Ford Focus electric läuft vom Band


Der erste Ford Focus electric läuft vom Band

Der erste Ford Focus electric vom Werk in Saarlouis.

In Amerika wird der Ford Focus electric schon seit eineinhalb Jahren gebaut. Nun ist die Produktion auch bei uns angelaufen. Im Juli rollen die ersten Exemplare zu den deutschen Ford-Händlern.

Endlich ist es soweit. Der Ford Focus electric wird im Werk Saarlouis zusammengebaut, im Rahmen der normalen Serienproduktion. Und doch ist alles ein wenig anders. Schließlich unterscheiden sich die vormontierten Komponenten des Fahrzeuges erheblich von denen eines Focus mit herkömmlichem Antrieb.  Statt eines Verbrenners muss ein Elektromotor an der Vorderachse installiert werden. Der große Akkublock wird vor der Hinterachse eingebaut. In etwa dort, wo sonst der Kraftstofftank sitzt. Weil der Akku jedoch viel größer als ein Tank ist,  schränkt er den Kofferraum erheblich ein. Ein Kompromiss. Immerhin ist der Energieblock dort hinten am besten vor Beschädigung geschützt, wenn es zu einem Unfall kommt.  In einem nächsten Fertigungsschritt muss alles hochvoltsicher verkabelt werden. Eine Arbeit, die die Facharbeiter am Band bisher nicht kannten. Und wofür sie im Vorfeld speziell geschult werden mussten.

Die spezifischen Elekrokomponenten werden ans Band geliefert

Die Elekrokomponenten werden vormontiert ans Band geliefert.

Die Batterie besitzt eine Kapazität von 23 kWh, der Elektromotor entwickelt eine Maximalleistung von 107 kW. Die Reichweite soll laut Ford mindestens 110 Kilometer betragen – aber das hängt vom Fahrstil und den äußeren Bedingungen ab. Prospektangabe nach Norm: 162 Kilometer.

Als Getriebe kommt ein Singlespeed-Getriebe zum Einsatz. Es gibt wie üblich also nur einen Gang. Elektrische Wasserpumpen versorgen Motor, Wechselrichter, Batterie und Klimasteuerung mit Kühlmittel. Eine elektrische Vakuumpumpe bietet hohe Effizienz des Bremskraftverstärkers, so Ford. Kühlung und Heizung werden von einem speziell entwickelten Hochspannungs-Controller überwacht. Ein weiteres Kontrollmodul checkt und regelt die Energie, um ein Maximum an Reichweite zu erzielen. Am besten ist nämlich die Energie, die nicht beim Heizen oder Kühlen des Innenraums verloren geht. Ganz wichtig ist, die Temperatur des Lithium-Ionen-Akkus in dem Bereich zu halten, in dem er sich  am wohlsten fühlt: Zwischen 20 und 40 Grad ist es ideal. Minustemperaturen und große Hitze führen zu reduzierter Reichweite und im Extremfall zu einer kürzeren Lebensdauer. Auf der Autobahn soll der Focus electric 135 km/h fahren können. Schneller vor allem aus Gründen der Reichweite eben nicht – über 135 km/h wird die Geschwindigkeit abgeregelt.

Der Akku des Focus electric – groß und schwer

Groß, schwer und teuer: der Akku.

Um die Produktion des Focus electric direkt in die Fertigungslinie zu integrieren, hat Ford insgesamt 16 Millionen Euro investiert.

6 Antworten zu “Ford Focus electric läuft vom Band

  1. Pingback: Foto 62 von 72 - Elektroautos - sedl.at

  2. Die Reichweite des Ford erscheint mir zu gering zu sein. Ohne Range-Extender wird sich der nicht gut verkaufen lassen.

  3. Vielen Dank für den Hinweis auf den interessanten Bluecar; kannte ich nur als einen der vielen Konzeptautos. Vielleicht liegt das daran, dass der mir vor 1 Jahr nicht als serienmäßig angeboten wurde, und deshalb habe ich nun den Smart. Könnte es nicht sein, dass die unterschiedlichen Batterietechnologien verschieden hohe Betriebsrisiken in sich bergen?? Mein Spielzeug-Fernsteuerflugmodell hat einen winzigen Akku (Polymer), der das ganze Gerät in die Luft hieft und trotzdem innerhalb von Sekunden geladen werden kann…und welchen Akku hatte der Weltrekord-A2 (Kolibri – 650 km Reichweite)??
    Dass die deutsche Autoindustrie zu schlafen scheint, stimmt. Vielleicht mauert sie aber auch nur bewusst und hofft, danach umso besser aufgestellt zu sein.. Ob dieser Spätstart dann aber noch aufzuholen ist, wage ich langsam zu bezweifeln!

  4. Ist eigentlich jemandem außer mir noch aufgefallen, dass die Akku-Kapazitäten ALLER aktuellen Modelle (Tesla mal ausgenommen) nur zwischen 16 und 24 kWh betragen?
    Zoe: 22
    Fluence/Kangoo: 24
    Focus: 24
    Leaf: 24
    Smart: 17,6
    iMiev (und Clone): 16
    Volt/Ampera: 16,5

    Und wie durch Zufall schafft keiner viel mehr als 150km Reichweite. Und jetzt erzähl mir niemand, dass es nicht anders geht. Gerade vom neuen Leaf bin ich schwer enttäuscht. Da hätte man deutlich mehr Reichweite rausholen können. Für mich sieht das schon stark nach Absprache aus. Erinnert irgendwie an das Lampenkartell mit der eingebauten Haltbarkeitsbegrenzung (hier analog die Reichweite).
    Jeder gute Umrüster bietet 30-40kWh an, was locker für 200-250km reicht. Aber dann würden sich die Autos ja vielleicht besser verkaufen? Ob das tatsächlich gewollt ist? Sogar bei Renault/Nissan bezweifel ich die Ernsthaftigkeit.

    Das Bluecar von Pininfarina hat übrigens 30kWh. Das Fahrzeuggewicht liegt aber deutlich unter den oben genannten Vertretern! (Ausnahme: Smart)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Pininfarina_Bluecar

    • Es geht anders ! ! !

      ES GEHT ANDERS ! ! !

      Und zwar mit einer Brennstoffzelle und einem AKKU.

      Reichweite dann: ca. 600 Km.

      Aufwachen „Jungs“ . . .

    • Es könnte auch daran liegen, dass der Preis und die Größe eines 30kwh Akkus die Hersteller daran hindern diesen zu verbauen. Z.B. der Ford hat ja mit dem 23 kwh Akku schon ein Platzproblem im Kofferraum. Nur bei einem speziell für Elektroantrieb konzipierten Auto kann das Platzproblem gelöst werden (siehe Tesla S). Bei Renault wäre das demnach möglich gewesen, wobei wir dann wieder das Preisproblem hätten. Einen Akku für 20.000 Euro würde wohl für einen Kleinwagen zu teuer sein.

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