Zum Beispiel kann man in Deutschland den Schukostecker in beide Richtungen einsetzen, in Frankreich nicht, somit ist die Phasenlage immer gleich. Beim Einsatz neuer Technologien gibt es immer wieder Anlaufschwierigkeiten, man sollte deswegen nicht die Firmen kritisieren die als Vorreiter auftreten. Genau wie Renault hat übrigens auch Daimler noch nicht alle Probleme mit dem Lader des Smart ED gelöst.
      Dieses (noch) fehlendes Notkabel macht den Zoe keineswegs lächerlich, dafür hat das Auto andere Qualitäten, schließlich ist es der erste bezahlbare Kompaktwagen mit akzeptabler Reichweite auf dem Markt.

      • „Beim Einsatz neuer Technologien gibt es immer wieder Anlaufschwierigkeiten…“.
        Neue Technologie??? Sie wissen aber schon, dass 1900 mehr Elektrofahrzeuge in New York unterwegs waren als Verbrenner?

  3. Die Wallbox ist zwar von RWE, aber das gar nichts mit dem Stromanbieter Zuhause zu tun. Hier geht es nur um die Hardware. Jeder kann seinen Anbieter weiterhin frei wählen oder halt das Auto mit Strom aus der eigenen Solaranlage füttern. Und es ist auch quatsch, dass Renault durch die Wallbox die Möglichkeit erhält, den Hausanschluss des Kunden kontrollieren zu können!

  4. Herr Brecheisen ist leider nicht ganz im Bilde. Der fette Kasten in einem Schuko-Ladekabel (die ICCB in einem Mode 2-Ladekabel) gibt dem Auto den max. Ladestrom vor. Je nach Modell des Ladekabels wird er auf 16, 10 oder auch nur 8 Ampere begrenzt. Das Auto kann also dann nicht mehr Leistung ziehen. Zumindest bei max. 10 Ampere und einer ordentlichen Leitung (und vor allem Steckdose) brennt da gar nichts.
    Sorry, aber von einem Redakteur dieses Blogs, dürfte man etwas mehr Fachwissen erwarten.
    Dennoch macht eine Wallbox Sinn, weil erstens mit höherer Leistung geladen werden kann (22 kW sind im Haus kein Problem) und tendenziell Schuko auf Dauer sicherlich von dem Kontakten her nicht die optimale Lösung ist.

  5. Mit der Einschränkung durch einen Stecker auf die Stromzufuhr sollen grundsätzlich neue Abhängigkeiten geschaffen werden. Das ist als Käufer grundsätzlich abzulehnen, Wir haben eine deutsche Industrienorm an die sich auch Renault halten muss. Hier sind die zuständigen Behörden für die Zulassung solcher Fahrzeuge verantwortlich. Renault muss sich schon an das Recht im jeweiligen Land halten. Lehnt Renault dies ab, erhalten sie keinen Zugang zum deutschen Markt.
    Die Zulassungsbehörden stehen also in höchster Verantwortung und unsere technischen Überwachungsvereine müssen ja sowieso solche Fahrzeuge ausschließen. Es sei denn sie erhalten schön viel Schmiergeld.
    Das gibt es aber meines Wissens nicht in Deutschland.🙂

    • Ich kann nicht verstehen, was Sie zu diese Aussage bringt. Selbstverständlich erfüllt der Zoe die Europäischen Und Deutschen Normen. Er kann ja auch an jede öffentliche Ladestation gekaden werden. Renault empfehlt die Nutzung einer wallbox, und das ist aus Sicherheitstechnischnen Gründen auch richtig so. Das laden an einer Schuko Steckdose mit 10A über eine länger Zeit bedarf einer einwandfreie Elektroinstallation. Bei steigenden Akkukapazitäten macht es so wie so keinen Sinn mehr, da die Leistung nicht ausreichend ist und zu ladezeiten > 15 Stunden führen würde.

      • Ich bin beim Test mit dem Smart ED an einer normalen Steckdose sehr gut zurecht gekommen. Selbstverständlich würde ich beim Kauf eines E- Mobil eine gesonderte Leitung verlegen lassen und ggf. auch eine Wallbox anbringen. Es geht hier aber um die Firmenpolitik, die sich mit einem eigenen Anschlusssystem auf den Markt bringt und damit nicht den Standard in D erfüllt. Das muss konsequent auf rechtlichem Gebiet unterbunden werden. Ich will mir weder den Stromanbieter noch die notwendige Anschlusstechnik neu vorgeben lassen. Im übrigen sorgt doch der Hersteller selber dafür, dass der Kunde das Fahrzeug nicht kauft, wenn er alles ummodeln muss.

  6. Klar, RWE Atomstrom hat hier seine Finger im Spiel. Hier hilft nur basteln. Richtiger Strom kommt vom eigenen Dach.

    • Und wer tagsüber mit dem Auto zur Arbeit fährt, lädt nachts mit Mondlicht?
      Hauptsache mal wieder polemisch gepostet – meines Wissens nach bieten die großen mittlerweile auch Ökostrom an (ja klar, alles Mogelpackungen – die Antworten kannst Du Dir sparen)😉

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