Bayerisches U.F.O. (unbemanntes Fahrobjekt) im Test


Ferngesteuert von A nach B: Forschungsauto Visio.M

Ferngesteuert von A nach B: Forschungsauto Visio.M.

Die Technische Universität München hat ein ferngesteuertes Elektroauto vorgestellt. Das könnte zum Beispiel von allein ins nächste Parkhaus und zum Aufladen fahren.

Forschungszentrum Garching bei München. Vor dem Gebäude des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik steht ein bunt beklebter Prototyp unter einem Sonnensegel. Das Leichtbaufahrzeug mit rein elektrischem Antrieb, das einst unter dem Arbeitstitel „Mute“ entwickelt wurde, heißt heute „Visio.M“ und wird als Projekt vom Bundesforschungsministerium unterstützt. BMW, Daimler, einige Automobilzulieferer und Stromkonzerne sind inzwischen sehr interessiert an den Ideen der TU München – und haben an das universitäre Entwicklungsprojekt angedockt. Zum einen geht es dabei um ein Leichtbaukonzept mit elektrischem Antrieb, zum anderen aber auch um eine völlig neue Art des Fahrens: das sogenannte teleoperierte Fahren.

Jetzt wird's eng: Der Teleoperator zirkelt den Prototyp am Smart vorbei

Jetzt wird’s eng: Der Teleoperator zirkelt den Prototyp am Smart vorbei.

Der Visio.M setzt sich in Bewegung, dreht einen Bogen auf dem Campus, bis ihm ein Smart auf dem abgesteckten Kurs entgegenkommt. Beide Fahrzeuge halten vor einer Engstelle. Nun muss eine Verständigung erfolgen, wer zuerst vorbei darf. Das Problem: Im Smart sitzt ein Fahrer, im Visio.M nicht. Denn der Viso.M wird von einem Operator gesteuert, der sich – von Bildschirmen umrahmt – im Inneren des Uni-Gebäudes befindet. Der Witz ist, dass dieser ungewöhnliche Telearbeitsplatz auch irgendwo sonst in der Welt aufgebaut sein könnte. Einzige Voraussetzungen sind ein mit Kameras rundum ausgestattetes Fahrzeug und eine sichere Datenverbindung zum Operator.

Von Bildschirmen umrahmt: Arbeitsplatz des Operators

Von Bildschirmen umrahmt: Arbeitsplatz des Operators.

Mit insgesamt sechs Kameras ist der Visio.M ausgerüstet. Fünf davon liefern ein Gesamtbild dessen, was sich vor dem Auto und seitlich davon tut. Eine Kamera ist nach rückwärts gerichtet. Die Bilder werden von einem Computer verarbeitet und per Mobilfunknetz übertragen. Das Verkehrgeschehen wird mehr oder weniger in Echtzeit abgebildet. Außerdem wird dem Operator der Ton aus dem Wagen überspielt. Damit er eine möglichst komplette Wahrnehmung bekommt.

Keiner sitzt drin, und dennoch fährt der Visio.M

Keiner sitzt drin, und dennoch fährt der Visio.M.

Auch wenn das ferngesteuerte Fahren auf dem Campus schon ganz gut funktionierte – es stellt sich die Frage nach dem konkreten Anwendungsfall: Wer könnte das System wo sinnvoll einsetzen? Professor Markus Lienkamp, geistiger Vater des Projekts, erklärt: „Teleoperiertes Fahren eröffnet die Möglichkeit, Elektroautos in der Stadt zum nächsten Ladepunkt zu bringen oder auch von der Ladesäule zum Kunden. Man gibt sein Auto wie beim Valet-Parking ab und muss sich um nichts weiter kümmern. Ein toller Service, der im Übrigen nicht viel mehr als ein Trinkgeld kosten würde.“

Wie beim autonom fahrenden Auto – einer Technik, der die Forscher aufgrund der ungeklärten Rechtslage kaum eine Chance vor dem Jahr 2050 geben – stellt sich beim teleoperierten Fahren jedoch auch die Frage, wer im Falle eines Unfalls haften würde. Eine Antwort dazu steht noch aus.

9 Antworten zu “Bayerisches U.F.O. (unbemanntes Fahrobjekt) im Test

  1. Der Operator sitzt in Indien, baut einen Unfall und macht sich dann aus dem Staub. Unvorstellbar! Warum wird dieser Schwachsinn gerade mit Elektroautos getestet. Würde doch auch mit Verbrenner fahren! Oder doch nur wieder ein Versuch die E-Mobilität schlechter aussehen zu lassen.
    Echte E-Autofahrer finden Ihre Steckdose.

  2. „… und eine sichere Datenverbindung zum Operator.“
    LOL!
    Und, wie soll die denn bitte aussehen? Im Mobilfunknetz? Wohl noch nie Probleme beim Telefonieren gehabt???
    Aus der kleinsten Störung (und es ist vollkommen unmöglich eine solche auszuschliessen!) kann ein Unfall resultieren!
    Sorry, aber das wird noch lange Science Fiction beiben
    da ist das autonom fahrenden Auto WESENTLICH sinnvoller.

    Siehe dazu den nächsten Beitrag „Hacker-Attacke: Der ferngesteuerte Toyota Prius“ …😉

  3. Pingback: TUM: Visio.M testet ferngesteuertes Fahren | Elektroauto Blog

  4. Wenn das Auto wirklich schlau ist, merkt es beizeiten, ob es sich leisten kann, seinen Fahrer überhaupt noch am Parkhaus mit der freien Ladebuchse vorbeifahren zu lassen. Falls nötig, bleibt es vor der Einfahrt stehen, fordert seinen Besitzer zum Aussteigen auf und sagt: „Jetzt lass ich mich voll laufen. Sieh zu, wie du weiterkommst. In drei Stunden darfst du mich rufen.“

  5. Pingback: electrive.net » Visio.M, Evatran, Ford, BMW.

  6. http://www.car-it.com/ferngesteuert-rollt-das-auto-zum-fahrer/id-0037385

    … Fernsteuer-Elektroauto (wobei Steuer hier auch auf’s FOERDERGELD hindeutet😉
    Ist eigentlich schon alles erforscht ? … sodass man sich nun dieser „extrem sinnvollen und lebenswichtigen“ Forschung zuwendet ???

    Neben einer kompletten Rundumsicht wird dem Fahrer an seinem Operatorplatz auch der Ton aus dem Wageninneren über Dolby 5.1 räumlich korrekt dargestellt. (…weil Elektroautos ja so Laut sind 5.1 (.1 ist der SUBWOOFER fuer den TIEFBASS !!!)😉 )

    Sollte die Bandbreite aber tatsächlich einmal nicht ausreichen oder die Verbindung sogar ganz abreißen, wird das Fahrzeug automatisch bis zum Stillstand abgebremst. Da freuen sich die Besitzer eines „JAMMERS“ (de.wikipedia.org/wiki/Störsender‎) schon diebisch drauf => RIESENSTAU AUF KNOPFDRUCK ;-))))

    Trotz aller technischen Machbarkeit müssen vor einem möglichen regulären Einsatz solcher Systeme noch juristische Hürden genommen werden. Dennoch sind die Forscher der TU München davon überzeugt, dass das teleoperierte Fahren schon innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre Realität werden könnte. Denn die Kosten sind überschaubar.
    DEN SATZ HOERT MAN IN POLITIK UND VERWALTUNG/PLANUNG SOOOOOOOOOOOOOOOOOOOFT ….😉

    Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms IKT 2020 und des Förderschwerpunkts „Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität – STROM“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über 2,5 Jahre gefördert und hat ein Gesamtvolumen von 10,8 Millionen Euro.

    … teleoperierte Fahren … war da nicht auch mal was mit ferngesteuerten Drohnen ??? … aber soviel FOERDERKOHLE wie bei der „Ruestung“ kann man ja garnicht verblasen … oder doch …

    … und … ueberall wird rumgeheult das EVs ja so furchtbar teuer sind – wird es durch den Fernsteuer-HOKUS-POKUS denn billiger ???

  7. … irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich manche Entwickler an „Herbie“ orientieren, einer Kinofilm-Serie aus den 60er-Jahren😉 http://de.wikipedia.org/wiki/Herbie

  8. … selbst wenn die Rechtsfragen alle geklärt sind – ich stell mir gerade vor, dass ein unbemanntes Elektrofahrzeug mitten auf der Kreuzung stehen bleibt, weil es nach stundenlanger Suche immer noch keine Ladestation gefunden hat😉 Aber vielleicht lässt die sich ja vorher online buchen … – also, ich denke mal, es gibt bestimmt bessere Lösungen.

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