Aus alt mach neu: Ur-Käfer mit E-Antrieb


Wer elektrisch fahren möchte hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder man gönnt sich ein neues E-Auto oder man lässt sein eigenes Fahrzeug in ein E-Mobil umbauen. Der Hamburger Unternehmer Sirri Karabag ist ein Freund der zweiten Idee. Er bietet ab sofort einen Umbausatz für 11.300 Euro an, der einen alten Käfer in den neuesten Elektro-Hit verwandelt.

Sirri Karabag ist bekennender Fan der Elektromobilität und hatte die Idee zum Elektro-Umbau nicht zum ersten Mal. Er ließ bereits den neuen Fiat 500 mit Elektroantrieb ausrüsten und brachte eine Kleinserie des Italieners auf den Markt. Der ADAC testete den soliden E-Fiat ausgiebig.

Nach Karabags neuer Idee soll jeder eigenständig seinen Ur-Käfer umbauen können, für 11.300 Euro, samt Umbauanleitung. Der Geschäftsmann hat ausgerechnet, dass in Deutschland noch etwa 80.000 Ur-Käfer in Garagen stehen oder herumfahren, die Hälfte davon mit H-Kennzeichen für Oldtimer.

Das Umbau-Set ist „idiotensicher“, wie Karabag sagt. Es besteht aus sieben Teilen: Motor, Batterie, Ladegerät, Wechselrichter, Multibox, kraftstoffbetriebene Heizung und ein kleiner Kraftstofftank für die Heizung. Die Multibox ist das zentrale und komplexeste Element des Bausatzes. Sie bestehe aus 50 Einzelteilen. Zusätzlich muss der E-Käfer-Fahrer unterhalb des Armaturenbretts eine Bedienkonsole mit Touchscreen einbauen, die Reichweite und Motortemperatur anzeigt.

Der TÜV Süd hat das Umbau-Set zertifiziert. Trotzdem muss der E-Käfer nach erfolgreicher Verwandlung beim TÜV vorfahren. Dann hat er maximal 120 Kilometer Reichweite, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h und wiegt rund 900 Kilogramm. Die unter der Fronthaube verbaute Batterie hat eine Kapazität von 11 Kilowattstunden. Der elektrische Heckmotor leistet 23 kW.

Elektroautos sind derzeit 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Nicht nur wegen dieses Anreizes rechnet Karabag damit, dass er in den nächsten zehn Jahren etwa 20.000 Ur-Käfer-Besitzern den Elektro-Bausatz verkaufen wird.

Den Preis für den elektrisierten Fiat 500 hat das Hamburger Unternehmen Karabag gerade fast um die Hälfte reduziert. Statt für etwa 42.000 Euro ist der Kleinwagen jetzt ab 24.573 Euro zu haben.

5 Antworten zu “Aus alt mach neu: Ur-Käfer mit E-Antrieb

  1. Ich hoffe es kommen noch mehr solcher „Bausätze“ zu günstigen Preisen. Für mein aktuelles Fahrzeug könnte ich mir sowas durchaus vorstellen wenn die Garantiezeit abgelaufen ist (in ~2,5 Jahren). Allerdings müsste der Motor deutlich mehr Wums haben und auch die Batteriekapazität muss deutlich steigen. Ich werde das auf jeden Fall im Auge behalten.

  2. Kaefer Umruestungen sind eigentlich ein ALTER HUT !
    In den USA gibts sogn. Conversion-KITS schon seit langem und in -D- bietet u.a. Fleck, die Firma Lorrey aus Hessen oder auch die „Elektroporsches“ aus NRW die Umruestung an …

    Bei der KARABAG liegt die VERMUTUNG nahe dass nun, wo man EVs von den
    etablierten grossen HERSTELLERN bekommt, der Verkauf von KARABAG-EVs nachlaesst – und daher die Komponenten als Umrues-KIT angeboten werden (weil man selbt keine Verwundung dafuer hat)
    😉

  3. Keine Innovation. Man kann nahezu jeden Kleinwagen zum Stromer umbauen: mit wenig Akkukapazität, wenig Reichweite, wenig Power und der restlichen veralteten Technik die das Fahrzeug mit sich bringt. Abgesehen von den schlechteren Sicherheitsmerkmalen der Oldies. Die Fahrzeuge sind zudem zu schwer und locken keinen Elektroautofreund hinter dem Ofen hervor.
    Als Einzellösung sicher machbar, aber als Flotte oder Serie absoluter Unsinn.

  4. Nichts halbes und nichts ganzes. Reichweite zu klein, kein Kofferraum, keine Heizung. Das mit den 20.000 wird wohl nichts werden.

  5. Ganz nett…
    Nur schade, dass der eKäfer dann gar keinen Kofferraum mehr hat…

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