Die industrielle Seifenkiste: Toyota ME.WE


Sieht aus wie ein Mini vom Mars: Das Toyota-Konzept ME.WE

Sieht aus wie ein Mini vom Mars: Das Toyota-Konzept ME.WE.

Ultraleicht, frisches Design, elektrischer Antrieb: Toyota lässt einen französischen Industrie-Designer das E-Autokonzept ME.WE zeichnen. Das Ergebnis ist sehenswert. Minimalismus trifft bei dem E-Auto auf Funktionalität. 

Der einzige Ort, an dem man den Prototyp des ME.WE derzeit begutachten kann, ist der Pariser Flagship-Store „Le Rendez-Vous Toyota“. Wer das E-Autokonzept des Industriedesigners Jean Marie Massaud zum ersten Mal sieht, hat das Gefühl, es könnte von einem fremden Planeten stammen, eine Art Austin Mini vom Mars, bereit zur Expedition. Es ist ein visionäres und ungewöhnliches E-Autokonzept für öffentliche Straßen. Vorerst ist jedoch nicht geplant, den ME.WE in Masse zu fertigen.

Dabei wäre der Name des Autos durchaus massentauglich. ME.WE ist keine industrielle Abkürzung. Toyota erklärt in einer Pressemitteilung, es bedeute „ich und wir“. Die Bezeichnung ist griffig und gut zu merken.

Daten und Details:

Der ME.WE ist 3,44 Meter lang, 1,75 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Die Karrosserie besteht aus geschäumtem Polypropylen, das zu 100 Prozent recyclebar ist. Dadurch wiegt sie laut Hersteller nur 14 Kilogramm und wird von einem Gitterrohrrahmen aus Aluminium getragen. Polypropylen wäre in der Produktion ohne großen Aufwand individuell gestaltbar. Der ME.WE könnte dadurch ohne großen Aufwand als Cabrio, Stadtauto oder auch als Pick-up vom Band laufen. Auch die Außenhülle könnte je nach Kundenwunsch eine einzigartige Struktur bekommen.

Im Innenraum verwendet Toyota Bambusholz, einen leichten, stabilen und schnell nachwachsenden Rohstoff. Alle Fensterscheiben sind versenkbar, inklusive der Heck- und Windschutzscheibe. Der ME.WE hat keine B-Säule, Vorder- und Hintertüren öffnen sich in entgegengesetzte Richtungen. Das Fahrzeug wiegt insgesamt nur 750 Kilogramm. Angetrieben wird der ME.WE von wahlweise vier oder zwei Radnabenmotoren. Die Akkus sind am Unterboden befestigt, wie bei dem Toyota-Modell iQ-EV.

Das Fahrzeug macht neugierig auf mehr Details, wie Reichweite, Leistung oder Ladezeit, die bislang leider nicht bekannt sind.

9 Antworten zu “Die industrielle Seifenkiste: Toyota ME.WE

  1. Gegendenstrom

    seit über einem Jahr fahre ich privat ein elektrisches Auto. Bevor ich mich für einen C-Zero entschied, habe ich einige weiter E-Autos oft über mehrere Tage ausprobieren dürfen. Darunter war auch für eine Woche eine MIA. Das ist ein ähnlich ungewöhnliches Auto wie das oben gezeigte und sofort kaufbar. Wer ein E-Auto für die Stadt und das Umfeld sucht kann durchaus bereits aus verschiedenen Modellen auswählen. Zu den Preisen habe ich so meine ganz persönliche Meinung. Das „Tanken“ meines E-Autos kostet nur einen Bruchteil von Benzin. Die erste Durchsicht im April kostete 49,90. Damit hat sich bewahrheitet, das die Wartungskosten einen deutlich geringeren Betrag ausmachen werden. Steuern werden die nächsten nun noch 9 Jahre nichts kosten. Die Versicherung (Vollkasko) ist mit mit knapp 30 Euro im Monat eher ein Lacher. Setzt sich die Kostenentwicklung so fort, werde ich wohl eher weniger Geld ausgegeben haben als mit einem etwa vergleichbaren Benziner, selbst dann wenn in nunmehr etwa in 4 Jahren eine neue Batterie für das E-Auto fällig werden würde. Die Anfangsinvestition ist hoch, jedoch scheinen die Unterhaltskosten deulich niedriger. Schaun wir mal, wie sich das Kostenthema entwickelt. ich werde regelmäßig berichten!!!

  2. Bei einem solchen Gefährt, das wohl primär für urbane Gebiete designed wurde, spielt die Aerodynamik kein große Rolle – wohl aber Gewicht, Parkraumbedarf, Übersichtlichkeit.

    Zur Info: die Durchschnittsgeschwindigkeiten in einigen Städten [km/h]
    London -> 19
    Berlin -> 24
    Rom -> 30
    München -> 32
    Wien -> 46

    Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/studie-london-schleicht-719145.html

    Mit sonnigem Gruß
    Michael

  3. Versenkbare Frontscheibe… naja, soll wohl ein Ersatz für ne Klimaanlage sein…?

    Allerdings: „Vorerst ist jedoch nicht geplant, den ME.WE in Masse zu fertigen.“.
    Das kennen wir doch.
    Wenn nur 5% der tollen Studien verwirklicht werden würden…

  4. Wieso denkt von den Elektroauto-Designern eigentlich niemand an den Luftwiderstand, welcher der größte Verbrauchsfaktor beim E-Auto darstellt? Ich will nicht wissen, was die Büchse für eine Stirnfläche*cw hat.

    • Kommt vollständig auf den Einsatzzweck an: Will ich über die Autobahn, dürfte derzeit jedes reine e-Konzept an seine Grenzen stoßen. Bewege ich mich alternativ eher lokal, könnte man ggf. von nicht zwangsläufig so großen Geschwindigkeiten ausgehen. Was auf jeden Fall immer erstmal in den Bereich des nicht zu leugnenden Luftwiderstands beschleunigt werden muß, ist aber die Gesamtmasse des Fahrzeugs + Inhalt. Und da würde ich persönlich die 750kg des obigen Fahrzeugs denen eines Amperas definitiv vorziehen. Und am Polypropylen kann man doch noch ein wenig feilen…😉

      Super Sache – solche Fahrzeuge fehlen derzeit noch. Weg vom alten Einheitsbrei hin zu pragmatisch: Leicht, günstig aufgebaut, Radnabenantriebe, …

    • Eigentlich müsste sich folgendes auch schon bis zu den Designern rumgesprochen haben:
      E-Antrieb ist nur für Kurzstrecke = Zweitauto für Stadt und -Umkreis; dann ist ein solcher „Büchsen“-Cw-Wert egal, siehe E-Smart.
      Wenn aber die Reichweite größer sein soll, muss man die zwei Personen, die nur reinpassen müssen, hintereinander setzen. Eine solche Zigarre würde doppelt so weit fahren, und die würde ich mir kaufen (niedriger Querschnitt UND niedriger Cw-Wert).
      Ansonsten will der ME.WE anderen nur zeigen, was man alles anders machen kann, wenn man will (versenkbare Windschutzscheibe ist ein toller Gag).

  5. zu einem vernünftigen Preis würde ich mir den sofort kaufen!

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