Neueste Trends der Elektromobilität


1305_Schnellladessystem_640Der massenhaften Verbreitung von E-Autos stehen noch einige Probleme im Alltag entgegen: zu hohe Kosten, zu geringe Reichweite, zu lange Ladezeit. Wir stellen Ihnen drei Versuche vor, die dazu beitragen können, dass E-Mobilität mit Otto- oder Dieselmotoren stärker konkurrieren kann.

Ist der Diesel- oder Benzintank leer, dauert es maximal zehn Minuten, ihn wieder aufzufüllen. Bei E-Fahrzeugen gibt es  Versuche, diesen „Boxenstopp“ ähnlich kurz zu gestalten, wenn die Batterie leer ist. Das Unternehmen Better Place etwa wollte eine Art elektrische Waschstraße etablieren, in der die leere Batterie einfach ausgetauscht wird. Doch dieses Prinzip hat sich nicht durchgesetzt. Heute kämpft Better Place um die Existenz.

Der rotierende Transformer

Die meisten Hersteller setzen bei E-Autos auf die gewöhnliche Steckdose, mit Starkstrom, Haushaltsstrom oder beidem, je nach Modell. Die Ladedauer beträgt bis zu acht Stunden.

Dr. Saeid Haghbin von der schwedischen Chalmers University of Technology möchte mit seinem Team ein Ladesystem entwickeln, das kleiner, leichter und günstiger ist als die bisherigen. In seiner Doktorarbeit schreibt Haghbin: „Im Idealfall sollte man die Batterie mit unserem System in fünf bis zehn Minuten vollladen können.“ Das wäre schon heute möglich, aber „dann würde das Ladegerät etwa 100.000 US-Dollar kosten“, so Haghbin. Langfristig sollen die Kosten durch die Verbesserung der Technologie dramatisch sinken.

Und so funktioniert Haghbnis Ladesystem: Während die Batterie lädt, schaltet sich der E-Motor als Stromgenerator ein. Er hat also eine Doppelfunktion: Antreiben oder aufladen. Damit der Motor während des Ladevorgangs keine magnetischen Kräfte entwickelt, rotiert er bei konstanter Geschwindigkeit. Das senkt allerdings die Ladeeffizienz auf etwa 80 Prozent. An diesem Problem forschen Haghbin und sein Team derzeit. Ein europäisches und ein schwedisches Patent hat er bereits angemeldet. Arbeitstitel: „Rotating Transformer“.

15 E-Mini mit zwei Stromkreisläufen dienen derzeit als Versuchsobjekt in Washington.

15 E-Mini, die Strom auch ans Netz zurückgeben können, dienen in den USA als Versuchsobjekt.

Geld verdienen mit Elektroautos?

Ein anderes Experiment kommt aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Delaware: In Zusammenarbeit mit BMW begann an der University of Delaware der Versuch, E-Autos als Stromspeicher für alle zu nutzen. Dazu übergab BMW 15 elektrisch betriebene Mini, deren Ladevorrichtung in zwei Richtungen funktioniert: Die Akkus können nicht nur Strom aufnehmen, sondern ihn auch wieder ans Netz zurückgeben. So könnten stehende E-Autos zur Versorgungssicherheit und zur Entlastung der Kraftwerke beitragen.

Da das E-Fahrzeug während der Ent-Ladezeiten nicht genutzt werden kann, bekommen E-Auto-Besitzer bei dem Versuch pro Tag fünf US-Dollar. Pro Jahr sind das 1800 US-Dollar. Die Mehrkosten für ein Fahrzeug, das Strom einspeisen kann, liegen bei etwa 400 US-Dollar. Das Experiment findet unter der Obhut von Professor Willett M. Kempton statt. Zehn Jahre Entwicklungszeit waren nötig, um das Experiment in dieser Form starten zu können.

Doppelkupplungsgetriebe eDCT erhöht Reichweite

Vocis eDCT: Ein Doppelkupplungsgetriebe mit vier Gängen extra für E-Autos.

Vocis eDCT: Ein Doppelkupplungsgetriebe mit vier Gängen extra für E-Autos.

Ein weiteres zentrales Problem der E-Mobilität ist die Reichweite. 200 Kilometer mit einer Batterieladung sind schon beachtlich. Der englische Getriebespezialist Vocis möchte noch im Mai ein Doppelkupplungsgetriebe mit vier Gängen vorstellen, das die Effizienz der E-Fahrzeuge um bis zu 15 Prozent erhöhen soll. Statt – wie bisher üblich – eines einzelnen E-Motors, verwenden die Engländer zwei kleinere E-Motoren, die beim Gangwechsel abwechselnd antreiben.

Stimmen die Angaben, würde sich die Reichweite deutlich erhöhen, oder es könnten billigere und und kleinere Batterien verbaut werden.

5 Antworten zu “Neueste Trends der Elektromobilität

  1. Ich habe einen ZOE bestellt. Den lade ich zuhause mit 22kw in ca. 1 Stunde voll. Das ist schneller als zur TAnke hinfahren, warten, in Kassenschlange stellen, zurückfahren. Was mich erstaunt ist das eine Stromtankstelle für mich als Privatmann sehr günstig ist. Für 1500€ bekommt man so etwas. Eine 43kw Version ist etwas teurer aber damit auch sehr günstig im Verglcih zu einer ARAL oder SHELL Tankstelle. Ein öffentlicher Ladepunkt mit Abrechnungssystem ist teurer aber auch nicht so dermaßen. Wieso gibt es aber keine Schnelladestationen mit z.B. 22kw/43kw an jeder Autobahnraststätte ? Das kann doch nicht die Welt kosten. Die Stecker sind europaweit genormt. Was macht der ADAC um das mal voranzubringen ? Ich habe das Gefühl in Deutschland wird nur geforscht und Fördergelder verbraten, aber ich als Privatmann bin technisch 5 Jahre weiter als ne Autobahnrastätte an der A7.

  2. „… die zwei Stromkreise haben: Einen zum Laden, einen zum Entladen.“

    … schlimm was man so lesen muss (zwei „Stromkreise“ LOL) da ist der ADAC auf BLIZ-ILLU-NIVEAU !

    Die ELEKTRONIK im Mini-E ist von AC-Propulsion (einer der wenigen Hersteller die seit Jahren bereits V2G-Elektronik VERKAUFEN!)
    Der Strom wird durch die SELBE Elektronik Leitung etc. geladen – wie auch
    ZURUECKGESPEIST …

    … und ob ein DKG (und 2 Motore?) die 15% wert sind …

    In seiner Doktorarbeit schreibt Haghbin: “Im Idealfall sollte man die Batterie mit unserem System in fünf bis zehn Minuten vollladen können.” Das wäre schon heute möglich, aber “dann würde das Ladegerät etwa 100.000 US-Dollar kosten”, so Haghbin.

    … nicht nur die LADEELEKTRONIK – wohl eher die LADEINFRASTRUKTUR …
    IMMERHIN MUESSTE DIE „LADESTATION/STECKDOSE“ 150kW liefern …

  3. Seit Anfang 2012 fahre ich ein E-Auto. Mit meinem C-Zero bin ich Stand 5.5.2013 nunmehr 15.000 km gefahren. Das Auto ist täglich in der Stadt und im urbanen Umfeld im Einsatz. Es wird täglich zwischen 40 und 50 km gefahren. An den Wochenenden im Sommer sind es eher 100 bis 150 km.
    Das Auto versieht zuverlässig Sommer wie Winter seinen Dienst, hatte weder Pannen noch sonstige Ausfälle.
    Geladen wird das Fahrzeug stets dann, wenn es ohnehin „rumsteht“ und das ist die meiste Zeit des Tages. Deshalb sind die angemerkten langen Ladezeiten kein Thema für mich. Für schnelles Laden gibt es Schnellladesäulen, die ich jedoch höchst selten benutze. Damit ist das Auto zu 80% nach 30min geladen.
    Die Treibstoffkosten betragen nur noch 1/4 des Benziners, der als Backup noch immer bereit steht. Er ist jedoch nur noch für ca. 15 % aller gefahrenen Strecken in Verwendung, namentlich für die langen Strecken, die der Stromer nicht schafft. Der „Stromer“ ist zum Erstwagen geworden, der Benziner zum Zweitwagen „verkommen“.
    Ich werde ihn perspektivisch wohl verkaufen. Er lohnt sich nicht mehr, ein Mietwagen wäre sinniger.

  4. Die Idee mit dem Getriebe ist ganz nett, wird sich aber aus Kostengründen bei Kleinwagen nicht so schnell durchsetzen können. Für Reiselimousinen dagegen ist das sicher interessant (und auch effizienter bei Geschwindigkeiten > 100 km/h).

    Die Lademethode mit dem Elektromotor habe ich nicht ganz verstanden. Wenn der Motor Strom produzieren soll, muss er ja auch irgendwoher Strom beziehen bzw. den Motor anzutreiben kostet ja auch Energie. Wieso erst unter Verlusten 2mal umwandeln und nicht gleich die Batterie ohne Verluste füttern? Oder habe ich das System falsch verstanden?

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