Better Place am Ende, Hoffnung für Fisker


Neuer Saft in wenigen Minuten: Station für den Batterieaustausch von Better Place.

Neuer Saft in wenigen Minuten: Station für den Batterieaustausch von Better Place.

Mit schnellen Batteriewechseln statt langen Ladezeiten wollte Better Place die Elektromobilität in Schwung bringen, doch jetzt meldete das Unternehmen vor einem israelischen Gericht Insolvenz an. Gleichzeitig gibt es neue Hoffnung für den angeschlagenen E-Auto-Hersteller Fisker. Firmengründer Henrik Fisker plant, mithilfe eines milliardenschweren Investors fällige Staatskredite abzulösen.

Bis 2016 wollte Better Place 100.000 Elektroautos seines Partners Renault auf die Straße bringen. Doch bis jetzt hat die Firma ihr innovatives Konzept nur in Israel und in Dänemark verwirklicht. Und fand dort gerade einmal 1300 Kunden, die einen E-Renault kauften und ähnlich einem Handy-Vertrag über die gewünschte Kilometer-Laufleistung einen befristeten Vertrag schlossen.

Der Grund für die schlechten Zahlen ist einfach: Das Konzept ist für den Verbraucher zu teuer. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern kostet der Austausch der Batterien an den Stationen von Better Place mindestens 1100 Euro. Zum Vergleich: Mit einem Benzin-Fahrzeug, das durchschnittlich 6 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, kostet dieselbe Strecke nur rund 900 Euro (bei einem Benzinpreis von 1,50 Euro). Erschwerend kommen die höheren Anschaffungskosten des Elektroautos hinzu.

430 Millionen Euro aufgelaufener Verluste hatte das Start-up daher schon letzten November einräumen müssen. Better-Place-Gründer Shai Agassi, ein ehemaliger SAP-Manager, musste deswegen gehen. „Trotz vieler zufriedener Kunden reicht das Interesse in der breiten Öffentlichkeit nicht aus“, begründete der aktuelle Chef, Dan Cohen, den Konkursantrag: „Das ist ein schwieriger Tag für uns alle.“ Die bestehenden Batterieladestationen in Israel und Dänemark sollten erhalten bleiben.

Henrik Fisker will die von ihm mitgegründete Firma retten.

Henrik Fisker will die von ihm mitgegründete Firma retten.

Erhalten bleiben soll auch Fisker, der Hersteller des luxuriösen Hybridsportwagens Karma. Mitgründer Henrik Fisker will fällige Staatskredite ablösen, um den drohenden Bankrott abzuwenden. Dazu hat er sich mit dem Milliardär und Fisker-Investor Richard Li aus Hongkong zusammengetan. Gemeinsam wollen sie dem Vernehmen nach der US-Regierung 17,5 Cent pro Dollar der Schuld anbieten. Bei einem Konkurs der Firma müsste der Staat den 171-Millionen-Dollar-Kredit wohl komplett abschreiben.

Der Auto-Designer Fisker hatte das nach ihm benannte Unternehmen im März 2013 im Streit mit dem Management verlassen. Die Ablösung des Staatskredits soll den Einstieg eines neuen Besitzers erleichtern. Dann möchte wohl auch Henrik Fisker wieder eine wichtige Rolle bei Fisker spielen.

Eine Antwort zu “Better Place am Ende, Hoffnung für Fisker

  1. Geben Sie nicht auf, unsere dänische Nachbar-PIONIERE, Better Place Dänemark und (dänische) Henrik Fisker!
    Der Fisker Karma ist wohl noch schöner als der Tesla S, und sprechen auch nicht jetzt die Tesla-Leute von Batteriewechselstationen?
    Besten Grüsse und viel Erfolg aus Norwegen.

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